Karstadt: Bye Bye Berggruen, servus René!

ThemaEinzelhandel

Karstadt: Bye Bye Berggruen, servus René!

von Henryk Hielscher

Der deutsch-amerikanische Investor Nicolas Berggruen ist an der Sanierung von Karstadt gescheitert. Nimmt der schillernden Immobilienunternehmer René Benko Berggruen die Krisenkette ab?

Am Anfang stand der Kauf einiger Warenhausimmobilien, im Herbst folgte die Übernahme der Karstadt-Premium und –Sporthäuser. Jetzt könnte der österreichische Immobilieninvestor René Benko gemeinsam mit dem israelischen Diamantenmilliardär Beny Steinmetz die komplette Macht bei Karstadt an sich reißen.  Der einst als Karstadt-Retter gefeierte Investor Nicolas Berggruen soll nach einem Bericht des "Manager Magazins" Benko und Steinmetz die Option eingeräumt haben, für einen Euro 75,1 Prozent der kriselnden Karstadt-Stammgesellschaft zu übernehmen.  Verabschiedet sich Bergruen also von seinem Investment bei Karstadt?

Zumindest scheinen sich Berggruens Versprechungen – wie so oft – als Luftnummer zu erweisen. "Ich glaube an das Unternehmen und seine Mitarbeiter", hatte Berggruen erst Mitte September beteuert:  "Das Kerngeschäft behalten wir komplett."

Anzeige

Investor Hat Benko den Karstadt-Masterplan?

Mit der Übernahme von Kaufhof ist er 2011 gescheitert. Jetzt übernimmt der Immobilieninvestor René Benko die Luxus- und Sporthäuser von Karstadt. Was plant der illustre Österreicher?

Quelle: dpa

Karstadt wird im Nachhinein Millionen kosten

Die nun bekannt gewordene Option lässt sich als das komplette Gegenteil von Bergruens Aussage interpretieren: Berggruen will den Sanierungsfall Karstadt offenbar so schnell wie möglich loswerden. Die Frage lautet eher: Warum sollten sich Benko und dessen Unternehmen Signa den Einstieg ins Kerngeschäft der siechen Warenhausikone eigentlich antun?

Weitere Artikel

Denn die vermeintlich niedrige Kaufpreisoption von einem Euro ist in Wahrheit eine optische Täuschung: In den kommenden Jahren werden sich Modernisierungs-, Personal- und Mietkosten auf dreistellige Millionenbeträge summieren, die durch das laufende Geschäft kaum gedeckt werden dürften. Schließungen von problematischen Standorten sind jenseits der Insolvenz extrem kostspielig. Was Benko und seine Partner am Stammgeschäft reizen könnte, scheint allenfalls die Möglichkeit zu sein, an jenen 17 Karstadt-Standorten, an denen die Immobilien zum Signa-Geschäft gehören, schneller aus den Mietverträgen zu kommen – und teilweise Flächen umzuwidmen und die einzelne Häuser womöglich in Fonds einzubringen und weiterzuverkaufen. Doch reicht das als Anreiz aus und welche Konsequenzen hätte das für die restlichen Warenhäuser?

Natürlich taucht auch jetzt wieder die Idee der Deutschen Warenhaus AG, eines Zusammenschlusses von Karstadt und Kaufhof auf. Dazu passt, dass Benko einst auch Favorit für den Kauf der Metro-Tochter Kaufhof war.  Allerdings wären auch die Kosten immens – und gegen Schließungen von Doppelstandorten dürften Politiker und Gewerkschaften Sturm laufen. Auf Metro-Seite hält sich die Begeisterung derzeit ohnehin in engen Grenzen. "Ein Zusammenschluss mit Karstadt würde Kaufhof in der Entwicklung drei Jahre kosten. Wir kommen sehr gut alleine zurecht", sagte Kaufhof-Chef Lovro Mandac jüngst der WirtschaftsWoche. "Wir brauchen keine zweite Verwaltung, Logistik, IT und, und, und. Ich sehe da keine Möglichkeit, es sei denn, die Läden würden uns geschenkt."

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%