Karstadt-Eigner: Berggruen verkauft KaDeWe und Sporthäuser

ThemaEinzelhandel

Karstadt-Eigner: Berggruen verkauft KaDeWe und Sporthäuser

von Henryk Hielscher

Vor drei Jahren übernahm Nicolas Berggruen die Karstadt-Warenhäuser. Nun schlägt Berggruen die Filetstücke los: Der österreichische Immobilienkonzern und Karstadt-Vermieter Signa übernimmt die Mehrheit an den Sport- und Luxushäusern von Karstadt.

Beim Verpacken von Nachrichten macht dem deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen so schnell niemand etwas vor. „Ich möchte ihnen ganz persönlich eine Neuigkeit überbringen, die für uns alle eine wichtige und vor allem gute Nachricht ist“, schreibt Berggruen heute an seine „lieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ bei Karstadt. Was folgt ist nicht weniger als eine 180-Grad-Wende des Investors: Berggruen gibt die Mehrheit der Karstadt-Premiumgruppe mit dem Flaggschiff KaDeWe sowie die Karstadt-Sporthäuser an den österreichischen Immobilienentwickler René Benko mit seiner Gesellschaft Signa ab.

Damit scheinen sich Vorbehalte von Kritikern zu bestätigen, die schon seit langem darauf hinweisen, dass Berggruen bei Karstadt auf eine Filletierung hinarbeite. Hinweise über Verkaufsverhandlungen, oder Pläne sich zurückzuziehen, hatten der Investor und das Karstadt-Management bisher stets von sich gewiesen.

Anzeige

Nun zieht sich Berggruen bei den Luxus- und Sporthäusern zurück – wenn auch nur teilweise. Signa kaufe 75,1 Prozent an der Karstadt Premium Group und 75,1 Prozent an der Karstadt Sports-Gesellschaft, teilte Signa am Montag mit. Der Milliardär Berggruen, der den Karstadt-Konzern aus der Insolvenz übernommen hatte, behalte die anderen Anteile - und die übrigen 83 Warenhäuser.

Beitrag zur Gesundung

Der Verkaufserlös von 300 Millionen Euro soll in die Karstadt-Gruppe investiert werden und nicht direkt an Berggruen fließen. „Warum tue ich das?“, fragt Berggruen in dem Brief an die Mitarbeiter. „300 Millionen Euro werden den Freiraum verschaffen, den Karstadt braucht. Das ist mein Beitrag zur endgültigen Gesundung von Karstadt.“ Niemand müsse „sich Sorgen machen. Im Gegenteil. Lassen Sie uns gemeinsam weiter kämpfen!“, appelliert Berggruen an die Beschäftigten.

Berggruen als Samariter? An der Darstellung sind schon in den vergangenen Monaten immer wieder Zweifel aufgetaucht. Tatsächlich lässt sich die Transaktion mit Benko auch als geschickter Schachzug interpretieren, um einerseits das Image und andererseits viel Geld zu retten.

weitere Artikel

Das mögliche Kalkül: Signa ist der mit Abstand größte Karstadt-Vermieter. Das generelle Problem beim Verkauf von Handelsketten ist oft die Trennung von Immobilien und operativem Geschäft. Durch die Zusammenführung beider Bereiche erhöht sich langfristig die Chance auf einen Weiterverkauf, bei dem Berggruen mit den verbleibenden knapp 25-Prozent an den Sport- und den Luxushäusern Kasse machen könnte.

Was in diesem Szenario aus dem klassischen Karstadt-Geschäft wird, ist allerdings fraglich. Benko hatte in der Vergangenheit auch Interesse an der Metro -Tochter Kaufhof gezeigt, die der Düsseldorfer Handelskonzern ihm dann aber doch nicht verkaufen wollte. Nun dürfte erneut die Diskussion um eine Zusammenlegung von Karstadt und Kaufhof aufbranden. Berggruen immerhin gibt einen neuen Treueschwur ab: Bei den klassischen Warenhäusern „sehe ich mich in einer besonderen Verantwortung und werde gemeinsam mit Ihnen die Strategie „Karstadt 2015“ vorantreiben und das Unternehmen erfolgreich machen. Ich sehe hier große Chancen und bin mir absolut sicher: gemeinsam schaffen wir es.“

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%