Kaufhäuser: Gerüchteküche Kaufhof

Kaufhäuser: Gerüchteküche Kaufhof

, aktualisiert 08. September 2017, 10:39 Uhr
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Einem Insider zufolge arbeitet Signa mit einer Investmentbank zusammen, um eine Offerte vorzubereiten.

von Christoph KapalschinskiQuelle:Handelsblatt Online

Die Karstadt-Mutter Signa soll erneut ein Auge auf Kaufhof werfen. Die Spekulation nutzt den aktivistischen Aktionären, die vom kanadischen Kaufhof-Eigner einen Ausstieg aus Europa fordern. Doch HBC bleibt kühl.

HamburgDie Gerüchte um Kaufhof ebben nicht ab. Obwohl der neue Eigentümer Hudson’s Bay (HBC) erst in dieser Woche ein neues Haus in Amsterdam eröffnet hat, blühen Spekulationen um einen Rückzug der Kanadier aus Europa.
Der Hintergrund: Nach schwachen Zahlen setzt der aktivistische Investor Land and Buildings die kanadische Kaufhof-Mutter Hudson’s Bay unter Druck, die erst vor zwei Jahren für 2,8 Milliarden Euro von Metro zugekaufte Kaufhauskette wieder zu verkaufen.

Aktuell behauptet Land and Buildings, es gebe einen konkreten Interessenten für die Übernahme. Die HBC-Aktie legte danach an der kanadische Börse deutlich zu. Dem Investor dürfte es daher nicht ungelegen kommen, dass nun die Nachrichtenagentur Reuters nachlegt: Die österreichische Karstadt-Mutter Signa prüfe eine Offerte, heißt es unter Berufung aus „mit der Angelegenheit vertraute Personen“. Das Immobilienunternehmen arbeite bereits mit einer Investmentbank an dem Fall. Es sei jedoch möglich, dass dabei doch kein Angebot zustande komme.

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Hudson’s Bay blieb jedoch bei seiner Linie, Kaufhof sei unverkäuflich. "HBC steht hundertprozentig zu seinem Engagement in Europa", sagte ein Sprecher des Konzerns in Deutschland. "HBC hat kein Interesse an Geschäften mit Signa." Ein Signa-Sprecher teilte auf Anfrage mit: „Dazu gibt es keinen Kommentar.“

Land and Buildings war im Sommer mit gut vier Prozent bei HBC eingestiegen und macht seitdem Druck. Der Wert des Kaufhaus-Betreibers liege nicht in seinem Handelsgeschäft, sondern allein in den immobilien, ließ Fonds-Manager Jonathan Litt beim Einstieg verlauten. Zu dieser These passt das Europa-Geschäft, das auf eine Revitalisierung von Kaufhof und Expansion mit neuen Läden setzt, nicht. Noch kann Litt allerdings seinen Kurs nicht durchsetzen.

Der Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt war lange Jahre ein immer wieder spekuliertes Szenario. Zuletzt hatten jedoch sowohl Hudson’s Bay als auch Signa immer wieder betont, beide Ketten könnten und sollten unabhängig voneinander bestehen bleiben. Ein Zusammenschluss sei kein Thema. Karstadt ist inzwischen in drei Teile aufgespalten. Am weitesten fortgeschritten ist der Umbau der drei Luxus-Häuser Alsterhaus in Hamburg, KaDeWe in Berlin und Oberpollinger in München.


Verknüpfung aus Laden und Online-Welt

Die drei Luxus-Häuser gelten in der Branche nach Millioneninvestitionen in Renovierungen als zukunftsfähig. Bei Karstadt Sport zeichnet sich ab, dass der Investor die Verknüpfung aus Laden und Online-Welt versucht. Dazu hat Signa in mehrere Online-Sporthändler investiert. Größte Baustelle bleiben die klassischen Karstadt-Häuser, die unter dem Umbruch im Modehandel besonders leiden.

Bei Kaufhof geht Hudson’s Bay den Umbau an – allerdings mit gemischten Ergebnissen. Zuletzt hat der Investor sein Konzept verändert und will nun statt in einzelne Highlights zu investieren das gesamte Netz modernisieren. Dazu kommt ein Outlet-Konzept, Saks Off 5th, das zunächst in Düsseldorf gestartet ist. Die Kanadier wollen in den kommenden fünf bis sieben Jahren bis zu eine Milliarde Euro in Deutschland investieren.

In dieser Woche musste HBC für das zweite Quartal steigende Verluste melden. Vor allem Abschreibungen und Finanzkosten drückten das Ergebnis. Der Verlust erreichte 201 Millionen Kanadische Dollar (136 Millionen Euro) nach 142 Millionen Kanadischen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 1,2 Prozent auf 3,3 Milliarden Kanadische Dollar – auch wegen Neueröffnungen und Währungseffekten. Kritiker monierten, der Europa-Umsatz sinke.
Die Furcht vor schwachen Zahlen hatte zuletzt den Kreditversicherer Euler Hermes dazu veranlasst, Kreditlimits für Kaufhof-Lieferanten nachzuschärfen. Das hatte für Unruhe bei Lieferanten und in der Branche gesorgt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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