Kaufhof-Bieter: Benko verspricht "massive Investitionen"

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René Benko bekundet Interesse am Kaufhof

von Henryk Hielscher

Im Bietergefecht um Kaufhof buhlt der österreichische Investor René Benko mit einem Wachstumsprogramm - und erhöht so den Druck auf den Rivalen Berggruen.

Der österreichische Immobilieninvestor René Benko treibt seine Übernahmepläne für die Kaufhauskette Kaufhof voran. "Die Geschwindigkeit hängt von der Metro ab", sagt Benko. "Wir sind sehr schnell und sind kurzfristig in der Lage, eine Entscheidung abzugeben. Am Ende des Tages müssen wir uns natürlich über den Preis einigen."

Zweifel an der Finanzierung des Milliardendeals versucht Benko zu zerstreuen. Das Investment könne mit bis zu 50 Prozent Eigenkapital unterlegt werden. "Das haben wir gegenüber dem Metro-Management auch durch Bankbestätigungen untermauert." Als Käufer würde die Aktiengesellschaft Signa Prime auftreten, an der auch Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking mit 3,6 Prozent beteiligt ist. Sollte der Coup gelingen, will Benko "massiv in die Filialen investieren" und neue Standorte erschließen.

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"Es gibt immer noch den einen oder anderen weißen Fleck in Deutschland, vor allem interessiert uns aber auch die Expansion ins Ausland."

Nur Planspiele?

Die Führungsmannschaft um Kaufhof-Chef Lovro Mandac müsste sich wenig Sorgen um die eigene Zukunft machen. Das Management sei "extrem professionell", lobt Benko. Mit seinen Ankündigungen trifft er den deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen an einer empfindlichen Stelle. Jüngst waren Planspiele aus dem Umfeld des Karstadt-Eigentümers bekannt geworden.

Ein "Project Zeus" betiteltes streng vertrauliches Papier, das der WirtschaftsWoche vorliegt, geht davon aus, dass bis zu 6000 Arbeitsplätze wegfielen, würden Karstadt und Kaufhof zusammengelegt. Die Kaufhof-Zentrale in Köln könnte geschlossen werden, mindestens 40 Filialen würden dem Szenario zufolge aufgegeben - vor allem auf Kaufhof-Seite.

Mit derlei Maßnahmen ließen sich pro Jahr laut der Zeus-Rechnung 150 bis 250 Millionen Euro zusätzliche Gewinne realisieren. Eine Entscheidung zugunsten Berggruens dürfte unter den Bedingungen auf den erbitterten Widerstand der Arbeitnehmervertreter treffen und Metro-intern kaum durchsetzbar sein.

Der künftige Metro-Chef Olaf Koch wirbt indes um das Vertrauen der Mitarbeiter. In einem Brief an Berggruen soll die Metro-Spitze bereits Klärungsbedarf zu möglichen Standortschließungen und Plänen für den Abbau von Arbeitsplätzen angemeldet haben, heißt es im Umfeld des Konzerns. Ein Sprecher Berggruens sagt, dass es sich beim Projekt Zeus nur um Überlegungen eines externen Beratungsunternehmens gehandelt habe. Das Papier sei "nicht Gegenstand konkreter Planungen" gewesen.

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