Kaufhof: Hudson's Bay kauft Kaufhof

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Kaufhof: Hudson's Bay kauft Kaufhof

, aktualisiert 15. Juni 2015, 08:22 Uhr
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Insiderberichten zufolge ist der Warenhaus-Poker beendet: Die Hudson's Bay Company soll den Zuschlag bekommen haben.

Das Pokerspiel um die Warenhauskette Kaufhof ist entschieden: Die Kanadier von Hudson's Bay haben den Zuschlag für die Metro-Tochter bekommen. Alle Mitarbeiter sollen an Bord bleiben.

Das Bieterrennen um die Warenhauskette Kaufhof ist entschieden. Der deutsche Handelsriese Metro verkauft Kaufhof für rund 2,8 Milliarden Euro an den kanadischen Handelskonzern Hudson's Bay (Toronto). Das teilte die Metro AG am Montagmorgen in Düsseldorf mit. Die Vereinbarung umfasst der Mitteilung zufolge das in Deutschland vornehmlich unter Galeria Kaufhof sowie in Belgien unter Galeria Inno operierende Warenhausgeschäft und die dazugehörenden Immobilien. Die Transaktion werde voraussichtlich Ende September 2015 abgeschlossen sein.

Damit stechen die Kanadier den Karstadt-Eigentümer Signa aus, der ebenfalls für Kaufhof geboten hatte. Der österreichische Karstadt-Eigner René Benko soll früheren Medienberichten zufolge ein Angebot in ähnlicher Höhe abgegeben haben.

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Kaufhof wird kanadisch Hudson's Bay schlägt Benko im Bieterrennen

Erdbeben in der Warenhauswelt: Der Metro-Konzern verkauft Kaufhof an Hudson's Bay. Damit schlagen die Kanadier René Benko, müssen aber jetzt beweisen, dass sie den schwierigen deutschen Markt in den Griff bekommen.

Kaufhof vor dem Verkauf an den Höchbietenden, Signa oder Hudson Bay Company Quelle: dpa Picture-Alliance

Hudson's Bay kündigte massive Investitionen in die Warenhauskette an. Der nordamerikanische Konzern wolle Kaufhof als Basis für eine weitere Expansion in Europa nutzen, sagte Hudson's-Bay-Chef Richard Baker: "Wir glauben an die Zukunft der Warenhäuser." Hudson's Bay habe Kaufhof seit Ende 2006 beobachtet und sich mit dem deutschen und europäischen Handelsmarkt vertraut gemacht. Der nordamerikanische Konzern habe "großen Respekt" vor den Leistungen der Kaufhof-Mannschaft.

Hudson's Bay wolle alle 21.500 Mitarbeiter von Kaufhof behalten und keine Standorte schließen, teilten beide Unternehmen am Montag mit. Die Hauptverwaltung von Kaufhof bleibe in Köln. Zudem wollen die Kanadier mit dem bestehenden Management-Team von Kaufhof weitermachen.

Die Anteilseigner der Metro können nicht auf eine Sonderdividende aus dem Verkauf hoffen. Metro wolle seine Schulden abbauen sowie in die verbliebenen Geschäfte investieren, sagte Metro-Chef Olaf Koch am Montag in einer Telefonkonferenz. Der Konzern wolle mit seinen Großmärkten in neue Länder expandieren und sich auch nach Übernahmezielen umschauen.

Galeria Kaufhof im Überblick

  • Kunden

    2 Millionen Kunden pro Tag.

    Quelle: Unternehmensangaben

  • Umsatz

    3,1 Mrd. Euro Umsatz 2013/14.

  • Ergebnis

    193 Millionen Euro (Ebit vor Sonderfaktoren) Ergebnis 2013/14.

Der Verkauf an die Kanadier hatte sich schon Ende der vergangenen Woche abgezeichnet. Auch der Erlös von knapp drei Milliarden Euro ist nach dem in den vergangenen Wochen heftiger gewordenen Bieterrennen keine Überraschung mehr.

Hudson's Bay, gegründet 1670, ist nach eigenen Angaben Nordamerikas ältestes Unternehmen. Der Konzern betreibt in den USA und Kanada mehr als 300 Warenhäuser und Fachgeschäfte. Zum Firmenimperium gehört auch die bekannte US-Warenhauskette Saks Fifth Avenue. Die Übernahme von Kaufhof wäre ein erster Schritt auf den europäischen Markt.

Im Bieterkampf um Kaufhof hatte der Karstadt-Eigner Signa Retail zuletzt versucht, mit einer Job- und Standortgarantie zu punkten. Im Falle der Zusammenführung beider Warenhausketten unter einem Dach würde Signa mit beiden Namen weiterarbeiten, hatte Karstadt-Chef Stephan Fanderl angekündigt.

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Vor dem Verkauf von Kaufhof hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Forderungen an die internationalen Bieter gestellt. In einem Schreiben an die Interessenten fordert die Gewerkschaft rechtsverbindliche Zusicherungen.

„Die Beschäftigten von Galeria Kaufhof haben einen Anspruch darauf, dass sie die Sicherheit ihrer tariflichen Einkommen und Arbeitsplätze nicht nur mündlich zugesichert bekommen“, sagte Verdi-Bundesvorstand Stefanie Nutzenberger in einer am Sonntag veröffentlichten Mitteilung.

Verdi fordert neben der Tarifbindung die Zusage, dass in den nächsten fünf Jahren keine Häuser geschlossen werden und die Mitbestimmungsstruktur erhalten bleibt. Auch sollen betriebsbedingten Kündigungen ausgeschlossen werden. Ausgenommen seien die Häuser, deren Aus bereits eingeleitet wurden.

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