Kellerhals wirft hin: Rückschlag für die China-Pläne der Metro

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Kellerhals wirft hin: Rückschlag für die China-Pläne der Metro

Bis Ende des Jahres soll die Entscheidung über eine Expansion von Media Markt in China fallen. Die Vorzeichen deuten derzeit nicht auf eine Milliarden-Investition durch den Mehrheitseigentümer Metro hin.

Ob Europas führende Elektronikketten Media Markt und Saturn im riesigen chinesischen Markt eine kostspielige Expansion wagen, ist fraglich. Kurz vor der Weichenstellung über die Zukunft des Elektronik-Geschäftes in China warf Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals hin. Seine Gesellschaft Convergenta Invest GmbH werde sich aus der für die Expansion in China gegründeten Media-Saturn-Gesellschaft zurückziehen, kündigte Kellerhals an. Hintergrund sei die "mangelnde Investitionsbereitschaft der Metro", erklärte der Milliardär. Der Düsseldorfer Konzern könne die kapitalintensivere Ausweitung des Geschäfts im heftig umkämpften chinesischen Markt nun "in Eigenregie" vorantreiben.

Metro und Kellerhals kämpfen seit Jahren auch mit juristischen Mitteln um das Sagen bei Europas größter Elektronikhandelskette. "Im harten chinesischen Wettbewerb kann man sich nur behaupten, wenn man rasch und offensiv expandiert", beschied Kellerhals. "Es gibt nur die Wahl, entweder ganz oder gar nicht mitzumischen, ein Mittelweg führt ins Nichts", ließ er Metro-Chef Olaf Koch wissen. "Die Metro hat da leider nicht mitgezogen." Das Management des Düsseldorfer Handelsriesen habe auch "die Anregung von Kellerhals, in China einen Wettbewerber zu übernehmen, der über eine dreistellige Anzahl von Märkten verfügt", nicht aufgreifen wollen. „Damit hätten wir auf einen Schlag ein solides Fundament und eine beachtenswerte Relevanz im Markt bekommen“, meinte Kellerhals, der knapp 22 Prozent der Anteile an der Media-Saturn Holding besitzt.

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Worum sich Metro und Kellerhals streiten

  • Zur Person Kellerhals

    Erich Kellerhals ist Gründer des Elektrofachmarkt-Kette Media Markt. Der erste Media Markt eröffnete 1979 in München. Ende der 80er wollte Kellerhals expandieren – das nötige Geld brachte Kaufhof mit.

  • Das Veto-Recht des Gründers

    Kaufhof beteiligte sich mit 54 Prozent an Media Markt. Kellerhals behielt seine Anteile von gut 21 Prozent. Im Vertrag von 1988 wurde außerdem festgelegt, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einer Mehrheit von 80 Prozent gefasst werden müssen. Kellerhals hatte mit seinem Anteil also ein Mitsprachrecht für alle wichtigen Entscheidungen. Dieses Recht besteht bis heute. Kaufhof brachte außer Kapital noch seine Tochter Saturn Hansa ein. 1990 verschmolzen Media Markt und Saturn zur Media-Saturn-Holding.

  • Wie Metro ins Spiel kam

    1996 verschmolzen die Kaufhof Holding und die Metro AG.  Kaufhof wurde zur Vertriebsmarke innerhalb des Metro-Konzerns.  Metro wurde auf diese Weise Anteilseigner bei Media-Saturn. Heute hält Metro über diesen Weg 75,4 Prozent am Kapital der Media-Saturn-Holding.

  • Der Grund für den Rechtsstreit

    Der Streit entzündet sich im März 2011. Metro wollte einen Beirat bei Media-Saturn einrichten. Kellerhals betrachtete dies als Versuch, sein seit 1988 bestehendes Vetorecht auszuhebeln. Denn in dem Beirat würde mit einfacher Mehrheit und nicht mit 80prozentiger entschieden. Tatsächlich könnte Metro Entscheidungen bei der Tochter schneller durchsetzen, wenn Kellerhals nicht zustimmen müsste.

  • Was die Gerichte entschieden haben

    Das Landgericht Ingolstadt hat die Einrichtung des Beirats im Herbst 2011 bei MediaSaturn zwar erlaubt, dessen Funktion muss allerdings eine beratende bleiben. Damit bestätigen die Richter das Vetorecht des Gründers Kellerhals. Weil Metro Rechtsmittel dagegen einlegte, landete der Fall vor dem Oberlandesgericht. Nachdem sich das Oberlandesgericht München nach vorläufiger Rechtsauffassung nicht zuständig sah, befasst sich nun auch das Schiedsgericht mit dem Fall. Es muss entscheiden, worüber der Beirat entscheiden kann und mit welcher Mehrheit.

  • Wogegen Kellerhals noch ist

    Der Unternehmensgründer steht der Expansion mit Media-Märkten in China äußerst kritisch gegenüber. Kellerhals sagte, Metro habe ursprünglich 1000 Märkte innerhalb von fünf Jahren in China eröffnen wollen. „Wir haben bislang im Rest der Welt insgesamt 900 Märkte in 30 Jahren geschafft. Das wäre Harakiri, haben wir gesagt. Das können wir nicht mittragen.“ So habe man sich auf die bis Jahresende 2012 andauernde Testphase geeinigt.

  • Wie soll es weitergehen

    Kellerhals hat kürzlich geäußert, dass er nicht daran glaube, dass OLG oder Schiedsgericht den Streit beenden können. In diesem Fall stellt er eine weitere Zusammenarbeit mit Metro in Frage: "Wenn der Streit nicht beigelegt werden kann, müssen wir vielleicht über neue Gesellschafter nachdenken." Er gab aber zu, dass sich dies aus finanziellen Gründen schwierig gestalten würde. "Aber eine Trennung von der Metro müsste - wenn wir sie denn wollten - erst mal finanziert werden." Er selbst wolle seine Anteile behalten.

Die Metro will nun mit der Media-Saturn-Geschäftsführung beraten. Nach früheren Aussagen soll bis Ende dieses Jahres eine Entscheidung fallen. Beobachter gehen davon aus, dass Metro nicht im Alleingang Hunderte Läden eröffnet.

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„Diese Entscheidung zu China hat keine Auswirkungen auf das Geschäft von Media-Saturn in Europa. Wir werden uns nun voll und ganz auf die Aktivitäten in unseren Heimatmärkten und in den Expansionsländern konzentrieren. Gerade in der aktuellen Lage bieten sich Marktchancen, die konsequent genutzt werden müssen“, heißt es in der Mitteilung von Kellerhals. In einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Elektronikhersteller Foxconn habe Media Markt bisher sieben Märkte in der Region Shanghai eröffnet. Die zweijährige Probephase für die Elektronikkette in China laufe Ende 2012 ab.

Die Metro warf Kellerhals ihrerseits vor, sich weder nachhaltig noch konstruktiv für ein Voranbringen des China-Geschäfts engagiert zu haben. So habe er auch bereits 2011 seinen Vertreter aus den zuständigen Gremien für Media-Saturn-China zurückgezogen, erklärte ein Sprecher des Düsseldorfer Konzerns. Metro habe für Media-Saturn verschiedene Übernahmemöglichkeiten in China geprüft, bisher aber nichts Passendes gefunden. Erich Kellerhals spiele auf ein Unternehmen an, das allerdings nicht zum Verkauf gestanden habe.

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