
Das Zimmer wirkt, als käme Kurt Körber gleich zurück. Auf seinem Schreibtisch liegt noch sein Füller, daneben ein Buch. Nichts hat sich geändert in seinem Wohnhaus am Pfingstberg in Hamburg-Bergedorf, seit der Unternehmensgründer im August 1992 gestorben ist, im Alter von 82 Jahren. Auf dem Sims steht ein altes Kofferradio, an der Wand hinter dem Schreibtisch hängt ein Blumengemälde, daneben zwei beschirmte Wandleuchten, wie sie in den Fünfzigerjahren modern waren.
„Es ist schon eine besondere Atmosphäre“, schwärmt Richard Bauer, der seit Oktober 2009 das Unternehmen leitet, das Kurt Körber in Hamburg aufgebaut hat: die Körber-Gruppe, den weltweit wichtigsten Konstrukteur und Erbauer von Maschinen für die Zigarettenproduktion. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen rund 9.200 Mitarbeiter, setzte 2011 etwa 1,9 Milliarden Euro um und entwickelt nicht nur Maschinen für die Tabakindustrie, sondern auch Werkzeugmaschinen sowie Anlagen für die Papierhersteller und die Pharmabranche. „Wenn wichtige Kunden kommen, gehen wir zum gemeinsamen Abendessen in Kurt Körbers Wohnhaus“, erzählt Bauer. In den Räumen dort, schwört der Betriebswirt, sei noch der Geist des Gründers spürbar – ein besonderer Geist, der die Gruppe bis heute prägt.
Quelle: dpaBertelsmann Stiftung
Die Stiftung wurde 1977 von Reinhard Mohn gegründet Der Anteil der Stiftung am Unternehmen beträgt 78 Prozent. Die Stiftung engagiert sich in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Soziales, Unternehmenskultur, Gesundheit, Internationale Verständigung und Kultur.
Umsatz: 15,8 Mrd. Euro
Rendite: 11,7 %
Eigenkapitalquote: 35 %
Quelle: dapdWichtige deutsche Stiftungen:
Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
1967 ging das Vermögen des verstorbenen Alfried Krupp von Bohlen und Halbach in die gleichnamige Stiftung über. Die Stiftung hält derzeit einen Anteil in Höhe von 25 Prozent am Unternehmen. Präsident der Stiftung ist seit Jahrzehnten Berthold Beitz, der langjährige Generalbevollmächtigte des Krupp-Konzerns.
Umsatz: 49,1 Mrd. Euro
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 1,1
Eigenkapitalquote: 24 %
Quelle: dpaRobert Bosch Stiftung
Die Stiftung, die 1964 gegründet worden ist, hält einen Anteil in Höhe von 92 Prozent an dem Unternehmen. Der Sitz der Stiftung befindet sich in Stuttgart, im ehemaligen Wohnhaus von Robert Bosch. Gesundheit und Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur, Völkerverständigung, Bildung und Gesellschaft sind die Hauptschwerpunkte der Stiftung.
Umsatz: 47,3 Mrd. Euro
Rendite: 7,4
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 8,1
Eigenkapitalquote: 50 %
Quelle: dpaElse-Kröner-Fresenius-Stiftung
1983 gründete Else Kröner die Stiftung, die 29 Prozent am Unternehmen hält. Zunächst erhielt die Stiftung ein Startkapital in Höhe 50.000 Mark. Nach dem Tod von Else Kröner, die überraschend im Alter von 63 starb, erhielt die Stiftung ihr komplettes Privatvermögen: unter anderem 95 Prozent des Fresenius-Stammkapitals. Ziel der Stiftung ist unter anderem die Förderung medizinischer Projekte und Forschungen, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sein sollen.
Umsatz: 16 Mrd. Euro
Rendite: 15,1 %
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 1,5
Eigenkapitalquote: 38 %
Quelle: dpaZeppelin-Stiftung
Die Stiftung hält 94 Prozent an der ZF Friedrichshafen AG. Gegründet wurde sie 1908 von Ferdinand Graf von Zeppelin aus einer Vielzahl von Bürgerspenden. 1947 fiel das Stiftungsvermögen an die Stadt Friedrichshafen, die die Stiftung weiterführt. Sie unterstützt mildtätige und gemeinnützige Zwecke, beispielsweise in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur.
Umsatz: 12,9 Mrd. Euro
Rendite: 5,2 %
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 5,0
Eigenkapitalquote: 37 %
Quelle: dpaCarl Zeiss
Die Stiftung hält einen Anteil in Höhe von 100 Prozent am Unternehmen. Gegründet wurde sie 1889 von Ernst Abbe, der sie nach seinem 1888 verstorbenen Geschäftspartner Carl Zeiss benannte. Der Zweck der Stiftung: Die wirtschaftliche Sicherung der Unternehmen Carl Zeiss und Jenaer Glaswerke und die soziale Verpflichtung gegenüber den Mitarbeitern. Zudem soll die Forschung und die Lehre in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaft gefördert werden.
Umsatz: 4,2 Mrd. Euro
Rendite: 14,3 %
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 8,5
Eigenkapitalquote: 28 %
Quelle: dpaCarl Zeiss Stiftung
Die Stiftung hält 100 Prozent an dem Unternehmen Jenaer Glaswerk Schott & Genossen.
Umsatz: 2,9 Mrd. Euro
Rendite: 6,5 %
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 3,0
Eigenkapitalquote: 25 %
Quelle: dpaDiehl Stiftung
Die Stiftung wurde 1902 gegründet, seit 1998 wird das Unternehmen als Familienstiftung & Co. KG geführt.
Umsatz: 2,7 Mrd. Euro
Rendite: 6,5 %
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 9,2
Eigenkapitalquote: 22 %
Quelle: dpaKörber Stiftung
Gegründet wurde die Stiftung im Jahr 1959, sie ist heute alleinige Aktionärin der Körber AG. Ihre Engagements liegen in den Bereichen Internationale Politik, Bildung, Wissenschaft, Gesellschaft und Junge Kultur.
Umsatz: 1,7 Mrd. Euro
Rendite: 10,8 %
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz: 5,6
Eigenkapitalquote: 58 %
Bertelsmann Stiftung
Die Stiftung wurde 1977 von Reinhard Mohn gegründet Der Anteil der Stiftung am Unternehmen beträgt 78 Prozent. Die Stiftung engagiert sich in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Soziales, Unternehmenskultur, Gesundheit, Internationale Verständigung und Kultur.
Umsatz: 15,8 Mrd. Euro
Rendite: 11,7 %
Eigenkapitalquote: 35 %
Körbers Verpflichtung
Schon wenige Jahre nach der Gründung seines Unternehmens 1946 war Kurt Körber überzeugt: „Wer die Freiräume und kreativen Kräfte der sozialen Marktwirtschaft nutzt, hat auch die Verpflichtung, zu ihrem Erhalt und ihrer Fortentwicklung beizutragen, und sollte auf freiwilliger Basis Teile seines Vermögens der Gesellschaft wieder zuführen.“ Darum rief er 1959 die Körber-Stiftung ins Leben, die sich in Bildung und Wissenschaft, in Politik und Gesellschaft engagieren soll. Seit dem Tod des kinderlosen Gründers 1992 ist sie die alleinige Gesellschafterin der Körber-Unternehmensgruppe. Ein profitorientierter Konzern in der Hand einer gemeinnützigen Stiftung?

„Das ist kein Widerspruch, nur ein unglaublich schmaler Grad“, sagt Stiftungschef Christian Wriedt. „Das Unternehmen braucht Geld zum Investieren, und die Stiftung braucht Geld zum Wachsen.“ Rund 14 Millionen Euro gibt sie jährlich für gemeinnützige Arbeiten aus. „Wir sind eine operative Stiftung“, sagt Wriedt. Im Gegensatz zu zu einer reinen Förderstiftung betreibt sie eigene Projekte. „Wir können den Geldhahn nicht auf- und zudrehen wie eine Förderstiftung, die notfalls weniger Förderanträge genehmigt.“
Rund 200 Menschen arbeiten für die Stiftung, darunter 94 Hauptamtliche. „Und es gibt Verpflichtungen bei Kooperationen, die wir eingegangen sind“, sagt Wriedt. „Wenn wir ein Haushaltsvolumen von 14 bis 17 Millionen Euro im Jahr verarbeiten, brauchen wir etwa 22 Millionen Euro an Einkünften, da ich als Stiftung ja ein Drittel in die Rücklagen stellen darf.“













