Konsumgüter-Hersteller: Aktivistischer Investor steigt bei Danone ein

Konsumgüter-Hersteller: Aktivistischer Investor steigt bei Danone ein

, aktualisiert 15. August 2017, 11:33 Uhr
von Christoph KapalschinskiQuelle:Handelsblatt Online

Zuvor traf es Nestlé und Procter & Gamble: Wieder ist ein aggressiver US-Fonds bei einem Konsumgüterkonzern eingestiegen, diesmal bei Danone. Forderungen des Investors Corvex gibt es keine, aber das könnte sich ändern.

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Der französische Milchkonzern muss sich auf Gegenwind durch einen aktivistischen US-Investor einstellen.

Jetzt also Danone: Auch bei dem französischen Molkerei-Konzern mischt ein aktivistischer Investor mit – wie zuvor schon bei Nestlé. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg hat der Fonds Corvex für rund 340 Millionen Euro Aktien gekauft. Konkrete Forderungen stellt Corvex demnach noch nicht – schließt diese für die Zukunft aber nicht aus.

Danone gilt im Vergleich zu anderen Konsumgüterriesen als niedrig bewertet. Daher kamen zuletzt auch schon Spekulationen auf, die Franzosen könnten zum Übernahmeobjekt werden – etwa für Kraft Heinz. Der von Waren Buffett mitkontrollierte US-Konzern hatte zuletzt von Unilever eine Absage kassiert und ist wohl weiterhin auf der Suche nach Zukäufen.

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Der Danone-Aktie schadet das natürlich nicht: Sie legte am Dienstag deutlich zu. Corvex-Mastermind Keith Meister hat damit bereits ein erstes Ziel erreicht. Laut Bloomberg geht Meister davon aus, dass der Danone-Kurs zulegt, wenn sich der Konzern mehr auf den Gesundheitstrend fokussiert – was Danone-Chef Emmanuel Faber ohnehin schon angekündigt hat. Zunächst plane Meister keine öffentlichen Forderungen. Das könne sich aber ändern.

Nestlé Warum die Investoren-Kritik am Nestlé-Kurs zu spät kommt

Ein aktivistischer Investor erklärt Nestlé-Konzernchef Mark Schneider, wie er mehr Rendite herausholen soll. Doch damit ist er zu spät dran: Seine Ideen aber werden weitgehend schon umgesetzt.

Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider. Quelle: REUTERS

Seit das organische Wachstum in der Branche wegen der weltweiten Konsumflaute schwächelt, geraten immer neue Konzerne ins Visier von Aktivisten. Sie verlangen vom jeweiligen Management einen neuen Kurs, um kurzfristig den Aktienwert nach oben zu treiben. Danone ist dafür nur das jüngste Beispiel.

Gerade die Branchenriesen müssen offenbar zum Jagen getragen werden: 3G ist zusammen mit Star-Investor Warren Buffett beim Ketchupkonzern Heinz eingestiegen, hat ihn mit Kraft vermählt und zwischenzeitlich versucht, Unilever mit ins Boot zu holen. Bei Nestlé hat Investor Daniel Loeb mit seinem Einstieg vor wenigen Wochen bereits ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm erreicht.

Und die deutsche Milliardärsfamilie Reimann gehört zu den Treibern hinter dem Plan, aus dem Kaffeekonzern Dove Egberts und Jacobs-Kaffee ein weltweites Imperium zu formen.

Selbst der Kauf des US-Lebensmittelhändlers Whole Foods durch Amazon geht auf den Druck von Aktivisten zurück: Jana Partners war erst im Frühjahr bei Whole Foods eingestiegen und gewinnt mit dem Deal mehrere Hundert Millionen Dollar.

Meisters Fonds Corvex ist derzeit auch bei Clariant aktiv, wo er die geplante Fusion mit Huntsman verhindern will. Bei Nestlé war zuletzt der US-Investor Daniel Loeb eingestiegen. Er fordert unter anderem, der Nahrungsmittelkonzern solle sich von seinen L'Oréal-Aktien trennen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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