Quelle: dpaDeutschlands Kult-Limonaden
Bionade
„Das weltweit einzigartige alkoholfreie Erfrischungsgetränk, das rein biologisch hergestellt“ ist, rühmt sich Bionade selbst. Die Biobrause, die wie Bier gebraut wird, wurde 1995 im bayerischen Ostheim vom Diplom-Braumeister Dieter Leipold entwickelt. Alle Zutaten versichert die Bionade GmbH sind biologisch abbaubar.
Bionade entwickelte sich schlagartig zum Kultgetränk: 2002 verkaufte das Unternehmen nur zwei Millionen Flaschen, fünf Jahre später waren es dann schon 200 Millionen. Dann brach der Umsatz 2008 ein. Nachdem zunächst die Familien Kowalsky und Leipold das Unternehmen gemeinsam führten, wurde dann der Mineralwasser-Hersteller Rhön-Sprudel mit 70 Prozent Mehrheitseigner. 2009 übernahm die Oetker-Tochter Radeberger diese Anteile. 2012 soll die Biobrause komplett in den Besitz von Radeberger übergehen.
Quelle: Jane MejdahlOrangina
Erst schütteln, dann trinken – das ist Orangina. Die Franzosen lieben die Orangen-Limoande mit Fruchtfleisch. So sehr, dass es Coca-Cola bis heute nicht gelungen ist, in Frankreich einen ähnlich großen Markteinfluss zu bekommen wie in anderen Ländern. Seit 2006 gehört Orangina zur Investorengruppe Lion Capital und Blackstone. In Deutschland wird Orangina über die Krombacher Brauerei vertrieben.
Markenzeichen der Limonade, die ein spanischer Apotheker 1935 erstmals auf einer Messe in Marseille präsentierte, ist die bauchige Flasche, die an die kugelrunden Orangen erinnern soll. Der Franzose Leon Beton erwirbt das Rezept und produziert Orangina zunächst für den algerischen Markt, erst nach dem zweiten Weltkrieg (1947) kommt die Limonade nach Frankreich.
Quelle: Axel SchwenkeFritz-Kola
"Vielviel Koffein und weniger süß": Fritz-Kola hat fast dreimal soviel Koffein wie die gewöhnliche Cola – mit einem Hauch Zitrone. Hinter Fritz-Kola stehen Lorenz Hampl und Mirco Wolf Wiegert. Sie wollen mit dem Label gegen Colamonopole, Plastikflaschenschrott und Dauer-Coolness angehen. 2003 werden die ersten 170 Kisten Fritz-Cola produziert.
Was die Bilanz angeht halten sich die Hamburger bedeckt, feststeht, der Laden läuft. Aus der Garagen-Firma ist ein Unternehmen mit 20 Mitarbeiter und einem Umsatz von 2,6 Millionen Euro geworden (Stand Sommer 2010).
Quelle: PressebildAfri Cola
Die Limonade der Trendsetter und Szenegänger. Seit 1999 liegen die Markenrechte für Afric Cola bei der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG. Sie erwarb die Kultmarke – und ramponierte sie erst einmal. Die neuen Eigentümer veränderten die Rezeptur so stark, dass die einstigen Fans Sturm dagegen liefen und sogar ein Konkurrenzprodukt auf den Markt brachten.
Seit 2006 gibt es Afri Cola in der markanten Taillen-Flasche mit den zwei seitlichen Einbuchtungen wieder mit Original-Koffeinwert von 25 mg/100 ml und ist wieder weniger süß. Exportiert wird offiziell nach Österreich, in die Schweiz, Tschechien, Saudi-Arabien, Ghana, Frankreich und Südafrika.
Quelle: PressebildSinalco
2005 feierte die Limonade ihren 100. Geburtstag. Der Name kommt vom lateinischen Begriff für „ohne Alkohol“ – sine alcohole. Sinalco ist ein natürliches Fruchtgetränk aus Südfrüchten und einheimischen Obstarten . In den 50er- bis 70er Jahren ist Sinalco der Inbegriff für die Gattung Limonade. Der Jingle „Die Sinalco Schmeckt“, komponiert auf die Melodie des Flohwalzers machen die Brause berühmt.
1994 erwirbt die RheinfelsQuellen H. Hövelmann die Sinalco-Rechte und starten den Relaunch der Kultlimonade. Mit Erfolg - 2010 setzte Hövelmann 147,6 Millionen Euro um.
Quelle: PressebildVitaCola
Die ostdeutsche Traditionsmarke VitaCola ist in den neuen Ländern nach Herstellerangaben die zweitbeliebteste Koffein-Brause nach Coca-Cola. Die Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH haucht der einstigen DDR-Marke 1994 im thüringischen Schmalkalden neues Leben ein. Ab diesem Zeitpunkt ist VitaCola in ganz Deutschland erhältlich. 2008 feiert die Kult-Cola ihr 50-jähriges Bestehen.
Quelle: PressebildBluna
„Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?“ Mit diesem Slogan erreichte Bluna Mitte der 90er Jahre wieder ernorme Bekanntheit. In den 50er Jahren war die Limonade von Afri-Cola-Erfinder Karl Flach ein echter Verkaufsschlager, geriet zwischenzeitlich aber in Vergessenheit.
1952 brachte das Unternehmen F. Blumhoffer Nachfolger die Marke heraus. Die Rechte liegen seit 1994 bei der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG.
Quelle: PressebildClubMate
Club Mate ist ein mit viel Kohlensäure versetzter Mate-Eistee. Mate wird aus Yerba-Tee, einer jahrhundertealte Urwaldpflanze aus Südamerika gemacht. In weiten Teilen Südamerikas gilt Mate-Tee als Nationalgetränk.
Seit 1994 liegt die Lizenz für ClubMate bei der Brauerei Loscher aus Münchsteinach. Hergestellt wird das Mate-Getränk bereits seit 1924, damals unter dem Namen „Sekt-Bronte“.
Quelle: PressebildAlmdudler
Das Familienunternehmen Klein ist Erfinder und Hüter der Marke Almdudler - leicht erkennbar am Etikett mit dem Trachtenpärchen. Die Kräuterlimonade aus Kräuterextrakten, Mineralwasser, Zucker und Zitrone soll eiskalt, ohne Glas und nicht gemischt getrunken werden – das rät zumindest der Hersteller.
1957 bringt Erwin Klein die Kräuterlimonade auf den österreichischen Markt. Der Name kommt vom Begriff „auf der Alm dudeln“, einem Wiener Begriff für das Jodeln.
Deutschlands Kult-Limonaden
Bionade
„Das weltweit einzigartige alkoholfreie Erfrischungsgetränk, das rein biologisch hergestellt“ ist, rühmt sich Bionade selbst. Die Biobrause, die wie Bier gebraut wird, wurde 1995 im bayerischen Ostheim vom Diplom-Braumeister Dieter Leipold entwickelt. Alle Zutaten versichert die Bionade GmbH sind biologisch abbaubar.
Bionade entwickelte sich schlagartig zum Kultgetränk: 2002 verkaufte das Unternehmen nur zwei Millionen Flaschen, fünf Jahre später waren es dann schon 200 Millionen. Dann brach der Umsatz 2008 ein. Nachdem zunächst die Familien Kowalsky und Leipold das Unternehmen gemeinsam führten, wurde dann der Mineralwasser-Hersteller Rhön-Sprudel mit 70 Prozent Mehrheitseigner. 2009 übernahm die Oetker-Tochter Radeberger diese Anteile. 2012 soll die Biobrause komplett in den Besitz von Radeberger übergehen.
„Die Radeberger Gruppe und die sympathische Marke Bionade aus Ostheim vor der Rhön rücken in Zukunft noch enger zusammen: Peter und Stephan Kowalsky trennen sich von ihrem 30 Prozent Anteil an dem Joint Venture mit der Radeberger Gruppe. Die Gründerfamilie zieht sich mit diesem Schritt aus dem Unternehmen zurück“, teilt die Frankfurter Getränke-Tochter des Bielefelder Oetker-Konzerns heute Morgen mit.
Um es gleich zu sagen: Ich gehöre nicht zu denen, die mit Bionade irgendwelche Emotionen verbinden. Bionade war mir immer schnuppe, und auch nie sympathisch. Und jetzt, wo Bionade endgültig im laut Eigenwerbung „einzigartigen Markenportfolio“ der Radeberger-Gruppe untergeht, muss ich sagen: Na und?
Bionade war ein Trend, eine Modeerscheinung. Und Moden und Trends sind irgendwann zu Ende. Zum Glück. Sonst würden wir heute immer noch mit bunten Sakkos, Minipli oder Schulterpolstern durch die Gegend rennen und Eckes-Edelkirsch trinken.
Symbol für Kommerz und Moral
Seit Jahren schon gingen mir die Heldengeschichten und anschließend der tränenreiche Niedergang der Marke ziemlich auf die Nerven.
Was wurde in diese bitter schmeckende, überteuerte Brause nicht alles hineininterpretiert: Gesund, biologisch, wohlschmeckend. Ein Symbol für urbanen Lebensstil, das Ethik und Luxus, Kommerz und Moral in einer Pulle vereint.
FAQ - Das Kultgetränk Bionade
Die erste Bio-Limonade
Nach Angaben des Unternehmens war Bionade die erste Limonade, die ökologisch hergestellt wurde. 1995 entstand die Biobrause im bayerischen Ostheim. In der Privatbrauerei Peter entwickelte Diplom-Braumeister Dieter Leipold die Rezeptur für das heutige Kultgetränk. Die Zutaten sind laut Bionade GmBH alle biologisch angebaut. Die Biobrause wird nach dem gleichen Gärungsprinzip hergestellt wie beim Bierbrauen. Der zentrale Unterschied: Der Zucker wird nicht zu Alkohol vergärt.
Die Umsatzentwicklung
Nach zehn Jahren etablierte sich Bionade auf dem Markt und entwickelte sich rasant zum Kultgetränk. Während der Umsatz 2003 bei rund zwei Millionen Flaschen lag, stieg er 2004 auf sieben Millionen Flaschen. 2005 ging es dann in den zweistelligen Millionen Bereich bis man ein Jahr später bereits den Verkauf von 70 Millionen und 2007 dann den Verkauf von rund 200 Millionen Flaschen vermelden konnte. Dann brach der Umsatz ein: 2008 verkauften sich etwa 150 Millionen Bionade-Flaschen. Danach ging der Umsatz weiter zurück. 2011 soll es erstmals wieder aufwärts gegangen sein, sagt Radeberger.
Das Bionade-Sortiment
Heute gibt es die Biobrause Bionade insgesamt in fünf Geschmacksrichtungen: Quitte, Litschi, Holunder, Kräuter und Ingwer-Orange.
Ach ja, ein politisch-korrektes Kultgetränk war Bionade natürlich auch, Lebensbegleiter für Lohas, Durstlöscher für eine ganze Generation. „Wo Red Bull biochemisch konkret die Körpersäfte in Wallung bringt, wirkt Bionade eher auf das geistige Zentrum des Verbrauchers. Mentales Wohlbefinden beim Konsum“, sprudelte es aus einem Journalistenkollegen.
Ich kann mich an Zeiten erinnern, als ich im Hochsommer in einer selbsternannten Düsseldorfer-Szene-Kneipe mit hipper Außengastronomie einfach nur eine Sprite, Pepsi oder Fanta zischen wollte. Ging aber nicht. "Trink Bionade!" schrieb das gastronomische Diktat vor. Soll der Wirt sie doch selber trinken!













