Ladenschluss: Handel warnt vor Kürzung der Öffnungszeiten

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Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen prüft eine Einschränkung der Öffnungszeiten. Das wollen unter anderem Douglas-Holding-Chef Henning Kreke und Kaufhof-Chef Lovro Mandac nicht. Die Kölner Rewe-Gruppe wäre allerdings am stärksten von verkürzten Öffnungszeiten betroffen

Handelsunternehmen wie Kaufhof, Rewe, Kaufland, Real und Douglas wehren sich gegen die Überlegungen der nordrhein-westfälischen Landesregierung, die liberalen Öffnungszeiten im Land wieder zu reduzieren.

Kaufhof-Chef Lovro Mandac warnt vor einem „herben Rückschlag für den Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen“. Werde „aus dem Ladenöffnungsgesetz wieder ein Ladenschlussgesetz“, wäre das eine „unzumutbare Gängelung der Konsumenten“ und angesichts veränderter Lebens- und Konsumgewohnheiten „völlig widersinnig“. Statt einer Diskussion um die Reduzierung der verkaufsoffenen Sonntage fordert Mandac vielmehr „eine breite gesellschaftliche Debatte über die Lockerung des Verkaufsverbots an Sonntagen“. Mandac: „Dies entspricht dem Wunsch vieler Verbraucher.“

Auch die SB-Warenhausbetreiber Real und Kaufland wenden sich gegen Einschränkungen: „Mittlerweile haben sich die verlängerten Öffnungszeiten etabliert“, durch die Liberalisierung zudem neue Mitarbeiter eingestellt oder bestehende Verträge aufgestockt worden, teilte Kaufland mit. Henning Kreke, Vorstandschef der Douglas-Holding, hatte vor kurzem bereits öffentlich dafür plädiert, „dass das bestehende Gesetz nicht geändert wird. Wir wollen selbst entscheiden können, wie wir unsere Ressourcen einsetzen.“ Die Kölner Rewe-Gruppe wäre nach Recherchen der WirtschaftsWoche am stärksten von verkürzten Öffnungszeiten betroffen. Von 384 Rewe-Märkten in NRW haben 57 Märkte bis 24 Uhr auf. Insgesamt erwirtschaftet die Rewe-Gruppe von 20 bis 24 Uhr zwölf Prozent ihres NRW-Gesamtumsatzes.

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Die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen überlegt derzeit, die Öffnungszeiten zum Beispiel unter der Woche auf 22 Uhr oder 20 Uhr zu begrenzen. Auch für die Wochenenden werden Einschränkungen diskutiert, ebenso wie für die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi hat die Liberalisierung beim Ladenschluss Klein- und Mittelbetriebe zusätzlich unter Konkurrenzdruck gesetzt. Liberalisierung heiße, „die Großen fressen die Kleinen“, warnt Ulrich Dalibor, Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel beim Verdi-Bundesvorstand. Dalibor erwartet, dass die Debatte in NRW „eine Signalwirkung für andere Bundesländer“ haben wird.

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