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Ladenschluss: Handel warnt vor Kürzung der Öffnungszeiten

von Harald Schumacher, Konrad Fischer, Henryk Hielscher und Ina Karabasz

Handelsunternehmen wie Kaufhof, Rewe, Kaufland, Real und Douglas wehren sich gegen die Überlegungen der nordrhein-westfälischen Landesregierung, die liberalen Öffnungszeiten im Land wieder zu reduzieren.

Rewe-Filiale mit Öffnungszeiten von 7 Uhr bis 24 Uhr Quelle: dpa
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen prüft eine Einschränkung der Öffnungszeiten. Das wollen unter anderem Douglas-Holding-Chef Henning Kreke und Kaufhof-Chef Lovro Mandac nicht. Die Kölner Rewe-Gruppe wäre allerdings am stärksten von verkürzten Öffnungszeiten betroffen Quelle: dpa

Kaufhof-Chef Lovro Mandac warnt vor einem „herben Rückschlag für den Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen“. Werde „aus dem Ladenöffnungsgesetz wieder ein Ladenschlussgesetz“, wäre das eine „unzumutbare Gängelung der Konsumenten“ und angesichts veränderter Lebens- und Konsumgewohnheiten „völlig widersinnig“. Statt einer Diskussion um die Reduzierung der verkaufsoffenen Sonntage fordert Mandac vielmehr „eine breite gesellschaftliche Debatte über die Lockerung des Verkaufsverbots an Sonntagen“. Mandac: „Dies entspricht dem Wunsch vieler Verbraucher.“

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Auch die SB-Warenhausbetreiber Real und Kaufland wenden sich gegen Einschränkungen: „Mittlerweile haben sich die verlängerten Öffnungszeiten etabliert“, durch die Liberalisierung zudem neue Mitarbeiter eingestellt oder bestehende Verträge aufgestockt worden, teilte Kaufland mit. Henning Kreke, Vorstandschef der Douglas-Holding, hatte vor kurzem bereits öffentlich dafür plädiert, „dass das bestehende Gesetz nicht geändert wird. Wir wollen selbst entscheiden können, wie wir unsere Ressourcen einsetzen.“ Die Kölner Rewe-Gruppe wäre nach Recherchen der WirtschaftsWoche am stärksten von verkürzten Öffnungszeiten betroffen. Von 384 Rewe-Märkten in NRW haben 57 Märkte bis 24 Uhr auf. Insgesamt erwirtschaftet die Rewe-Gruppe von 20 bis 24 Uhr zwölf Prozent ihres NRW-Gesamtumsatzes.

Die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen überlegt derzeit, die Öffnungszeiten zum Beispiel unter der Woche auf 22 Uhr oder 20 Uhr zu begrenzen. Auch für die Wochenenden werden Einschränkungen diskutiert, ebenso wie für die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi hat die Liberalisierung beim Ladenschluss Klein- und Mittelbetriebe zusätzlich unter Konkurrenzdruck gesetzt. Liberalisierung heiße, „die Großen fressen die Kleinen“, warnt Ulrich Dalibor, Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel beim Verdi-Bundesvorstand. Dalibor erwartet, dass die Debatte in NRW „eine Signalwirkung für andere Bundesländer“ haben wird.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.02.2012, 21:18 UhrAnonymer Benutzer: Pvt._Michael

    Die Freiheit des Bürgers kostet aber das Geld des Steuerzahlers denn der darf ja dann den Minijobbern Hartz IV aufstocken. Diese ganzen Minijob und Teilzeitstellen gehen zu Lasten von Vollzeitstellen, die ihren Angestellten noch ernähren konnten und dafür sorgten das noch Sozialabgaben in die Kasse kommen. Der freie Bürger ist übrigens auch nicht frei genug diese Jobs zu erhalten denn das würde heissen das er weg von der "Geiz ist geil" Mentalität müsste und den Mehraufwand auf den Preisen wiederfinden würde. Dieses ganze Gerede um Arbeitsplätze, die das schafft ist längst widerlegt und noch heute mobbt man Vollzeitler aus den Betrieben um aus den Stellen Minijobs zu machen.

  • 29.01.2012, 22:15 UhrAnonymer Benutzer: maja

    also eines kann ich euch allen sagen: von wegen personal wird und wurde eingestellt! unser sb-warenhaus hatte auch bis 24 uhr geöffnet aber personal zusätzlich, wo war es denn?? ab 22 uhr war es ein pardies für unsere mitmenschen die kostenlos einkaufen gingen, weil ja auch die hausdedektive spätestens 22 uhr schicht hatten und personal suchte man vergebens.

    ps: ich bin für die rundum öffnungszeiten und um personalkosten zu sparen schlage ich die ein-mann besetzung ,den hausleiter vor...

  • 23.01.2012, 12:22 UhrAnonymer Benutzer: Gast

    "Das Geld, was die Leute ausgeben können wird ja nicht mehr!".

    Und genau das ist der Denkfehler. Dadurch, dass einige Läden bis 24 Uhr geöffnet haben, wurden und werden sehr viele neue Arbeitsplätze geschaffen, auch wenn es "nur" 400 Euro Jobs oder Teilzeitkräfte sind (Verkäuferinnen, Reinigungspersonal, Wachpersonal, ...). Diese Leute verdienen Geld, welches zusätzlich dem Konsum zur Verfügung steht.
    Auch ihr Argument "nützen aber letzlich auch nicht den Großen" wird im Bericht ja eindeutig widerlegt. REWE erwirtschaftet 12% des Gesamtumsatzes in NRW in der Zeit von 20-24 Uhr.

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