Lambertz: "Wir machen doch kein Weihnachtsgebäck"

Lambertz: "Wir machen doch kein Weihnachtsgebäck"

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Laut Lambertz-Chef Bühlbecker sind Printen, Lebkuchen und Dominosteine kein Weihnachtsgebäck

von Mario Brück

Das Saisongeschäft von Mitte September bis Ende Dezember bescherte dem Gebäckhersteller Lambertz wieder mal ein feines Plus. Dabei machen die Aachener doch gar kein Weihnachtsgebäck.

"Früher habe ich die Pressekonferenz Anfang Oktober immer genutzt, um auf unsere Produkte aufmerksam zu machen. In diesem Jahr musste ich das nicht", sagt Hermann Bühlbecker, Inhaber der Aachener Lambertz-Gruppe, einem der größten europäischen Herstellern von Lebkuchen, Dominosteinen, Zimtsternen, Printen, Gebäckmischungen und Spekulatius.

In diesem Jahr war ihm eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zuvorgekommen. Mit dem Ergebnis: Gut drei Monate vor Heiligabend sind die meisten Bundesbürger vom weihnachtlichen Warenangebot in den Geschäften genervt. Fast jeder Dritte in Deutschland wünscht sich deshalb ein Verbot für Lebkuchen, Glühwein und Weihnachtslieder in den Läden vor einem bestimmten Stichtag im Jahr.

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Bühlbecker amüsiert das Ergebnis der Umfrage. Schließlich sei wieder einmal alles in einen Topf geworfen worden: Weihnachtsdekoration, Weihnachtsmusik, Schoko-Nikoläuse, Tannenbaumschmuck, Glühwein und Zimtsterne. Und stellt klar: „Wir stellen gar kein Weihnachtsgebäck her. Es handelt sich um Herbstgebäck.“

Schließlich habe kein einziges seiner Produkte ein weihnachtliches Symbol oder werde mit weihnachtlichen Motiven beworben. Und Eis dürfte man schließlich auch das ganze Jahr über Essen. Und die Polen essen das ganze Jahr über Lebkuchen, die Holländer ihren Honigkuchen.

Nicht zu vergessen: Das ganze Jahr über werde in Cafes, Hotels oder Restaurants ein kleiner, verpackter Spekulatius zum Kaffee gereicht.  Aber das wichtigste überhaupt ist für Bühlbecker, dass der Verbraucher die Produkte nachfrage.

Saisonale Produkte legen stark zu

Und das tut er offensichtlich: Im vergangenen Geschäftsjahr 2013/2014 (30.6.) konnte die Firmengruppe mit sieben Fabriken und rund 3500 Mitarbeitern den Umsatz um vier Prozent auf 585 Millionen Euro steigern. Während das Geschäft mit den Produkten, die ganze Jahr über angeboten werden wie etwa Keksmischungen oder Bio-Gebäck, nur um knapp vier Prozent zulegte, stammte das deutlichere Wachstum eben aus dem Geschäft mit den saisonalen Produkten, die zwischen September und Dezember in die Regale des Handels kommen. Zimtsterne, Printen & Co. legten um 4,5 Prozent zu.  

In die deutschen Supermärkte und Discounter wird zwischen September und Dezember zusätzliche Ware im Wert von rund einer Milliarde Euro gekarrt. Alleine 600 Millionen Dominosteine verputzen die Deutschen in den knapp vier Monaten.

Lambertz wurde 1688 gegründet und ist seit Beginn der Neunziger Jahre rasant gewachsen. Von knapp 50 Millionen Ender der Achtzigerjahre auf heute knapp 600 Millionen Euro.

In dieser Zeit hat Bühlbecker immer wieder Unternehmen übernommen, wie etwa die Nürnberger Lebkuchen-Spezialisten Haeberlein-Metzger und Weiss oder vor wenigen Monaten erst den traditionsreichen sächsischen Stollen- und Russisch-Brot- Hersteller Dr. Quendt.

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Für das laufende Geschäftsjahr erhofft sich Bühlbecker ein kleines Umsatzplus im allenfalls stagnierenden Gebäckmarkt. Bühlbecker: „Man darf das ja eigentlich gar nicht sagen: Aber er ist auch eine Leistung, wenn man das Niveau hält.“   

Zum ohnehin gesättigten Markt gesellen sich in diesem Jahr zusätzlich noch gestiegene Rohstoffpreise für Kakao. Nicht Mehl, nicht Zucker, nein Kakao sei der wichtigste Rohstoff für Lambertz, sagt Bühlbecker. Und dieser Markt sei unberechenbarer denn ja geworden. Es gebe Rekordernten und trotzdem würden die Preise explodieren.

Für Unsicherheiten in den Planungen sorge auch die Situation in Russland und der Ukraine. „Gerade erst sind wir mit unseren Produkten in zwei russischen Handelsketten gelistet worden.“ Wie sich das aber nun entwickelt, dass stehe in den Sternen.  

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