Landwirtschaft: Bauern klagen über Gewinneinbrüche

Landwirtschaft: Bauern klagen über Gewinneinbrüche

Nach stabilen Jahren sind die deutschen Landwirte hart ins Minus gerutscht. Der Bauernverband klagt über einen „drastischen“ Einbruch der Einnahmen. Weitere Fusionen von Supermärkten sehen die Bauern kritisch.

Die Gewinne der deutschen Bauern sind angesichts gesunkener Weltmarktpreise und politischer Barrieren beim Export nach Russland massiv eingebrochen. Im vergangenen Wirtschaftsjahr 2014/15 sackte das Unternehmensergebnis im Schnitt um 35 Prozent auf 43.300 Euro ab, wie der Bauernverband am Dienstag mitteilte. Davon sind noch Investitionen zu finanzieren. „Die Situation ist schwierig“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Allein Wein- und Ökobauern konnten sogar zulegen. Insgesamt erwartet der Verband auch für die ersten Monate 2016 keine durchgreifende Verbesserung.

Die wirtschaftliche Lage der Betriebe bleibe weiterhin angespannt, sagte Rukwied. Bei den Investitionen sei nochmals ein deutlicher Rückgang zu erwarten. Der Bauernpräsident kritisierte angesichts dieser Situation, dass Ernährungsindustrie und Handel zu niedrigen Preisen Lebensmitteln einkaufen könnten - die Gewinnspannen, die am Ende aus Ladenpreisen für die Kunden resultieren, hätten sich aber bei mehreren Produkten vergrößert. Dies gehe zulasten der Bauern.

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Vom Gewinneinbruch sind fast alle landwirtschaftlichen Bereiche erfasst. So verbuchten die Ackerbauern ein Minus von 22 Prozent auf 60 000 Euro, bei Milchviehbetrieben von 44 Prozent auf 38.800 Euro. Der russische Einfuhrstopp für Agrarprodukte als Reaktion auf EU-Sanktionen wegen der Ukraine-Krise schlug besonders hart auf die Obstbauern durch, deren Gewinne sich halbierten. Gegen den Trend die Erträge steigern konnten die Weinbauern (plus vier Prozent). Der Ökolandbau legte um elf Prozent zu, auch dank stabiler Preise.

Für die Berechnungen wurden Buchführungsergebnisse von knapp 14.000 Betrieben ausgewertet. Sie beziehen sich auf das Wirtschaftsjahr 2014/15, das von Juli 2014 bis Ende Juni 2015 lief. Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit noch rund 286.000 Höfe.

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