Lebensmittel: Preiskampf am Gemüseregal

Lebensmittel: Preiskampf am Gemüseregal

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Gesunde Ernährung ja, aber bitte zu günstigen Preisen. Hersteller und Handel kommen den Wünschen der Kunden nach - bis die Schmerzgrene erreicht ist.

von Marcel Berndt

Der Kunde ist der lachende Dritte: Mit niedrigen Preisen kämpfen die wenigen großen Handelsunternehmen im deutschen Lebensmittelmarkt um Marktanteile. Dabei leiden vor allem die vielen mittelständischen Hersteller unter dem Preisdiktat der Handelsriesen.

Billig, so mögen die Deutschen ihr Essen am liebsten. Der Preis hat am Supermarktregal bei 51 Prozent der Deutschen Priorität, bei 49 Prozent ist es die Qualität. „Die Verbraucher in Deutschland sind sehr preissensibel, es ist ihnen aber auch sehr leicht gemacht worden“, sagt Dietmar Pech-Lopatta von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung GfK, von der die Zahlen stammen.

Die deutschen Lebensmittelhändler kommen dem Wunsch ihrer Kunden nach günstigen Produkten nämlich sehr entgegen. Deshalb liegt der  Preisanstieg bei Nahrung stets unter der allgemeinen Teuerungsrate. Laut der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) sind von 1980 bis 2010 die Preise für Konsum generell um 87 Prozent gestiegen, bei den Verbraucherpreisen für Lebensmittel waren es gerade mal 52 Prozent.

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Der Lebensmitteleinzelhandelsmarkt ist umkämpft, wenige große Akteure rangeln sich um Marktanteile. 154 Milliarden Euro erzielte der deutsche Lebensmittelhandel im Jahr 2010. Allein die drei größten Unternehmen, Edeka, Rewe und Metro verdienten 111,19 Milliarden Euro. Um bei dieser Marktlage Kundschaft anzulocken und die Waren vergleichsweise günstig anbieten zu können, müssen die Unternehmen auf große Preisaufschläge verzichten. „Natürlich sind im Handel die Gewinnmargen nicht die größten“, sagt Christian Böttcher, Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels. 

Ein David gegen den Handelsgoliath

Durch ihre Dominanz können die Handelsriesen allerdings auch niedrige Preise von den Produzenten verlangen. Im Gegensatz zum Handel ist die Industrie kleinteilig und von zahlreichen mittelständischen, regionalen Betrieben geprägt. Gegenüber den Handelsimperien haben sie kaum eine Chance sich in Preisverhandlungen durchzusetzen. „In der deutschen Ernährungsindustrie gibt es 4.500 Unternehmen, da hat der Handel die Auswahl.“, sagt Sabine Eichner, Geschäftsfüherin des Lebensmittel-Industrieverbands BVE.

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