Problem des Förderalismus
Quelle: dapdEHEC
Seit Mai 2011 erkrankten Menschen am gefährlichen Darmkeim EHEC. Ägyptische Bockshornkleesamen, die sich auf Salat, Tomate und Sprossen übertrugen, lösten eine Epidemie aus, die erst Ende Juni für beendet erklärt werden konnte.
Quelle: AP1997
Ein Skandal um illegale Rindfleisch-Importe aus Großbritannien verunsichert die Verbraucher. Aus Angst vor der Rinderseuche BSE werden in Deutschland tausende Tiere getötet, der Konsum von Rindfleisch geht drastisch zurück. Als Auslöser der Krankheit gilt die Verfütterung von Tiermehl und Tierfett, die 2001 europaweit verboten wurde.
Quelle: AP2002
Durch die Benutzung einer mit Pflanzengiften belasteten Lagerhalle in Malchin, Landkreis Demmin wurden durch Futtergetreide Bio-Fleisch und Bio-Eier mit dem krebserregenden Stoff Nitrofen verseucht. Der Stoff ist ein Unkraut vernichtendes Herbizid, welches seit den achtziger Jahren in Deutschland verboten ist. Die Verantwortlichen gingen straffrei aus.
Quelle: rtr2003
Dioxin-Alarm in Thüringen: Durch den wochenlangen Weiterbetrieb einer defekten Trocknungsanlage sind 2100 Tonnen Futtermittel verseucht worden und in Umlauf gekommen. Hunderte Betriebe in Deutschland und den Niederlanden sind betroffen und werden vorübergehend gesperrt. Tausende Schweine müssen geschlachtet werden.
Quelle: AP2005
Ein bayerischer Fleischhändler hat tonnenweise Geflügelabfälle aus der Schweiz importiert, umdeklariert und an Lebensmittelproduzenten verkauft. Gesundheitsgefahr besteht nicht, weil die in Lebensmittel gelangten Abfälle hoch erhitzt verarbeitet wurden. Der Unternehmer muss für vier Jahre und drei Monate in Haft.
Quelle: dpa2006
Ein Unternehmen in Oberbayern soll in großem Stil Gammel-Eier verarbeitet haben. Angeschlagene, verschmutzte und verdorbene Eier wurden bundesweit als Flüssig-Ei-Produkte an Nudelhersteller und Großbäckereien geliefert.
Quelle: dpa2008
Vergammelter Mozzarella aus Italien ist auch auf deutschen Käsetheken gelandet. Insgesamt sollen rund 11.000 Tonnen Käse mit Würmern und Mäusekot verunreinigt gewesen und europaweit als frische Ware in Supermärkten angeboten worden sein.
Quelle: dpa2010
Mit Dioxin belastetes Biofutter eines niederländischen Herstellers wird in elf Bundesländer geliefert. Vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden viele Höfe gesperrt. Akute Gesundheitsgefahr für die Verbraucher besteht jedoch nicht.
EHEC
Seit Mai 2011 erkrankten Menschen am gefährlichen Darmkeim EHEC. Ägyptische Bockshornkleesamen, die sich auf Salat, Tomate und Sprossen übertrugen, lösten eine Epidemie aus, die erst Ende Juni für beendet erklärt werden konnte.
„Aus Rücksicht auf die Agrarlobby hat Frau Aigner auf die Einführung einer verbindlichen Kontrollpflicht für alle Bestandteile von Tierfutter verzichtet“, sagt Thilo Bode, Chef der Verbraucherorganisation Foodwatch.
Die Folge: Immer wieder landet Dioxin auf unseren Tellern und reichert sich in unseren Körpern an. Das liegt nicht nur am Interesse der Agrarindustrie, die kostspieligen Kontrollen auf ein Minimum zu beschränken, sondern auch am Föderalismus. Denn die Überwachung der Futtermittel ist Ländersache – und manche Landesfürsten weigern sich beständig, die Kontrollen zu verschärfen. Kommt es schließlich zum Skandal, ist im Zweifel immer der andere schuld. „Zwischen Bund, Ländern und Gemeinden herrscht nach wie vor ein Wirrwarr an Zuständigkeiten“, kritisiert Laura Gross, Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucher Initiative in Berlin. „Daran können auch medienwirksame Aktionspläne von Frau Aigner nichts ändern.“
Die Folgen sind fatal, denn Schadstoffe und Keime machen nicht vor Landesgrenzen halt. Das zeigt auch der Fall von EHEC. Bei der Epidemie im vergangenen Jahr erkrankten 4000 Menschen in ganz Deutschland an dem lebensgefährlichen Darmkeim, 53 Patienten starben.

Auch bei EHEC reagieren die Behörden in Bund und Ländern zunächst chaotisch: Mehr als drei Wochen vergehen, bis die zuständigen Gesundheitsämter die ersten Erkrankungsfälle an die Landesbehörden melden und diese die Informationen an das Robert-Koch-Institut weiterleiten.
Kompetenzquerelen traditionell ausgeblendet
Wertvolle Zeit verrinnt, bis Verbraucherschutzministerin Aigner unter dem Druck der Öffentlichkeit eine nationale „EHEC Task Force“ gründet – eine Ermittlergruppe von Landes- und Bundesbehörden, die es im föderalen Deutschland eigentlich gar nicht geben dürfte. Erst Wochen später verkündet das Bundesinstitut für Risikobewertung, dass der lebensgefährliche Erreger höchstwahrscheinlich über Boxhornkleesamen aus Ägypten nach Deutschland gelangt war.
Doch da hatten panische Behördensprecher längst vor dem Verzehr von norddeutschem Salat, spanischen Gurken und holländischen Tomaten gewarnt. Die Folge: Verunsicherte Verbraucher verzichten auf rohes Gemüse aller Art. Hunderte Tonnen von unbedenklichen Lebensmitteln werden vernichtet. Um die Umsatzeinbußen der europäischen Bauern auszugleichen, spendiert die EU-Kommission ein Trostpflaster im Wert von 210 Millionen Euro.
Auf der Grünen Woche werden solche Kompetenzquerelen traditionell ausgeblendet. Und doch sind sie allgegenwärtig. So gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal in der Geschichte der Messe keine gemeinsame Halle aller Bundesländer. Dabei war die gemeinsame Präsentation bei den Besuchern in der Vergangenheit stets besonders beliebt.
Die Begründung ist bezeichnend: Die Länder konnten sich nicht über die Kosten einigen.














- als Spam melden
- antworten
- als Spam melden
- antworten
- als Spam melden
- antworten
Alle Kommentare lesen19.01.2012, 22:53 UhrAnonymer Benutzer: loddl
Jeder kann sich selbst informieren über AnwendungsMENGEN von
Herbiziden und Pestiziden bei konventionell angebautem Obst und Gemüse.
Na wem da nicht schlecht wird kann ja direkt einen Schluck aus
der Giftspritze nehmen.
Wer mit wachem Auge die Landschaft betrachtet sieht die frisch gepflügten, gegen das letzte Unkraut mit Roundup nachgespritzen Felder und Rebanlagen.
Nitratanreicherungen überall; im Regen gelöste Schwermetalle und Gummiabrieb der Fahrzeugkolonne.
Willkommen in der Zukunft liebe Kinder.
19.01.2012, 22:36 UhrAnonymer Benutzer: egon
53 TOTE durch den Genuss von EAEC verseuchten Sprossen aus BIO VEGANER Produktion. Der größte und folgenreichste Lebensmittelskandal nach dem II. WK, verursacht durch fleischlose BIO Landwirtschaft.... ansonsten haben wir in Deutschland, das sauberste Trinkwasser und die gesündesten Lebensmittel, wenn man auf BIO verzichtet !
19.01.2012, 22:35 UhrAnonymer Benutzer: egon
53 TOTE durch den Genuss von EAEC verseuchten Sprossen aus BIO VEGANER Produktion. Der größte und folgenreichste Lebensmittelskandal nach dem II. WK, verursacht durch fleischlose BIO Landwirtschaft.... ansonsten haben wir in Deutschland, das sauberste Trinkwasser und die gesündesten Lebensmittel, wenn man auf BIO verzichtet !