Leiharbeiter schikaniert: Amazon kündigt zweifelhaftem Sicherheitsdienst

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Leiharbeiter schikaniert: Amazon kündigt zweifelhaftem Sicherheitsdienst

Der Internet-Versandhändler Amazon hat sich nach der Berichterstattung der ARD über den Umgang mit Leiharbeitern von der zweifelhaften Sicherheitsfirma getrennt. In der Dokumentation waren Mitarbeiter der Firma verdächtigt worden, Amazon-Leiharbeiter schikaniert zu haben.

Der Internet-Versandhändler Amazon hat sich nach der Berichterstattung über den Umgang mit Leiharbeitern von einer Sicherheitsfirma getrennt. „Amazon hat veranlasst, dass die Zusammenarbeit mit dem kritisierten Sicherheitsdienst mit sofortiger Wirkung beendet wird“, sagte eine Sprecherin am Montag in München und bestätigte damit einen Bericht von „sueddeutsche.de“. Amazon habe „eine Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung und Einschüchterung - und wir erwarten das gleiche von allen Unternehmen, mit denen wir arbeiten“. In einer ARD-Dokumentation waren Mitarbeiter der Firma verdächtigt worden, Amazon-Leiharbeiter schikaniert zu haben und zudem aus dem rechtsradikalen Umfeld zu stammen.

Auch der Kölner Enthüllungsjournalist Günter Wallraff prangert die Arbeitsbedingungen bei Amazon an: „Mir sind mehrfach von dort Beschäftigten grausamste Arbeitsbedingungen geschildert worden“, sagte der Autor der Nachrichtenagentur dpa am Montag in Köln. Das betreffe vor allem Saison- und Leiharbeiter. Aus Zuschriften von Betroffenen gehe hervor, dass diese von Kameras überwacht, schon bei kleinen Verschnaufpausen zum Vorgesetzten zitiert würden und mit Repressalien rechnen müssten. „Über die Arbeiter wird verfügt wie über Leibeigene.“ In Einzelfällen durften Wallraff zufolge Medikamente, die etwa Diabetiker brauchten, nicht mit ins Lager genommen werden.

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Leiharbeiter-Beschäftigung Amazon will Vorwürfe der ARD prüfen

Es ist nicht die erste Kritik an den Arbeitsbedingungen bei Amazon. Doch eine ARD-Doku zeichnet ein ziemlich düsteres Bild vom Umgang mit Leiharbeitern. Der Online-Händler will den Vorwürfen nachgehen.

huGO-BildID: 29643758 ARCHIV - Ein Mitarbeiter der Versandabteilung des Amazon Logistikzentrums in Pforzheim (Baden-Württemberg) legt am 11.12.2012 ein fertig verpacktes Paket auf ein Fließband. Der weltgrößte Online-Einzelhändler verdiente im Schlussquartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft unterm Strich 97 Millionen Dollar (72 Mio Euro) und damit nur etwa halb so viel wie im Vorjahreszeitraum. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa (zu dpa 0088 vom 30.01.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Amazon war in den vergangenen Tagen in die Schlagzeilen geraten, weil eine ARD-Dokumentation über schlechte Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitern aus dem Ausland bei dem Versandhändler in Deutschland berichtet hatte. Am Wochenende hatte sich Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in die Debatte eingeschaltet und der Leiharbeitsfirma, die mit Amazon zusammenarbeitet, mit einem Lizenzentzug gedroht, daraufhin hat der Versandhändler angekündigt, die Vorwürfe zu prüfen. Dass zuletzt sogar Arbeitsministerin Ursula von der Leyen Aufklärung im Skandal um schikanierte Leiharbeiter bei Amazon verlangt hat, muss selbst dem weltgrößten Online-Versandhändler zu viel geworden sein: Das Unternehmen kündigte nun die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Sicherheitsdienst Hensel European Security Services (H.E.S.S.) aus Kassel, wie zuvor sueddeutsche.de berichtete.


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