Lufthansa-Vermietung: Air Berlin will keine Startrechte und Strecken abgeben

Lufthansa-Vermietung: Air Berlin will keine Startrechte und Strecken abgeben

, aktualisiert 29. September 2016, 09:02 Uhr
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Die Fluggesellschaft schrumpft drastisch.

Quelle:Handelsblatt Online

Air Berlin will sich gesundschrumpfen. Der Deal mit der Lufthansa soll 1,2 Milliarden Euro in die Kasse spülen. Doch Air Berlin will dem großen Konkurrenten keine Start- und Landerechte sowie Strecken übertragen.

BerlinAir Berlin will bei der geplanten Vermietung von Flugzeugen an den Lufthansa-Konzern keinerlei Start- und Landerechte und Strecken mit übertragen. Dies geht aus der Präsentation des Air-Berlin-Vorstands zur Telefonkonferenz an diesem Donnerstag hervor. Der Deal umfasst bis zu 40 Airbus-Mittelstreckenjets der Modellfamilie A320 und soll ab dem kommenden Sommerflugplan Ende März sechs Jahre lang laufen. Für bis zu 38 Maschinen stellt Air Berlin dabei auch Piloten, Flugbegleiter, Wartung, Versicherung und Verwaltungsleistungen.

Die Air-Berlin-Spitze erwartet dafür von der Lufthansa über die Laufzeit des Vertrags Zahlungen von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Kosten wie Treibstoff und Flughafengebühren trägt die Lufthansa.

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Die hochverschuldete Air Berlin hatte nach jahrelangen Verlusten am Mittwochabend ihre Aufspaltung angekündigt. Bis zu 1200 Mitarbeiter sollen ihre Jobs verlieren. Die Flotte soll um rund die Hälfte auf 75 Flugzeuge schrumpfen und sich vor allem auf den Netzwerk-Verkehr ab den Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf konzentrieren.

Bis zu 40 Maschinen sollen im Auftrag der Lufthansa-Töchter Eurowings und Austrian Airlines starten. Weitere 35 Jets für das Geschäft mit Reiseveranstaltern will Air Berlin in einer eigenen Einheit bündeln, für die das Management weitere Optionen prüft.

Insidern zufolge wollen Air Berlin und ihre arabische Großaktionärin Etihad den Bereich in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Ferienflieger Tuifly des weltgrößten Reisekonzerns Tui bündeln. Dieses soll offenbar 17 Airbus-Maschinen der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki sowie diejenigen 14 Boeing-Jets von Tuifly umfassen, die bisher samt Tuifly-Personal im Namen von Air Berlin unterwegs sind.


Wichtiger Schritt für die Lufthansa

Air Berlin hat in den vergangenen acht Jahren nur einmal einen Nettogewinn eingeflogen. Auch unter Konzernchef Stefan Pichler gelang keine Wende. Der Nettoverlust wuchs trotz rapide gefallener Öl- und damit Kerosinpreise 2015 auf den Rekord von 447 Millionen Euro. Das Unternehmen hängt am Tropf von Großaktionär Etihad, der schon mehr als eine Milliarde Euro in Air Berlin gesteckt hat.

Für die Lufthansa ist es ein wichtiger Schritt zum Ausbau seiner Billigflugtochter Eurowings. Der Neueinsteiger mit 90 Flugzeugen soll rund 40 Prozent günstiger fliegen als die Lufthansa und so im Wettbewerb mit den Billig-Airlines Ryanair und Easyjet bestehen können. Die Lufthansa betonte denn auch, Eurowings werde mit dem Air-Berlin-Deal die „Kapazitäten erheblich ausbauen“.

Am Mittwoch hatte die Lufthansa angekündigt, die übrigen 55 Prozent an Brussels Airlines zu übernehmen. Die Frankfurter zogen damit eine Option und stockten ihren Anteil von 45 auf 100 Prozent auf. Wie die belgische Fluggesellschaft in den Konzern eingegliedert wird, ist laut Lufthansa noch nicht ganz klar.

Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer sagte Reuters TV, in der Politik beobachte man Air Berlin schon seit längerem „mit großer Sorge.“ Yzer zeigte sich zuversichtlich, dass der Luftfahrtstandort Berlin keinen Schaden nehme. „Wir hoffen, dass es eine Perspektive für das Unternehmen gibt, gegebenenfalls in Kooperation mit anderen Partnern.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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