Luxus-Handel: In welchen Ländern die dicksten Geschäfte locken

Luxus-Handel: In welchen Ländern die dicksten Geschäfte locken

Trotz Krieg und Katastrophen expandieren Händler weiter in Schwellenländer. Vor allem der Handel mit Edel-Marken und Luxusgütern ist robust gegen Krisen.

In Schwellenländern boomt die Nachfrage nach Luxusgütern. Das haben Handelsexperten der Unternehmensberatung A.T. Kearney in einer Sonderauswertung ihres Global Retail Development Indexes festgestellt. Dazu haben sie Wachstum und Strategie von 15 führenden Luxuslabels wie Hugo Boss und Burberry unter die Lupe genommen.

Während sich viele westliche Kunden mittlerweile an protzigem Luxus sattgesehen haben, sind die Konsumenten in Schwellenländern demnach besonders luxushungrig. In Indien und Afrika sehen die Autoren für edle und teure Marken besonders gute Wachstumschancen. Marken, die jetzt in große, aufstrebende Länder wie Indien und Indonesien aber auch kleine Staaten wie Aserbaidschan oder Panama expandieren, haben demnach „bedeutende Chancen auf ein langfristiges Wachstum“.

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Der neue Luxus Erlebnisse schlagen Prunk und Protz

Die Luxusbranche steht vor einem großen Umbruch. Statt Bling-Bling zählen andere Werte. Konsum- und Luxusexpertin Martina Kühne erklärt, woher der Wandel kommt - und wie Unternehmen darauf reagieren.

Quelle: Getty Images


Aufpassen müssen die Luxus-Händler allerdings in den bereits weit entwickelten Regionen. In China etwa sind gerade junge Marken auf dem Vormarsch. Für etablierte Labels hingegen scheint der Markt nahezu gesättigt, der Wettbewerb wird härter. „Für Marken mit hoher Marktdurchdringung sind die Tage der raschen Expansion sind gezählt“, konstatieren die Experten. Hugo Boss schließe zum Beispiel bereits erste Läden.

Dass viele Schwellenländer immer wieder von Krisen erschüttert werden, spielt zwar auch für den Expansionsdrang der Edel-Händler eine Rolle - langfristig gesehen jedoch nur eine untergeordnete. „Luxusmarken insgesamt scheinen von Turbulenzen kaum betroffen zu werden“, sagt Hana Ben-Shabat, Partnerin bei A.T. Kearney. „Unbeirrt erschließen sie sich jeden interessanten Markt. Denn im Gegensatz zur Mittelklasse wird die Kauflust der besser Situierten kaum durch Wirtschafs- und andere Krisen gedämpft.“
Die attraktivsten Expansionsziele für Einzelhändler insgesamt haben die Unternehmensberater von A.T. Kearney nach Faktoren wie Stabilität, wachsendem Wohlstand und Marktgröße ermittelt und in ihrem Global Retail Development Index aufgelistet:

Die attraktivsten Expansionsziele im Einzelhandel

  • Zur Studie

    Mit dem Global Retail Development Index ermittelt die Unternehmensberatung A.T. Kearny attraktivsten Märkte für Handelsunternehmen in Schwellenländern. Dabei werden Attraktivität, Risiko, Sättigung und Zeitdruck berücksichtig.

    Ausschlaggebend für eine hohe Platzierung im Ranking sind laut A.T. Kearny Faktoren wie wachsender Wohlstand, sozialer Frieden, wirtschaftliche Stabilität und Marktgröße. Aber auch wie groß und wie entwickelt das Konsumangebot bereits ist, gewichtet der Index.

    Der Höchstwert liegt bei 100.

  • Platz 1

    China
    Platz 2014: 2
    Marktattraktivität: 66,7
    Risiko im Land: 55,7
    Marktsättigung: 42,3
    Zeitdruck: 96,6 %
    GRDI Score: 65,3

  • Platz 2

    Uruguay
    Platz 2014: 3
    Marktattraktivität: 93,3
    Risiko im Land: 60,4
    Marktsättigung: 68,0
    Zeitdruck: 38,9
    GRDI Score: 65,1

  • Platz 3

    Chile
    Platz 2014: 1
    Marktattraktivität: 98,2
    Risiko im Land: 100,0
    Marktsättigung: 13,0
    Zeitdruck: 37,9
    GRDI Score: 62,3

  • Platz 4

    Katar
    Platz 2014: --
    Marktattraktivität: 100,0
    Risiko im Land: 89,4
    Marktsättigung: 34,3
    Zeitdruck: 12,8
    GRDI Score: 59,1

  • Platz 5

    Mongolei           

    Platz 2014: -

    Marktattraktivität: 22,4

    Risiko im Land: 19,9

    Marktsättigung: 93,1

    Zeitdruck: 100,0

    GRDI Score: 58,8

  • Platz 6

    Georgien

    Platz 2014: 7
    Marktattraktivität: 36,5
    Risiko im Land: 39,1
    Marktsättigung: 78,8
    Zeitdruck: 79,2
    GRDI Score: 58,8

  • Platz 7

    Vereinigte Arabische Emirate
    Platz 2014: 4
    Marktattraktivität: 97,6
    Risiko im Land: 84,0
    Marktsättigung: 16,5
    Zeitdruck: 33,9
    GRDI Score: 58,0

  • Platz 8

    Brasilien
    Platz 2014: 5
    Marktattraktivität: 98,0
    Risiko im Land: 60,4
    Marktsättigung: 45,2
    Zeitdruck: 28,0
    GRDI Score: 57,9

  • Platz 9

    Malaysia
    Platz 2014: 9
    Marktattraktivität: 75,6
    Risiko im Land: 68,8
    Marktsättigung: 29,3
    Zeitdruck: 52,7
    GRDI Score: 56,6

  • Platz 10

    Armenien
    Platz 2014: 6
    Marktattraktivität: 35,4
    Risiko im Land: 37,1
    Marktsättigung: 82,1
    Zeitdruck: 66,3
    GRDI Score: 55,2

China belegt demnach zum ersten Mal seit Jahren wieder den ersten Rang. Der Konsum soll bis 2022 auf rund acht Billionen US-Dollar ansteigen.

Neben großen Staaten wie Russland, Chile und Brasilien finden sich auch kleine, unscheinbarer Ländern auf den vorderen Plätzen des Rankings, darunter Katar und die Mongolei. In diesen, nach Einschätzung der Kearney-Berater, „fast jungfräulichen Juwelen“ entwickelt sich der Konsum gerade erst – dafür aber umso sprunghafter.

Wer früh einsteigt, so die Lesart, hat hohe Chancen auf gute Geschäfte.

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