Luxus: Italiens Edel-Schneider ziehen in die Schweiz

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Luxus: Italiens Edel-Schneider ziehen in die Schweiz

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Prüfung von Wollstoffen bei Zegna: Die Modemacher machen alles selbst

Immer mehr italienische Luxushersteller nutzen die niedrigen Steuern in der Schweiz und investieren dort Millionen.

Como, Stazione S. Giovanni, 7.25 Uhr, Sergio Rossi wartet auf den Zug nach Mendrisio im benachbarten Schweizer Kanton Tessin. Nur 16 Minuten dauert die Fahrt. Rossi arbeitet seit fünf Jahren bei dem italienischen Modemacher Zegna, vorher hatte er einen Job in einer Seidenfabrik in Como. Aber die Seidenweber auf der italienischen Seite stecken in einer Krise. Bei Zegna in Mendrisio dagegen läuft die Produktion auf Hochtouren. „Wir sind mehr als 400 Beschäftigte, die Produktion soll noch ausgebaut werden“, sagt Schneider Rossi. „In Italien leben und in der Schweiz arbeiten ist super.“ Weil die Löhne in der Schweiz höher und die Steuern niedriger sind. Alles ist hier ordentlich geregelt.

Das weiß auch Ermenegildo Zegna, genannt Gildo, seit Langem zu schätzen. Schon vor 20 Jahren baute der Gründerenkel und heutige Vorstandschef des Modelabels eine Fabrikation in der Schweiz auf. Zegna war die prominente Vorhut für eine ganze Reihe italienischer Luxusfirmen, die sich in jüngster Zeit in der Schweiz angesiedelt haben.

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Modedistrikt in der Schweiz

Keine 20 Kilometer entfernt vom Grenzübergang Como-Chiasso ist ein Modedistrikt mit rund 4000 Beschäftigten entstanden. Bekannte italienische Modemacher haben hier neue Logistikzentren, Hauptverwaltungen und zu einem Teil auch Produktionsanlagen aufgebaut.

Rund 400 Millionen Euro haben die italienischen Luxuslabel in den vergangenen Jahren im Tessin investiert. Jüngster Neuzugang nördlich der Grenze ist der Florentiner Gucci-Konzern, der an der Nordspitze des Lago Maggiore ein neues Logistikzentrum für 40 Millionen Euro gebaut hat. Aber auch Giorgio Armani, Versace, Guess und The North Face haben ihre Quartiere in der Schweiz aufgeschlagen.

Luxusmarken Luxusriesen trotzen der Krise

Die Hersteller und Händler von Luxuswaren schreiben erneut herausragende Zahlen. Den großen Kuchen des Marktes teilen wenige Konzerne unter sich auf.

Chinesen vor einer Hermès Filliale Quelle: dpa

Zegna produziert in seiner Schweizer Fabrik maßgeschneiderte Anzüge. „Eine Marktnische, die Hochkonjunktur erlebt“, freut sich Firmenlenker Zegna. Die Stoffspezialisten hat sich Zegna aus dem Heimatland mitgebracht. Einziger Risikofaktor ist der starke Franken: Je mehr der Euro-Kurs wegen der aktuellen Krise in die Knie geht, umso stärker verteuert sich die Produktion in der Schweiz.

Unter dem Strich fällt das aber wenig ins Gewicht. In Italien müssen die Unternehmen im Durchschnitt 43 Prozent Steuern an den Fiskus in Rom abführen, in der Schweiz sind es maximal 25 Prozent. Auch bei Infrastruktur, Transport- und Verwaltungskosten hat die Schweiz Vorteile. Die Autobahngebühren sind niedriger als in Italien, der Lkw-Transport über die Schiene funktioniert besser. Ausschlaggebend sind auch weniger Bürokratie und mehr Sicherheit in der Gesetzgebung.

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