Machtkampf: Kellerhals will Media-Saturn zurück

Machtkampf: Kellerhals will Media-Saturn zurück

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Der streitbare Milliardär Erich Kellerhals sorgt für neuen Streit im Konflikt um Media-Saturn

von Stephan Happel und Henryk Hielscher

Neue Eskalationsstufe im Streit um Media-Saturn: Minderheitseigner Erich Kellerhals will den Elektrohändler vom Handelsriesen Metro zurückkaufen. Die Ankündigung birgt Zündstoff.

Der Streit um Europas größten Elektrohändler Media Saturn tobt seit Jahren – und das erbittert. In den vergangenen Tagen ist der Zwist aber zu einem Machtkampf vor den Augen der Öffentlichkeit eskaliert. Auf Schlag folgt Gegenschlag.

Erst bekräftigte Metro-Chef Olaf Koch, jederzeit bereit zu sein, um "die Anteile von Herrn Kellerhals zu erwerben". Jetzt kontert Firmengründer und Minderheitseigentümer Erich Kellerhals in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung: Mit der Hilfe von Investoren will er Media-Saturn von Metro zurückkaufen. Er habe alles gründlich gegengerechnet: "Die Finanzierung ist nicht das Thema, zumal ich interessierte Investoren an der Hand habe."

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Das aggressive Geschäftsgebaren ist nicht neu. Bereits vor Jahren hatte Kellerhals, der noch 22 Prozent an Media-Saturn hält, klargestellt: Die Handelskette sieht er bei Metro in den falschen Händen. "Die Zeit ist reif, der Gesellschafter Metro sollte die Trennung von seiner Beteiligung beschließen, es wird sicher eine Lösung gefunden", schrieb er etwa im März 2012 auf seiner Homepage.

Machtfrage Kulturkampf spaltet Media-Saturn

Nach dem Rücktritt von Media-Saturn-Chef Horst Norberg bleibt die Situation im Unternehmen angespannt. Dem nächsten Chef des Elektronikhändlers droht ein Drei-Fronten-Krieg.

Nachdem Horst Norberg in der vergangenen Woche den Dienst quittiert hat, wir händeringend ein Nachfolger gesucht Quelle: dpa


Wiederholt sprach er zudem von Investoren, die nur allzu gern mit ihm gemeinsam Media-Saturn in die Zukunft führen würden. "Wenn die Metro zum Verkauf ihrer Media-Saturn-Anteile bereit ist, werden wir uns weiteren Gesprächen mit den Investoren sicher nicht verschließen", erklärte er etwa 2011 gegenüber der "Welt am Sonntag". Konkret wurden die Ankündigungen nie.

Teure Übernahme

Zu einem möglichen Kaufpreis macht Kellerhals auch bei der jüngsten Ankündigung keine Angaben. Eine Übernahme des Metro-Anteils dürfte aber ziemlich teuer werden: Anfang 2013 hatte Media-Saturn-Mitbegründer Leopold Stiefel Media-Saturn-Anteile von knapp drei Prozent an Metro verkauft. Angeblicher Preis: rund 230 Millionen Euro. Damit wäre die Kette rein rechnerisch schon damals mit deutlich mehr als sieben Milliarden Euro bewertet worden.

Derzeit gehören Metro 78 Prozent der Anteile. Kellerhals allerdings konnte zunächst über Vetorecht verhindern, dass die Metro bei Media-Saturn durchregieren kann. Über eine Beiratskonstruktion hebelt die Metro-Führung diese Konstruktion seit 2011 aus.

Vorzeitiger Rücktritt Warum Media-Saturn-Chef Norberg aufgibt

Der Chef von Media-Saturn, Horst Norberg, schmeißt hin. Grund ist ein heftig geführter Streit um die Ausrichtung von Europas größtem Elektrohändler.

Seit Jahren tobt um die Ausrichtung von Media Markt und Saturn ein Machtkampf zwischen Handelskonzern Metro und dem Minderheitseigner Kellerhals. Quelle: dpa

Das hat einen Streit entfacht, der vor wenigen Tagen ein prominentes Opfer forderte: Media-Saturn-Chef Horst Norberg gab seinen Posten auf. Ganz offiziell, weil er nach zahlreichen Anfeindungen Zweifel daran habe, "noch den vollen Rückhalt im Gesellschafterkreis" zu genießen.

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