Marken und Luxus: Shopping-Olymp Europa

Marken und Luxus: Shopping-Olymp Europa

, aktualisiert 22. November 2011, 13:14 Uhr
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Gut besucht: Die Londoner Westfield Stratford City ist die größte innerstädtische Shopping Mall-Europas.

von Kirsten LudowigQuelle:Handelsblatt Online

Besonders Touristen lassen die Kassen der Einzelhändler klingeln. Eine Studie zeigt nun, welche Städte für die ausgabefreudige Klientel besonders attraktiv sind. Unter den Top Ten ist auch eine deutsche Stadt.

DüsseldorfDer Mensch geht aus zwei Gründen einkaufen: Entweder will er die Sachen, die er braucht, schnell und günstig beschaffen. Oder er will Spaß haben. Dann nimmt er sich Zeit und reist gern in die Städte, die höchste Konsumlust verheißen. Der Olymp der Kaufrausch-Metropolen in Europa ist London. Aber die folgenden Plätze belegt bereits der Süden: Madrid und Barcelona.

Der Shopping-Tourismus ist ein einträgliches Geschäft für den Einzelhandel. Laut Visa, dem weltgrößten Kreditkartenanbieter, ließen Urlauber in Spanien, Frankreich, Italien, Portugal, Griechenland und der Türkei von Mai bis August gut 3,6 Milliarden Euro in den Geschäften. Das entsprach einem Viertel aller Ausgaben und war die größte Einzelposition bei den Visa-Umsätzen. Vor allem Europa profitiert: Im vergangenen Jahr kam eine halbe Milliarde Touristen in die Alte Welt. 2020 sollen es noch einmal 200 Millionen mehr sein, schätzt die Welttourismusorganisation (UNWTO).

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Geschäfte, Bezahlbarkeit, Komfort

Welche europäischen Städte es am besten schaffen, ausgabefreudige Touristen anzuziehen, zeigt "The Globe Shopper City Index - Europe". Dabei handelt es sich um eine Studie der Economist Intelligence Unit (EIU), dem Research-Institut der Mediengruppe um das britische Wirtschaftsmagazin "The Economist". Die EIU hat im Auftrag des Finanzdienstleisters Global Blue die Shopping-Attraktivität von 33 Städten in Europa untersucht - und bewertet sie in fünf Kategorien: Geschäfte (Marken, Imitate, Schlussverkauf), Bezahlbarkeit (Unterkunft, Essen), Komfort (Öffnungszeiten, Sicherheit), Hotels & Transport sowie Kultur & Klima (Sehenswürdigkeiten, Küche, Wetter).

Die Ergebnisse der Studie liegen dem Handelsblatt in Deutschland exklusiv vor. Ab heute ist auch die Internetseite globeshopperindex.eiu.com online, eine Art Wahl-O-Mat für Shopping-Touristen. Wer angibt, worauf es ihm beim Einkaufen ankommt, der erfährt, welche Stadt am besten zu ihm passt.

An der Spitze des Index steht die britische Hauptstadt. Sie punktet mit einer immensen Auswahl an Geschäften und internationalen Marken. Mit der größten innerstädtischen Mall Europas, der Westfield Stratford City, die erst Mitte September eröffnet hat, besitzt London gleich vier Mega-Einkaufszentren. Das ist ungewöhnlich, denn die Europäer sind - anders als die Russen, Chinesen oder Araber - bislang keine großen Freunde der Konsumtempel. London bietet aber auch viele Möglichkeiten, sich vom Einkaufen zu erholen.


Sicherheits-Manko in London

Londons größtes Problem: die hohen Preise, speziell für Unterkunft und Essen. Zudem fühlen sich viele Touristen seit den jüngsten Krawallen nicht mehr so sicher wie zuvor. In diesem Punkt liegt London weit hinten, auf demselben Rang wie Moskau und Sankt Petersburg.

Nach London belegen im Index gleich zwei spanische Städte den zweiten und dritten Platz: Madrid und Barcelona. Beide überzeugen mit soliden Bewertungen in allen Kategorien - eine Ausnahme unter den europäischen Städten. Zudem sind die Spanier stark bei lokalen Modemarken wie Zara, Mango oder Desigual, die im Ausland bekannt sind. Die Inditex-Gruppe (Zara, Massimo Dutti, Bershka) ist mit einem Umsatz von 12,5 Milliarden Euro einer der größten Textilkonzerne der Welt. Die Ränge abseits des Treppchens besetzen Paris und Rom. Die deutsche Hauptstadt Berlin folgt auf dem sechsten Platz.

Zu den Touristen, deren Ausgaben in den vergangenen Jahren am meisten gewachsen sind, gehören laut UNWTO die Chinesen und Russen. "Die Chinesen reisen aus drei Gründen", erklärt Thorsten Lind, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Global Blue Deutschland. "Shopping, Shopping, Shopping."

Lind und sein Team haben einen interessanten Zusammenhang festgestellt: Wächst das Bruttoinlandsprodukt in einem Schwellenland um zehn Prozent, steigt der Shopping-Tourismus um 40 Prozent. Gaben die Chinesen vor fünf Jahren noch im Schnitt 100 bis 120 Euro aus, sind es heute schon 500 Euro.

Doch eines ist bei allen Nationen gleich: Marken und Luxus zählen. "Die Touristen kaufen im Ausland das, was sie kennen und schätzen", erklärt Lind. Die Schuldenprobleme innerhalb der Euro-Zone erschüttern sie wenig. Im Gegenteil. "Der schwache Euro stärkt den Export - auch über den Ladentisch." Neben dem Wachstum des BIP fachen auch Währungsschwankungen den Shopping-Tourismus an.

Eine Überraschung im Index ist das gute Abschneiden von osteuropäischen Städten wie Sofia, Bratislava, Bukarest, Kiew und Belgrad. Wenn es alles in allem günstig sein soll, liegen sie weit vorn. Dort kostet eine Cartier-Uhr zwar etwa das Gleiche wie in London, aber dafür sind andere Dinge deutlich billiger.

So verlangt ein Taxifahrer in Genf 17-mal so viel wie in Kiew. Und eine Nacht im Zwei-Sterne-Hotel kostet in Paris mehr als das Dreifache wie in Bukarest. Zudem haben Kiew und Sofia am längsten Schlussverkauf: nämlich drei Monate im Jahr. Allerdings sind viele gefälschte Markensachen im Umlauf, die nicht immer so leicht zu erkennen sind, wie ein "adibos"-Turnschuh.

Quelle:  Handelsblatt Online
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