McDonald's und Burger King testen Lieferservice: Die Fast-Food-Revolution

McDonald's und Burger King testen Lieferservice: Die Fast-Food-Revolution

, aktualisiert 03. Dezember 2016, 10:28 Uhr
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Liefert das Fast-Food Unternehmen Burger in Zukunft nach Hause?

Quelle:Handelsblatt Online

In Zeiten von Amazon & Co. lassen sich Menschen Produkte bequem nach Hause liefern. Von diesem Trend wollen auch Fast-Food-Ketten profitieren. Das Rennen um die Vorherrschaft im Burger-Liefergeschäft hat längst begonnen.

MünchenMit ein paar Klicks bequem zur warmen Mahlzeit – das Geschäft mit Essenslieferungen in Deutschland boomt und bringt die umkämpfte Gastrobranche weiter in Bewegung. Wer seine Speisen über Bestell-Plattformen anbietet und per Bote ausliefert, kann sich zusätzliche Kunden und Umsätze erschließen. Davon wollen auch die großen Fast-Food-Ketten einen ordentlichen Bissen abhaben. Nach Burger King nimmt jetzt auch McDonald's den Heimservice ins Visier.

„Home Delivery spielt eine zunehmend größere Rolle im Essverhalten in Deutschland“, sagt McDonald's-Deutschland-Chef Holger Beeck. Noch läuft ein relativ bescheidener Test in Osnabrück und in je einem Restaurant in Köln und München, und offiziell soll erst im kommenden Jahr entschieden werden, ob der Probelauf ausgeweitet wird.

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Dass McDonald's aber mit Deliveroo und Foodora bereits zwei wachstumsträchtige Partner für den neuen Service ausgeguckt hat, zeigt, dass der Fast-Food-Riese es ernst meint mit den Plänen.

45 Jahre nach dem Markteintritt in Deutschland steht McDonald's damit vor dem nächsten Großprojekt. Am 4. Dezember 1971 hatte das US-Unternehmen im Münchner Stadtteil Giesing ein erstes Restaurant eröffnet. Die Kartoffeln für die Pommes Frites wurden damals noch von Hand geschält, sagt Beeck. Das ist heute nur noch schwer vorstellbar.

In den deutschlandweit 1478 Restaurants arbeiten mittlerweile 58.000 Menschen, die Umsätze beliefen sich im vergangenen Jahr auf rund drei Milliarden Euro. Damit führt McDonald's die Rangliste der deutschen Systemgastronomen seit vielen Jahren mit weitem Abstand an. Zum Vergleich: Burger King als Nummer zwei der Branche kam bei bundesweit 700 Restaurants zuletzt auf 840 Millionen Euro Umsatz.

Dem kleineren Konkurrenten dürfte es wenig schmecken, wenn jetzt auch McDonald's das Liefergeschäft für sich entdeckt. Burger-King-Deutschlandchef Andreas Bork hatte kürzlich der „Welt am Sonntag“ gesagt, der Lieferservice sei bei seinem Unternehmen „längst Standard in rund 100 Restaurants.“ Im kommenden Jahr sollen noch einmal so viele Filialen in das Liefernetz von Burger King aufgenommen werden. Auch sonst könnten sich die Nummer eins und zwei auf dem deutschen Markt mit ihren Expansionsplänen künftig aber noch kräftig ins Gehege kommen.


Wer den Fast-Food-Riesen sonst noch Konkurrenz macht

So will McDonald's das lukrative Geschäft an Autobahnraststätten ausbauen: Nach bisher vier neuen Restaurants, die aus der Partnerschaft mit Tank & Rast hervorgegangen sind, soll ab 2017 eine niedrige zweistellige Zahl neuer Filialen hinzukommen. An dem gemeinsamen Ziel, dass Tank & Rast in den kommenden fünf Jahren rund 100 Filialen der Marke McDonald's an den Autobahnen in Deutschland eröffnet, halte man fest.

Teils werden dabei Standorte übernommen, die andere Anbieter verlassen, teils entstehen auch neue Restaurants. „Die Expansion ist noch lange nicht zu Ende, und sich verändernde Märkte bieten auch neue Chancen“, sagt Beeck.

Allerdings müsse das Wachstum auch bezahlbar sein, erklärt der Manager mit Blick auf die anziehenden Immobilienpreise in Deutschland. Vor allem in einigen Innenstädten ist der Markt leer gefegt. Bleibt also auch abzuwarten, wie Burger King die von Deutschlandchef Bork angepeilte Verdichtung des Filialnetzes, etwa in gefragten Städten wie München oder Köln, umsetzen will. Bis zum Jahr 2023 peilt er die Marke von bundesweit mindestens 1000 Filialen an - das wären rund 300 mehr als bisher.

„Die Pläne sind durchaus ehrgeizig, das weiß ich“, räumt Bork denn auch ein. Zumal die beiden Fast-Food-Ketten längst nicht allein auf weiter Flur sind. Im Markt für das schnelle Essen mischen heute viele und völlig unterschiedliche Spieler mit – von Bäckereien und Tankstellen bis hin zu Burgerbratern und Gastroketten wie Hans im Glück und Vapiano. Hinzu kommen Trends wie individuellere Speisenwünsche und die Digitalisierung.

Deshalb hatte McDonald's einen groß angelegten Umbau der Restaurants angestoßen, die künftig einen individuelleren Service, Bestellterminals und elektronische Bezahlmöglichkeite bieten sollen. Nach Beecks Einschätzung trägt das bereits Früchte: „Wir hatten ein sehr gutes drittes Quartal, wir hatten einen Top-Oktober, und das führen wir auch auf die Strategie 'Restaurant der Zukunft' zurück“, sagt der Manager. „Das Jahr ist fast zu Ende, wir können also bereits relativ gut abschätzen, dass wir ein gutes Jahr zu erwarten haben.“

Auch Konkurrent Burger King, der vor zwei Jahren eine Franchise-Krise durchlaufen hatte, zeigt sich wieder zuversichtlich: Die Erlöse dürften in diesem Jahr um rund 50 auf 900 Millionen Euro klettern, erwartet Deutschlandchef Bork. Neue Kunden will die Kette mit Bestell-Apps, mobilen Bezahlmöglichkeiten und speziellen Automaten anlocken, an denen die Getränke selbst zusammengemixt werden können. Das wichtigste aber bleibe der schnelle Burger mit Pommes und Cola, sagt Bork.

Quelle:  Handelsblatt Online
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