Media-Saturn: Minderheitsgesellschafter will Interimschef Pieter Haas abberufen

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Es gibt Streit zwischen Erich Kellerhals und der Metro um Media-Saturn.

von Henryk Hielscher

Der Dauerstreit zwischen Media-Saturn-Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals und dem Mehrheitseigner Metro geht in die nächste Runde.

Auf der Gesellschafterversammlung von Media-Saturn am 4. Juli will Milliardär Kellerhals (22 Prozent) den derzeitigen Interimschef Pieter Haas abberufen lassen, berichtet die WirtschaftsWoche und beruft sich auf Informationen aus dem Umfeld der Beteiligten. Der Vorstoß dürfte auf heftige Gegenwehr der Metro-Vertreter (78 Prozent) stoßen. Zuletzt war bereits bekannt geworden, dass Kellerhals Haas per Einstweiliger Verfügung aus dem Amt klagen will. Die juristischen Erfolgsaussichten seien bescheiden, heißt es bei Metro.

Haas war von Metro im Mai als stellvertretender Vorsitzender in die Media-Saturn-Geschäftsführung entsendet worden. Kurz zuvor hatte der langjährige CEO Horst Norberg seinen Rücktritt erklärt, so dass Haas de facto die Chefposition übernahm.

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Worum sich Metro und Kellerhals streiten

  • Zur Person Kellerhals

    Erich Kellerhals ist Gründer des Elektrofachmarkt-Kette Media Markt. Der erste Media Markt eröffnete 1979 in München. Ende der 80er wollte Kellerhals expandieren – das nötige Geld brachte Kaufhof mit.

  • Das Veto-Recht des Gründers

    Kaufhof beteiligte sich mit 54 Prozent an Media Markt. Kellerhals behielt seine Anteile von gut 21 Prozent. Im Vertrag von 1988 wurde außerdem festgelegt, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einer Mehrheit von 80 Prozent gefasst werden müssen. Kellerhals hatte mit seinem Anteil also ein Mitsprachrecht für alle wichtigen Entscheidungen. Dieses Recht besteht bis heute. Kaufhof brachte außer Kapital noch seine Tochter Saturn Hansa ein. 1990 verschmolzen Media Markt und Saturn zur Media-Saturn-Holding.

  • Wie Metro ins Spiel kam

    1996 verschmolzen die Kaufhof Holding und die Metro AG.  Kaufhof wurde zur Vertriebsmarke innerhalb des Metro-Konzerns.  Metro wurde auf diese Weise Anteilseigner bei Media-Saturn. Heute hält Metro über diesen Weg 75,4 Prozent am Kapital der Media-Saturn-Holding.

  • Der Grund für den Rechtsstreit

    Der Streit entzündet sich im März 2011. Metro wollte einen Beirat bei Media-Saturn einrichten. Kellerhals betrachtete dies als Versuch, sein seit 1988 bestehendes Vetorecht auszuhebeln. Denn in dem Beirat würde mit einfacher Mehrheit und nicht mit 80prozentiger entschieden. Tatsächlich könnte Metro Entscheidungen bei der Tochter schneller durchsetzen, wenn Kellerhals nicht zustimmen müsste.

  • Was die Gerichte entschieden haben

    Das Landgericht Ingolstadt hat die Einrichtung des Beirats im Herbst 2011 bei MediaSaturn zwar erlaubt, dessen Funktion muss allerdings eine beratende bleiben. Damit bestätigen die Richter das Vetorecht des Gründers Kellerhals. Weil Metro Rechtsmittel dagegen einlegte, landete der Fall vor dem Oberlandesgericht. Nachdem sich das Oberlandesgericht München nach vorläufiger Rechtsauffassung nicht zuständig sah, befasst sich nun auch das Schiedsgericht mit dem Fall. Es muss entscheiden, worüber der Beirat entscheiden kann und mit welcher Mehrheit.

  • Wogegen Kellerhals noch ist

    Der Unternehmensgründer steht der Expansion mit Media-Märkten in China äußerst kritisch gegenüber. Kellerhals sagte, Metro habe ursprünglich 1000 Märkte innerhalb von fünf Jahren in China eröffnen wollen. „Wir haben bislang im Rest der Welt insgesamt 900 Märkte in 30 Jahren geschafft. Das wäre Harakiri, haben wir gesagt. Das können wir nicht mittragen.“ So habe man sich auf die bis Jahresende 2012 andauernde Testphase geeinigt.

  • Wie soll es weitergehen

    Kellerhals hat kürzlich geäußert, dass er nicht daran glaube, dass OLG oder Schiedsgericht den Streit beenden können. In diesem Fall stellt er eine weitere Zusammenarbeit mit Metro in Frage: "Wenn der Streit nicht beigelegt werden kann, müssen wir vielleicht über neue Gesellschafter nachdenken." Er gab aber zu, dass sich dies aus finanziellen Gründen schwierig gestalten würde. "Aber eine Trennung von der Metro müsste - wenn wir sie denn wollten - erst mal finanziert werden." Er selbst wolle seine Anteile behalten.

Die Suche nach einem dauerhaften Chef für Europas größten Elektronikhändler Media-Saturn gestaltet sich schwierig. Beteiligte rechnen damit, dass sich das Verfahren bis 2015 hinziehen dürfte. Auf der Gesellschafterversammlung wollen die Parteien zumindest das Profil eines möglichen gemeinsamen Wunschkandidaten ausloten. Anschließend sollen unabhängige Personalberater mit der Suche beauftragt werden. 

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