MediaSaturn: Schmiergeld für den Agentur-Chef?

MediaSaturn: Schmiergeld für den Agentur-Chef?

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Mit Schmiergeldern soll sich eine Promotionsagentur Vorteile beim Verkauf von DSL-Anschlüssen gesichert haben.

von Henryk Hielscher und Christian Schlesiger

Eine Promotionagentur soll Spitzenmanager bei MediaSaturn mit Millionen geschmiert haben.

Die Affäre um mögliche Schmiergeldzahlungen an hochrangige Manager von Media Markt weitet sich aus. Zwischen Juli 2005 und Mitte 2011 könnten demnach knapp 3,6 Millionen Euro Bestechungsgeld für die Erteilung von Promotionaufträgen im Volumen von rund 50 Millionen Euro geflossen sein.

Dabei geht es um den Vertrieb von DSL-Internet-Verträgen in Media Märkten durch externe Fachberater, sogenannte Promotoren. Das Schmiergeld soll nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Augsburg großteils von Verantwortlichen der Wetzlarer Agenturgruppe Marketing Vision (MV) stammen, die sich damit – so der Vorwurf – den Zuschlag für die exklusive DSL-Vermarktung sichern wollten.

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Ein ehemaliger MV-Mitarbeiter berichtet von teilweise spielfilmreifen Geldtransporten zwischen Agenturchef Peter N. und dem langjährigen Media-Markt-Regionalmanager Bruno H. Die beiden gelten als Schlüsselfiguren der Affäre.

Getarntes Bestechungsgeld

Die Ermittler vermuten, dass weitere hochrangige Manager an dem Korruptionssystem beteiligt waren, zum Beispiel Andreas H., heute Deutschland- und Zentraleuropa-Chef des Elektronikherstellers Bang & Olufsen (B&O).

Er soll in seiner früheren Funktion als Mitgeschäftsführer der Agenturgruppe MV bei der Abwicklung und Verschleierung von Schmiergeldtranchen geholfen haben. Andreas H. soll insgesamt 120 000 Euro an ein Unternehmen der Ehefrau des Media-Markt-Managers Bruno H. überwiesen haben.

In den Büchern sei die Summe als Darlehen deklariert worden, tatsächlich habe es sich um Bestechungsgeld gehandelt, vermuten die Ermittler. Der Manager wurde inzwischen von der dänischen B&O- Zentrale „bis auf Weiteres beurlaubt“, so ein Unternehmenssprecher, der Fall habe aber nichts mit Bang & Olufsen zu tun.

Der Manager ließ eine Anfrage der WirtschaftsWoche unbeantwortet. Auch die Anwälte anderer Beschuldigter wollten sich nicht äußern. Als Andreas H. bei der MV-Gruppe einstieg, bestand die Beziehung zwischen Bruno H. und Peter N. schon seit Jahren.

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