Mehr Umsatz, mehr Gewinn: Adidas startet fulminant ins Jahr

Mehr Umsatz, mehr Gewinn: Adidas startet fulminant ins Jahr

, aktualisiert 04. Mai 2017, 08:24 Uhr
von Joachim HoferQuelle:Handelsblatt Online

Adidas übertrifft mit seinem Jahresstart die Erwartungen der Analysten bei weitem. Der Umsatz schießt um fast ein Fünftel in die Höhe. So soll es weiter gehen, wenn es nach dem neuen Chef Kasper Rorsted geht.

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Der Sportartikelkonzern Adidas hat zum Jahresauftakt mehr umgesetzt und verdient als erwartet.

Deutschlands größter Turnschuh-Hersteller ist glänzend in Form. Im ersten Quartal ist der Umsatz von Adidas um fast ein Fünftel auf knapp 5,7 Milliarden Euro in die Höhe geschossen. Der Gewinn ist sogar um 30 Prozent auf 455 Millionen Euro geklettert. Damit hat Vorstandschef Kasper Rorsted die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen.

„Wir haben weltweit eine sehr gute Nachfrage nach unseren Produkten erlebt“, betonte Rorsted am Donnerstagmorgen. „Daher konnten wir unsere Profitabilität, trotz anhaltender negativer Währungsentwicklungen, erneut steigern.“ Der 55-Jährige führt den Dax-Konzern erst seit Herbst.

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Am stärksten aufwärts ging es in Nordamerika. Zwischen New York und Los Angeles kletterte der Umsatz um knapp ein Drittel auf fast eine Milliarde Euro. Damit hat Adidas den amerikanischen Rivalen Under Armour weit hinter sich gelassen. Zeitweise hatte die ambitionierte Marke aus Baltimore Adidas von Rang zwei auf dem amerikanischen Sportmarkt verdrängt. Zuletzt stagnierten die Erlöse von Under Armour auf dem Heimatmarkt jedoch.

In einer Mitteilung von Adidas heißt es, vor allem die Modelinien Adidas Originals und Neo seien zu Jahresbeginn gefragt gewesen. Außerdem sei das Plus auf höhere Umsätze im Laufsport und bei Outdoor-Ausrüstung zurück zu führen. Auch die angeschlagene US-Tochter Reebok habe zugelegt, wenn auch nicht so stark wie die Kernmarke Adidas.

Adidas Wie Kasper Rorsted Nike angreifen will

Kasper Rorsted macht Tempo bei Adidas. Im Interview spricht der Konzernchef über die Attacke gegen Marktführer Nike, räumt der Krisenmarke Reebok eine Galgenfrist ein und warnt vor Importzöllen.

Adidas-Chef Kasper Rorsted. Quelle: Marcus Simaitis für WirtschaftsWoche

Adidas ist nicht der einzige deutsche Sportkonzern, der in diesen Tagen große Erfolge bei den Konsumenten feiert. Auch der Herzogenauracher Lokalrivale Puma lässt die Muskeln spielen. Die Shirts, Shorts und Turnschuhe mit dem Raubtier-Logo waren zu Jahresbeginn begehrt wie noch nie in der 69-jährigen Geschichte des fränkischen Unternehmens. Erstmals hat Puma in einem Quartal mehr als eine Milliarde Umsatz erzielt. Der Zuwachs zwischen Januar und Ende März: satte 18 Prozent.

Das gute Geschäft sorgte im ersten Quartal auch für einen Gewinnsprung. Unterm Strich blieben knapp 50 Millionen Euro übrig, damit hat Puma-Chef Björn Gulden den Überschuss im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Für den Rest des Jahres ist Gulden zuversichtlich, aber nicht überschwänglich. Er verspricht ein Umsatzplus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern soll auf bis zu 200 Millionen Euro klettern, das entspricht einem Zuwachs von mehr als der Hälfte.

Beim US-Rivalen läuft es schlechter

Nicht ganz so gut läuft es dagegen beim amerikanischen Turnschuh-Hersteller Under Armour. Der Umsatz des Angreifers von der amerikanischen Ostküste ist im ersten Quartal um lediglich sieben Prozent auf umgerechnet rund eine Milliarde Euro geklettert. Für die erfolgsverwöhnte Sportmarke ein geradezu erbärmliches Plus. Vor genau einem Jahr hat Gründer und Vorstandschef Kevin Plank anlässlich der Quartalszahlen noch damit angegeben, dass Under Armour „jetzt 24 Quartale in Folge um mehr als 20 Prozent gewachsen“ sei.

Die wertvollsten Bekleidungsmarken weltweit

  • Platz 1

    Nike (USA)

    Markenwert: 25,03 Milliarden US-Dollar

    Quelle: Interbrand/Handelsdaten

  • Platz 2

    Louis Vuitton (Frankreich)

    Markenwert: 24 Milliarden US-Dollar

  • Platz 3

    H&M (Schweden)

    Markenwert: 22,68 Milliarden US-Dollar

  • Platz 4

    Zara (Spanien)

    Markenwert: 16,77 Milliarden US-Dollar

  • Platz 5

    Hermès (Frankreich)

    Markenwert: 12,83 Milliarden US-Dollar

  • Platz 6

    Gucci (Italien)

    Markenwert: 9,39 Milliarden US-Dollar

  • Platz 7

    Adidas (Deutschland)

    Markenwert: 7,89 Milliarden US-Dollar

  • Platz 8

    Cartier (Frankreich)

    Markenwert: 7,74 Milliarden US-Dollar

  • Platz 9

    Tiffany & Co (USA)

    Markenwert: 5,76 Milliarden US-Dollar

  • Platz 10

    Prada (Italien)

    Markenwert: 5,5 Milliarden US-Dollar

Doch das ist Geschichte. Plank macht für das schwache Geschäft vor allem die Pleiten von wichtigen Händlern wie Sports Authority in den USA verantwortlich. Auf dem Heimatmarkt erzielt der Sportkonzern rund vier Fünftel vom Umsatz. Dort sind die Erlöse in den ersten drei Monaten des Jahres um ein Prozent auf umgerechnet knapp 800 Millionen Euro gesunken. Unterm Strich schrieb Under Armour sogar einen Verlust von knapp zwei Millionen Euro. Es ist dem Finanzinformationsdienst Bloomberg zufolge das erste Mal seit dem Börsengang vor mehr als zehn Jahren, dass die Firma in die roten Zahlen gerutscht ist.

Adidas-Chef Rorsted hingegen rechnet damit, dass sich der gute Lauf vom Jahresbeginn fortsetzt. Der Däne bekräftigte am Donnerstag seine Prognose, wonach der Umsatz zu konstanten Wechselkursen um bis zu 13 Prozent steigen wird. Der Gewinn soll um rund ein Fünftel auf etwa 1,2 Milliarden Euro zulegen.

Die Börse jedenfalls setzt große Hoffnungen in Rorsted. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um mehr als ein Fünftel geklettert. Das ist durchaus bemerkenswert, schließlich ging es schon im vergangenen Jahr um zwei Drittel nach oben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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