Mehrwertsteuer: Steuerreform in der EU trifft vor allem E-Book-Verlage

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E-Book

von Thomas Stölzel und Oliver Voß

Deutsche Verlage, Autoren und Entwickler, die ihre digitalen Angebote über Apple und Amazon vertreiben, müssen mit geringeren Einnahmen rechnen, wenn am 1. Januar 2015 die EU-Neuregelung der Mehrwertsteuer in Kraft tritt.

„Für die Verlage und Plattformen wird der Kuchen deutlich kleiner“, sagte Christian Sprang, Justiziar beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der WirtschaftsWoche. Bisher rechnen amerikanische Internetunternehmen wie Apple und Amazon ihre in der EU erzielten Umsätze über ihre Töchter in Luxemburg ab und führen dort die Mehrwertsteuer ab, unabhängig davon wo der Kunde sitzt. Vom nächsten Jahr an gilt im Online-Handel jedoch der Mehrwertsteuersatz im Land des Kunden. Und der ist in allen EU-Länder höher als in Luxemburg. Die Neuregelung schmälert also den Nettoerlös. Sollten die Endkundenpreise stabil bleiben, müssen sich Verlage, Plattenfirmen, Spiele- und App-Entwickler, die Produkte über die US-Plattformen vertreiben, mit geringeren Einnahmen zufrieden geben. „Das hat enorme Folgen auf die Spieleindustrie und die Preis-Modelle“, sagte Maximilian Schenk vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware der WirtschaftsWoche.

Am stärksten trifft es die deutschen E-Book-Verlage, die ihre Publikationen meist über Amazon und Apple vertreiben. Galt für sie in Luxemburg ein ermäßigter Steuersatz von drei Prozent, fallen in Deutschland künftig 19 Prozent an. Schon wegen der Buchpreisbindung darf die Branche die Preise für E-Books nicht beliebig erhöhen.

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Zwar will die Bundesregierung erreichen, dass der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent nicht nur für gedruckte Bücher und Zeitungen gilt, sondern auch für die digitalen Ausgaben. Aber das muss Berlin mit Brüssel abstimmen. „Wir hoffen, dass die negativen Folgen den Druck auf die Politik erhöhen“, sagt Christoph Fiedler, Geschäftsführer beim Verband deutscher Zeitschriftenverleger, der WirtschaftsWoche.

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