Messen: Modestadt Düsseldorf behauptet sich

Messen: Modestadt Düsseldorf behauptet sich

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Modenmessen auf dem Düsseldorfer Messegelände gehören der Vergangenheit an. Die Krise der eingestampften, einst weltgrößten Modemesse CPD (Foto ihres Wäscheablegers "Bodylook" von 2009) war jedoch keine Krise des Modestandorts Düsseldorf. Nach wie vor trifft sich die Branche hier zwei mal jährlich.

von Marcel Berndt

Die deutsche Modebranche macht den Löwenanteil ihres Jahresumsatzes in Düsseldorf. Auch ohne die einst weltgrößte Modemesse CPD bleibt der Modestandort vital. Die Berliner Modewoche ist vielen Einkäufern mittlerweile zu groß und zu unübersichtlich.

Düsseldorfs Messehallen stehen in diesen Tagen leer. Zum ersten Mal findet hier keine Modemesse statt – der einst weltgrößte Branchentreff CPD (Collections Premieren Düsseldorf) schloss vergangenen Februar zum letzten Mal die Tore. Viele Medien feierten Berlin mit seiner Fashion Week damit endgültig als neue deutsche Modehauptstadt. Doch der Modestandort am Rhein ist mitnichten tot. Auch ohne CPD tummelt sich die Branche derzeit in Düsseldorf.

Die deutschen Bekleidungshersteller machen in der Stadt zwei Mal jährlich den Löwenanteil ihres Zwölf-Milliarden-Euro-Umsatzes. Dafür sorgen die Modeeinzelhändler, die hier derzeit etwa ihr Sortiment für die Frühjahr-Sommer-Saison 2013 ordern. Das machen sie in 800 Ausstellungsräumen - sogenannten Showrooms - verteilt im Stadtgebiet. Und auf drei Messen, die am Dienstag nach vier Tagen zu Ende gegangen sind: The Gallery, die Nachfolgemesse der CPD im ehemaligen amerikanischen Generalkonsulat, die Premium Order Düsseldorf, ein Ableger der Berliner Modemesse Premium im Hafen, und die Supreme vom Münchener Veranstalter Munich Fashion Company.

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Mit 400 Kollektionen ist die Supreme nun die größte Messe in der Modestadt. Im Sommer 2010 startete sie mit 100 Kollektionen auf einer Etage eines Bürohochhauses – mittlerweile ist die Messe auf drei Etagen angewachsen. Das zeigt der Chefin der Munich Fashion Company, Aline Schade, wie vital der Modestandort ist: „Wir sind nach Düsseldorf gegangen, weil wir hier eine hohe Nachfrage vorfinden.“

Die Krise der alten Modemesse CPD war keine Krise des Standorts Düsseldorf. Nach wie vor möchte die Modebranche ihre Geschäfte hier abwickeln – nur nicht in den Messehallen. Für Aline Schade ist es keine Option mit der Supreme nun auf das frei gewordene Messegelände zu ziehen. Sie schätzt an ihrer aktuellen Bürohauslage vor allem die Nähe zu den Showrooms.

Die CPD hat die Zeichen der Zeit lange nicht erkannt. Sie begnügte sich damit, eine gewöhnliche Handelsmesse zu sein. Doch gerade in der sich ständig verändernden Modebranche ist Stagnation fatal.

Neue Wege in Berlin

Während die Messe unattraktiver für die Industrie wurde, sorgten kürzere Moderhythmen zugleich für den Bedarf, sich ganzjährig zu präsentieren. Brachten Bekleidungshersteller früher zwei Kollektionen jährlich auf den Markt, sind es bei Unternehmen, wie Zara oder H&M mittlerweile bis zu zwölf. Statt auf Messeauftritte setzten Unternehmen in Düsseldorf zunehmend auf Showrooms.

Neues boten die Berliner Messen der Branche: Die größte Berliner Modemesse Bread&Butter für junge Mode findet etwa im ehemaligen Flughafen Tempelhof statt, die Premium für gehobene Kleidung im ehemaligen Postgüterbahnhof am Gleisdreieck. Zum Rahmenprogramm der Bread&Butter vor drei Wochen gehörte zum Beispiel eine musikalische Eröffnungsshow und ein Poloturnier. Seit 2003 locken die Berliner Messen mit solchen Einfällen immer mehr Designer, um sich neben ihrem Showroom kreativ zu inszenieren.

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