Metro: Abschreibung auf Real verhagelt Konzern das Ergebnis

Metro: Abschreibung auf Real verhagelt Konzern das Ergebnis

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Der Handelskonzern Metro hat seine Quartalszahlen veröffentlicht.

Eine Abschreibung von einer halben Milliarde Euro auf das Sorgenkind Real hat den Handelskonzern Metro im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 tief in die Verlustzone gerissen.

Das operative Geschäft zeigte dagegen weiter einen Aufwärtstrend - der Umsatz legte zu, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Vor allem bei Europas größter Elektronikhandelskette Media-Saturn klingelten die Kassen. Vorbörslich lagen die im MDax notierten Metro-Aktien mehr als ein Prozent im Plus.

Metro-Chef Olaf Koch "Wir sind zu hart am Limit gefahren"

Den Verkauf von Kaufhof hat Olaf Koch auf Eis gelegt. Im Interview erklärt der Metro-Chef, wie er mit seinen Warenhäusern und den Elektromärkten MediaMarkt und Saturn die Attacken von Online-Händlern parieren will.

Metro-Chef Olaf Koch Quelle: dpa Picture-Alliance

Wegen der Wertberichtigung für Altlasten bei Real summierte sich der operative Verlust (Ebit) im zweiten Quartal auf 590 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 233 Millionen Euro im Vorjahr. Nach Steuern blieb ein Minus von 394 Millionen Euro stehen - vor Jahresfrist war es noch ein Verlust von 269 Millionen Euro gewesen. Handelskonzerne fahren traditionell den Löwenanteil ihrer Gewinne im Weihnachtsgeschäft ein - dieses fällt bei Metro ins erste Geschäftsquartal. Damit blieb nach sechs Monaten bei dem Düsseldorfer Konzern nach Minderheiten noch ein Gewinn von zehn Millionen Euro übrig, deutlich weniger als die 182 Millionen Euro im Vorjahr.

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Vorstandschef Olaf Koch Der Umbau bei Metro läuft „holpriger“ als erwartet

Bei Metro läuft längst nicht alles rund. Der Wandel im Unternehmen kommt langsamer voran als geplant. Auf der Hauptversammlung des Konzern stärkt der Aufsichtsrat dem Vorstand demonstrativ den Rücken.

Der Umbau des Metro-Konzerns sei ein Marathon, der "holpriger und länger" ausgefallen sei als erwartet, erklärte Olaf Koch auf der Hauptversammlung des Unternehmens. Quelle: dpa

Metro-Chef Olaf Koch sieht sich aber trotzdem auf dem richtigen Weg: Die Neuausrichtung des Konzerns zahle sich "zusehends aus". Koch hat eine Online-Offensive gestartet, er setzt auf eine bessere Verschränkung zwischen Internet-Geschäft und lokalen Läden. Die Real-Supermärkte modernisiert Koch, auch in die Großmärkte in Deutschland will er investieren. Der Umsatz des Konzerns stieg im Quartal auf 14,366 (14,326) Milliarden Euro, Analysten hatten 14,332 Milliarden Euro erwartet. Flächenbereinigt - also ohne Neueröffnungen - lag das Plus sogar bei 2,5 Prozent. Bei Media-Saturn stand ein Umsatzplus von 5,7 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro in den Büchern. Seine Prognose bekräftigte Koch: Metro wolle 2014/15 das Ebit vor Sonderfaktoren gegenüber den 1,727 Milliarden Euro aus den Vorjahr leicht steigern.

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Bei Metro war zuletzt wieder die Warenhauskette Kaufhof in den Fokus geraten, Insidern zufolge hat der kanadische Handelsriese Hudson's Bay ein Auge auf die Metro-Tochter geworfen. Kaufhof wies im Quartal einen leichten Umsatzrückgang aus, der operative Verlust vor Sonderfaktoren stieg von zwei auf 13 Millionen Euro. Die Kette litt wie zahlreiche andere Händler in Deutschland unter dem instabilen und milden Winterwetter, Winterkleidung wurde nur mit hohen Rabatten an die Kunden gebracht.

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