Metro: Bei Kaufhof gehts in Runde zwei

Metro: Bei Kaufhof gehts in Runde zwei

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Auf in die nächste Runde

von Henryk Hielscher

Metro-Chef Olaf Koch legt den Verkauf des Kaufhofs auf Eis, doch abgehakt ist das Thema damit nicht.

Seit mindestens zehn Jahren ranken sich Spekulationen um die Zukunft des Kaufhofs unter dem Dach des Metro-Konzerns. Mal soll die Warenhaussparte verkauft, mal mit dem Erzrivalen Karstadt vermählt werden. Doch bisher ist noch jeder Plan gescheitert - so auch diesmal. In der vergangenen Woche legte der neue Metro-Chef Olaf Koch den geplanten Kaufhof-Verkauf wieder auf Eis. Zwar lag ein Angebot des österreichischen Immobilieninvestors René Benko vor.

Kaufhof - ein Warenhaus mit Tradition

  • Kaufhofs Geschichte

    Die Galeria Kaufhof GmbH ist neben Karstadt das älteste und traditionsreichste Warenhaus in Deutschland. 1996 fusionierte das Unternehmen mit dem Handelsriesen Metro.

  • Ursprung

    Den Grundstein des Unternehmens legte der Textilhändler Leonhard Tietz, der 1879 ein Geschäft in Stralsund für Knöpfe, Garne, Stoffe und Wollwaren gegründet hatte.

  • Aktiengesellschaft

    Rund ein Vierteljahrhundert später war er der erste Warenhausbetreiber, der sein Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umwandelte.

  • Zukäufe

    Der letzte große Zukauf datiert aus dem Jahr 1994, als Kaufhof den Konkurrenten Horten schluckte. Im Frühjahr 2008 setzte der damalige Vorstandschef Eckhard Cordes die Tochterfirma auf die Verkaufsliste.

  • Aktuelle Zahlen

    Mit gut 3,1 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14 ist Galeria Kaufhof die kleinste von vier Metro-Vertriebslinien. Vor Steuern und Zinsen machte Kaufhof im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres ein Plus von 115 Millionen Euro. Vertreten ist das Warenhaus an 119 Standorten in Deutschland und 16 in Belgien.

  • Verkaufsgespräche waren eingestellt

    Im Januar 2012 stoppte die Metro-Gruppe die Verkaufsgespräche für die Warenhauskette Kaufhof. Die Gespräche mit Interessenten für die Übernahme würden bis auf Weiteres eingestellt. Als Grund gab das Unternehmen die „nicht optimale Situation an den Finanzmärkten“ an. Trotzdem wollte Metro den Konzern gerne loswerden – und sah jetzt dazu die Chance.

Doch Koch misstraute der Offerte über knapp zwei Milliarden Euro. Wasserdicht finanziert war sie offenbar nicht. Bei einem möglichen Ausstieg von Benkos Kreditgebern hätte ein Desaster gedroht. Der zweite Interessent, Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen, gilt finanziell als schlagkräftiger. Eine Fusion der beiden Ketten würde aber Tausende Arbeitsplätze kosten. Die Arbeitnehmervertreter im Metro-Aufsichtsrat waren von der Berggruen-Variante denn auch wenig angetan, und für die Kapitalseite war der Preis wohl zu niedrig. So bleibt Kaufhof vorerst bei Metro.

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Die langjährige Suche nach einem Investor wird dennoch in die nächste Runde gehen. Zunächst wird Koch zwar versuchen, Ruhe in den Prozess zu bekommen und das Geschäft aus eigener Kraft in Schwung zu bringen. Aber selbst wenn das gelingt, werden die Metro-Großaktionäre nicht auf Dauer an der Sparte festhalten. Mittelfristig stehen hohe Investitionen an, die Kaufhofs bisher auskömmliche Gewinne gefährden. Eine Expansion der Kette ins Ausland ist kaum möglich - als Wachstumskandidat taugt die Sparte also nicht. Das wissen auch die Investoren. Sie reizt vor allem der Immobilienschatz des Unternehmens und die Fusionsoption mit Karstadt. Ob sie aber je bereit sein werden,deutlich mehr zu bieten als bisher, ist fraglich.

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