Metro-Chef : Olaf Koch warnt Verdi im Tarifstreit

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InterviewMetro-Chef : Olaf Koch warnt Verdi im Tarifstreit

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Metro-Chef Koch will die Produktpalette verändern, da die Regale voll mit Produkten sind, die kaum Umsatz bringen.

von Henryk Hielscher und Stephanie Heise

"Es trifft genau die Falschen", sagt Olaf Koch, Chef von Deutschlands größtem Handelskonzern Metro. Im Tarifstreit mit Verdi will er deshalb Grenzen setzen und sieht den Wert des Verkaufskandidaten Kaufhof stetig steigen.

WirtschaftsWoche: Herr Koch, kaum beginnt der Herbst, sind die Regale der Metro-Töchter Kaufhof und Real mit Lebkuchen gefüllt. Was erwarten Sie vom Weihnachtsgeschäft 2013?

Koch: Wir sind positiv gestimmt. Wir haben an unseren Sortimenten gearbeitet, neue Vertriebskanäle aufgebaut und viel in Marketing investiert. Bei unseren Elektronikhändlern Media Markt und Saturn rechnen wir zum Jahresende mit einem weiteren Schub für das Online-Geschäft. Bei Kaufhof haben wir einen so guten Lauf, dass uns das Weihnachtsgeschäft sicherlich viel Freude bereiten wird.

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Warum steht Kaufhof dann trotzdem auf Ihrer Verkaufsliste? Oder haben Sie die Warenhäuser inzwischen so lieb gewonnen, dass Sie sie doch behalten wollen?

Ich habe Kaufhof schon immer lieb gehabt (lacht). Wir sind glücklich, dass die Warenhäuser sich so toll entwickelt haben. Strategisch ändert sich aber nichts: Das Warenhausgeschäft lässt sich nicht im gleichen Maße internationalisieren wie Großhandel oder Elektronikgeschäft. Und die Kapitalrenditen sind deutlich schwächer.

Momentan wird wieder über einen Zusammenschluss mit Karstadt spekuliert...

Wir sehen derzeit keine Veranlassung, uns damit zu beschäftigen.

Investor Hat Benko den Karstadt-Masterplan?

Mit der Übernahme von Kaufhof ist er 2011 gescheitert. Jetzt übernimmt der Immobilieninvestor René Benko die Luxus- und Sporthäuser von Karstadt. Was plant der illustre Österreicher?

Quelle: dpa

Trotzdem könnte der Verkauf der Luxus- und Sporthäuser von Karstadt Auswirkungen auf Kaufhof haben. Karstadt sollen 300 Millionen Euro für Modernisierungen zufließen. Müssen Sie jetzt nicht auch die Kaufhof-Häuser auf Vordermann bringen?

Der Unterschied zum Wettbewerb ist, dass wir seit Jahren kontinuierlich Beträge in einer Größenordnung von rund 100 Millionen Euro jährlich in die Modernisierung gesteckt haben. 2013 werden es mehr als 90 Millionen Euro sein, genau wie vergangenes Jahr. Ferner haben wir unsere Sortimente und Flächen seit zwei Jahren konsequent an unseren Kunden ausgerichtet. Das können die Kunden sehen.

Welche Bedingungen müssen bei einem Verkauf von Kaufhof erfüllt sein?

Erstens muss die Bewertung stimmen: Kaufhof ist deutlich mehr wert als im Frühjahr 2012, als wir Gespräche über einen Verkauf geführt hatten, weil sich das Unternehmen fantastisch entwickelt hat. Jeder Kaufkandidat muss uns zweitens die Finanzierung nachweisen. Und wir wollen drittens ein Konzept sehen, wie Kaufhof nachhaltig in die Zukunft geführt werden kann. Sollten wir uns trennen, werden wir sorgfältig prüfen, wo die Reise hingeht. Diese langfristige Perspektive schulden wir den Mitarbeitern. Aber wir stehen unter keinem Druck, zu verkaufen.

Kaufhof steht ja nur für rund fünf Prozent des gesamten Konzernumsatzes. An diesem Montag endete das Rumpfgeschäftsjahr von Metro. Wie lief es insgesamt?

Wir hatten im Vorfeld einen moderaten Umsatzanstieg bei einem etwas höheren Gewinn angekündigt und fühlen uns mit dieser Prognose weiterhin wohl.

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