Metro Group: Wie es nach der Aufspaltung weitergeht

Metro Group: Wie es nach der Aufspaltung weitergeht

, aktualisiert 12. Juli 2017, 12:47 Uhr
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Der Metro-Chef warb bei der Hauptversammlung im Februar um die Zustimmung der Aktionäre für die Aufspaltung. Nun wurde der Schritt offiziell vollzogen.

von Florian KolfQuelle:Handelsblatt Online

Aus eins mach zwei: Das Spaltung des Handelskonzerns Metro ist vollzogen. Künftig sind Lebensmittel- und Elektrohandel in zwei selbständigen Aktiengesellschaften organisiert. Was Kunden und Aktionäre jetzt wissen müssen.

Wie geht es nach der Eintragung der Aufspaltung weiter?
Ab morgen werden statt einer nun zwei separate Aktien an der Frankfurter Börse notiert sein. Neu in den Handel kommt das abgespaltene Geschäft mit den Großmärkten und der Lebensmittelkette Real, das künftig unter Metro AG firmiert. Die bisherige Metro wird in Ceconomy AG umbenannt. In ihr verbleibt hauptsächlich das Geschäft mit den Elektronikhändlern Media Markt und Saturn. Jeder bisherige Metro-Aktionär bekommt für jedes seiner Papiere jeweils eine Aktie der beiden neuen Gesellschaften.

Können noch laufende Klagen die Aufspaltung rückgängig machen?
Nein. Da alle Anfechtungsklagen gegen die Teilung vom Oberlandesgericht Düsseldorf abgewiesen wurden, konnte das Registergericht die Eintragung vornehmen. Keinen Erfolg mit seiner Klage hatte unter anderem auch Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals. Er hat bisher weitgehende Vetorechte bei der Media-Markt-Saturn-Holding und sieht seinen Einfluss durch die Aufspaltung sinken. Anhängig sind nun noch Feststellungsklagen von Aktionären. Diese gehen den Rechtsweg, können aber keine Rückabwicklung der Aufspaltung mehr erreichen. Sollten sie Erfolg haben, wird es wohl auf Schadenersatzzahlungen für die Kläger hinauslaufen.

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    Quelle: TradeDimensions / Statista

Wie werden sich die Aktienkurse kurzfristig entwickeln?
In den ersten Tagen wird es wohl eine ziemliche Achterbahnfahrt geben. Experten schätzen, dass am ersten Handelstag nach der Aufspaltung bis zu 25 Prozent der vorhandenen Aktien gehandelt werden. So sind beispielsweise Indexfonds sogar gezwungen, nach ihren Anlagerichtlinien die Papiere zu verkaufen, wenn sie nicht mehr im MDax sind. Aussteigen müssen sie üblicherweise am Tag nach dem ersten Handelstag. Das heißt, dass die Verkäufe wohl in der Schlussauktion des ersten Handelstages ausgeführt werden. Schon in der kommenden Woche dürfte sich aber eine Tendenz abzeichnen, wie sich die Kurse der beiden Aktien entwickeln.

Fliegen beide Papiere aus dem MDax?
Den Aktienindex MDax verlassen muss auf jeden Fall die abgespaltene neue Metro AG, da gibt es bei dem Index für mittelgroße Aktiengesellschaften klare Regeln. Die Ceconomy dagegen wird zumindest vorläufig im MDax bleiben. Der nächste Review-Termin für die Zusammensetzung des Index ist im September. Dann wird anhand von Kriterien wie Free-Float, Marktkapitalisierung und Liquidität geprüft bei beiden Aktien erneut geprüft, ob sie sich für den MDax qualifizieren können. Viele Analysten gehen wie das Management davon aus, dass beide Gesellschaften mittelfristig die Kriterien für eine Aufnahme in den MDax erfüllen werden. Etwas anders ist es im Index MSCI Euro, dem die Metro bisher auch angehört. Dort wäre es möglich, dass beide neuen Gesellschaften im Index bleiben. Abhängig ist das von der Marktkapitalisierung. Dabei hat die neue Metro AG wohl die besseren Chancen.


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