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Metro: Kaufhof-Verhandlungen liegen auf Eis

Quelle: Reuters

Der Handelskonzern Metro hat die Verkaufsverhandlungen für seine Warenhaustochter Kaufhof abgebrochen. Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt böte keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion.

Kaufhof:

Nach langem Hin und Her hat Metro die Verhandlungen um einen Verkauf von Kaufhof Mitte Januar auf Eis gelegt. Als Grund gab das Unternehmen die schwierige Situation auf den Finanzmärkten an. Dabei wollte Metro die ungeliebte Warenhauskette schleunigst los werden. Ganz reibungslos gingen die Verhandlungen nicht vonstatten. Der ehemalige Metro-Chef Eckhard Cordes soll Signa-Gründer und Mehrheitsaktionär René Benko persönlich aufgesucht haben, um mit ihm Details des Verkaufs zu besprechen. Signa wollte die Übernahme noch vor Weihnachten über die Bühne bringen.

Quelle: dpa

Es hat schon drei Angebote von Investoren für Kaufhof gegeben, jetzt hat Metro überraschend die Verhandlungen abgebrochen. Sowohl der Ex-KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban, als auch Karstadt-Besitzer Nicolas Bergguen und die Investorengruppe Blackstone hatten für Kaufhof geboten. Zuletzt hatte Metro hatte mit dem österreichischen Immobilien-Investor Rene Benko und Berggruen verhandelt. "Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt bietet keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion", sagte Metrochef Olaf Koch am Dienstag. Die Verhandlungspause gelte bis auf weiteres.

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"Aus heutiger Sicht können wir das Ertragspotential besser selbst heben, als durch einen Verkauf", argumentierte Koch weiter. Die Trennung von Kaufhof von Metro war schon länger geplant, lag jedoch schon mal auf Eis. Früheren Angaben zufolge wollte Metro mindestens zwei Milliarden Euro für Kaufhof haben. Der Handelsriese musste im vierten Quartal Abstriche beim Umsatz hinnehmen. Der Konzern mit Töchtern wie Media-Saturn, Real und Kaufhof verbuchte von Oktober bis Dezember beim Umsatz ein Minus von 1,3 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. Analysten hatten im Mittel mit Erlösen von rund 19,3 Milliarden Euro gerechnet. Im Gesamtjahr stand ein Umsatz von 66,7 Milliarden Euro in den Büchern - 0,8 Prozent weniger als noch 2010.

Metro-Chef Olaf Koch Quelle: dapd
Olaf Koch hat die Kaufhof-Verhandlungen abgebrochen Quelle: dapd

Kochs Vorgänger Eckhard Cordes, der zum Jahreswechsel seinen Posten geräumt hatte, hatte nach einem schwachen Start in das für Handelsunternehmen entscheidende vierte Quartal bereits die Jahresprognose der Metro zusammengestrichen: Der Konzern gehe für 2011 von einem Umsatz leicht unter dem Vorjahreswert von 67,3 Milliarden Euro aus, beim operativen Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren erwarte Metro ein Ergebnis leicht unter dem Wert von 2010 in einer Höhe von 2,4 Milliarden Euro. Dieses Ziel hat die Metro wohl erreicht: Der Konzern bekräftigte die Ebit-Prognose am Dienstag.

Quelle: Reuters
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