Quelle: dpaKaufhof:
Nach langem Hin und Her hat Metro die Verhandlungen um einen Verkauf von Kaufhof Mitte Januar auf Eis gelegt. Als Grund gab das Unternehmen die schwierige Situation auf den Finanzmärkten an. Dabei wollte Metro die ungeliebte Warenhauskette schleunigst los werden. Ganz reibungslos gingen die Verhandlungen nicht vonstatten. Der ehemalige Metro-Chef Eckhard Cordes soll Signa-Gründer und Mehrheitsaktionär René Benko persönlich aufgesucht haben, um mit ihm Details des Verkaufs zu besprechen. Signa wollte die Übernahme noch vor Weihnachten über die Bühne bringen.
Quelle: dpaMit dieser Entscheidung des neuen Metro-Chefs Olaf Koch geht auch der Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen leer aus. Berggruen hatte sein Interesse an Kaufhof mehrmals unterstrichen.
Quelle: dpaReal:
Vom Tisch scheint momentan der Verkauf der Supermarktkette Real zu sein. Ein Metro-Sprecher sagte der „Financial Times Deutschland“ im vergangenen November, der Konzern habe in den vergangenen Monaten mit mehreren Interessenten für Real Gespräche geführt und Optionen für Verkauf und Partnerschaften geprüft. „Derzeit laufen keine aktiven Gespräche mehr“, so der Sprecher. Der letzte Bieter, der Finanzinvestor Apax Partners, sei aus dem Rennen. Ob das Thema damit komplett abgehakt ist oder weiter für Unruhe im Konzern sorgt, bleibt abzuwarten.
Quelle: dapdMedia Markt:
Media Markt indes machte zuletzt munter weiter negative Schlagzeilen. Im Zuge der Schmiergeldaffäre ist der Deutschlandchef des Elektronikhändlers, Michael Rook, angeklagt worden. Gewerbliche Bestechung in 70 Fällen lautete der Verdacht nach Angaben der Staatsanwaltschaft Augsburg. Anbieter von Verträgen für Breitband-Internetanschlüsse sollen Verantwortlichen von Media-Saturn insgesamt 5 Millionen Euro Schmiergeld gezahlt haben, um im Gegenzug ihre Produkte in den Märkten der Kette verkaufen zu dürfen. Neben Rook wurde auch ein Regionalmanager angeklagt. Während Rook bisher seine Unschuld beteuert, haben weitere Mitangeklagte inzwischen Geständnisse abgelegt. Bei einer Verurteilung drohen ihnen lange Gefängnisstrafen.
Quelle: dapdAls ob das an schlechten Nachrichten bei Media Markt nicht schon ausreichen würde, liegt die Metro auch noch mit Erich Kellerhals und Leopold Stiefel im Clinch. Obwohl beide nur eine Minderheit am Unternehmen halten, sicherten sich die Media-Markt-Gründer ein Veto-Recht an der Media-Saturn-Holding (MSH), die zunächst Solventa hieß. In den vergangenen Monaten war dieses Veto-Recht beständiger Zankapfel zwischen Kellerhals und dem nun scheidenden Chef der Kaufhof-Eignerin Metro AG, Eckhard Cordes. Ein Gerichtsverfahren ist noch anhängig.
Quelle: ReutersFührung:
An der Spitze des Handelskonzerns gab es zum 1.1.2012 einen Wechsel. Eckhard Cordes machte Platz für den bisherigen Finanzvorstand Olaf Koch. Zuvor hatte es eine wochenlange Hängepartie um die Nachfolge Cordes gegeben. Sie endete mit einer äußerst knappen Mehrheit für Koch im Aufsichtsrat.
Quelle: dpaHaniel:
Der heftige Machtkampf um die Metro-Spitze hat zu einem weiteren Führungsproblem geführt: Im November wirft Aufsichtsratschef Jürgen Kluge bei der Metro-Mutter Haniel das Handtuch. Er hatte Mitte Oktober bereits seinen Vorsitz im Aufsichtsrat von Haniels wichtigster Beteiligung Metro niedergelegt und damit die Konsequenz aus dem öffentlichen Streit um die Vertragsverlängerung von Metro-Chef Eckhard Cordes gezogen.
Quelle: dpaImmerhin: Der Metro-Aufsichtsrat hat in einer Sondersitzung das Familienoberhaupt des Haniel-Clans, Franz Markus Haniel, mit den Stimmen von Anteilseignern und Arbeitnehmer-Vertretern zum Nachfolger von Kluge gewählt.
Quelle: dpaBilanz:
Der finstere Gesichtsausdruck auf einer Pressekonferenz im November 2011 des damaligen CFOs und aktuellen Chefs, Olaf Koch, zeigt es: Metro steuert schweren Zeiten entgegen. Der Handelskonzern hatte Anfang Dezember seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2011 gesenkt. Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung sagte Koch im Januar 2012: „Das vergangene Jahr war durch außerordentliche Entwicklungen stark beeinträchtigt. Insbesondere die Staatsschuldenkrise, eine hohe Arbeitslosigkeit und Sparprogramme in vielen Ländern Europas haben zu einer Kaufzurückhaltung bei den Kunden geführt.“
Kaufhof:
Nach langem Hin und Her hat Metro die Verhandlungen um einen Verkauf von Kaufhof Mitte Januar auf Eis gelegt. Als Grund gab das Unternehmen die schwierige Situation auf den Finanzmärkten an. Dabei wollte Metro die ungeliebte Warenhauskette schleunigst los werden. Ganz reibungslos gingen die Verhandlungen nicht vonstatten. Der ehemalige Metro-Chef Eckhard Cordes soll Signa-Gründer und Mehrheitsaktionär René Benko persönlich aufgesucht haben, um mit ihm Details des Verkaufs zu besprechen. Signa wollte die Übernahme noch vor Weihnachten über die Bühne bringen.
Der Düsseldorfer Handelskonzern Metro hat den geplanten Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof überraschend wieder auf Eis gelegt. "Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt bietet keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion", sagte der seit Januar amtierende Vorstandschef Olaf Koch in einem Statement zur Geschäftsentwicklung des Konzerns.
Das Scheitern des Kaufhof-Deals kommt überraschend. Ende vergangenen Jahres schien der Verkauf fast schon besiegelt, dem schillernden österreichischen Immobilieninvestor René Benko wurden intern wie extern die besten Chancen eingeräumt. Benko prüfte zwar noch die Daten der Metro-Tochter, hatte aber bereits signalisiert, etwas mehr als zwei Milliarden Euro für das Unternehmen und dessen Immobilien bezahlen zu wollen.
Wirbel um Bieter Benko
Doch dann kam alles anders: Mitten im Bieterprozess wurde bekannt, dass in Wien ein Ermittlungsverfahren gegen Benko wegen Geldwäsche läuft. Die Metro-Granden waren irritiert. Inzwischen wurde das Verfahren zwar wieder eingestellt und Benko darf als voll rehabilitiert gelten - doch der Schaden für den Unternehmer ist immens.
Ohne die Justizaktion wäre Kaufhof womöglich noch in der Amtszeit des Koch-Vorgängers Eckhard Cordes verkauft worden, doch so zogen sich die Verhandlungen hin. Auch mit dem zweiten Interessenten, dem deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen, wurde das Metro-Management nicht handelseinig.













