Metro-Mutterkonzern: Wie der neue Haniel-Chef tickt

Metro-Mutterkonzern: Wie der neue Haniel-Chef tickt

von Rüdiger Kiani-Kreß

Stephan Gemkow soll als neuer Chef bei der Metro-Mutter Haniel endlich für solide Finanzen sorgen. Gelingt ihm das, darf er seine bei der Lufthansa unterdrückten Talente als Stratege zeigen.

28 Milliarden Umsatz, glücklose Investments und die Ratingagenturen drohen mit Herabstufung auf Schrott-Status – wenn Stephan Gemkow im Sommer Chef des Duisburger Mischkonzerns Haniel wird, dürfte ihm einiges von seinem Job als Lufthansa-Finanzchef her bekannt vorkommen.

Zudem erwarten den 52-Jährigen ungewohnte Dinge wie den von Amtsinhaber Jürgen Kluge losgetretenen Dauerstreit im Management. Der hat reihenweise Führungskräfte dazu getrieben, bei der Kaufhof-Mutter Metro, dem Pharmagroßhändler Celesio und anderen Töchtern des Clankonzerns zu kündigen.

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Auch erwarten die gut 600 Anteilseigner dauerhaft Gewinne, weil sie im Gegensatz zu den leidensfähigen Lufthansa-Aktionären von ihren Dividenden leben. Doch da ist Gemkow in seinem Element. Nicht nur weil für den Zahlenmeister „Finanzstrategie die höchste Form des Krisenmanagements“ ist. Macht er den Job als Unternehmenslenker so gut wie den alten, darf er sein Strategietalent zeigen, was ihm bei Lufthansa Chefs und Kollegen verwehrten.

Vorbilder

Vorbilder hat der künftige Haniel-Chef dem Vernehmen nach nur wenige. „Mit einer Rolle als Bewunderer oder gar Fan tut er sich als rationaler Mensch etwas schwer“, sagt ein führender Lufthanseat über Gemkow. Zu den wenigen Ausnahmen gehört das Lebenswerk von Eugen Schmalenbach, der in Deutschland die Betriebswirtschaft als akademische Lehre begründete. Doch der in Köln tätige Professor begriff die Disziplin weniger als eine abgehobene Wissenschaft, sondern als eine auf die unternehmerische Praxis ausgerichtete Lehre.

Weil Gemkow ähnlich denkt, engagiert er sich in der Führung bei der wissenschaftlichen Schmalenbach-Gesellschaft. Und die hat neben dem Erbe des Gelehrten auch eine ganz praktische Bedeutung: Der Vorstand ist so etwas wie eine Vereinigung von Deutschlands wichtigsten Finanzchefs mit Joe Kaeser von Siemens, Werner Brandt von SAP und Deutschbanker Stefan Krause sowie Kurt Bock, der vor seiner Berufung zum BASF-Chef das Finanzressort des Chemiekonzerns leitete.

Vorlieben und Abneigungen

Bei privaten Dingen ist der gebürtige Lübecker ein echter Hanseat. Dafür sorgt nicht nur seine Vorliebe für enge Anzüge mit Weste sowie Hemden mit hohen steifen Kragen. Gemkow spricht selbst mit Vertrauten nur wenig über private Dinge. Er ist leidenschaftlicher Skifahrer und gönnt sich neben dem karg eingerichteten Dienstapartment in Frankfurt dem Vernehmen nach eine Zweitwohnung im von ihm geliebten Hamburg. Laute Scherze und Auffälligkeiten sind ihm dagegen ein Graus. Er pflegt lieber eine feine Ironie mit Verweisen auf Hochkultur wie Opern oder Klassiker wie Johann Wolfgang von Goethe. Einzige Ausnahme ist Gemkows schnittiges Mercedes-Coupé – neben der nüchternen Großraumlimousine für die Familie, die in einem Eigenheim nahe Köln lebt.

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