Metro-Tochter: Die Schlacht um Kaufhof

Metro-Tochter: Die Schlacht um Kaufhof

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Strahlkraft für Investoren. Auf zwei bis drei Milliarden Euro taxiert Metro-Chef Cordes den Preis von Kaufhof.

von Henryk Hielscher

Kampf der Milliardäre – wer im Bietergefecht um die Metro-Warenhaustochter die größten Chancen hat.

Bei seinem wahrscheinlich letzten großen Auftritt als Chef des Düsseldorfer Metro-Konzerns präsentierte sich Eckhard Cordes bester Stimmung. Seine Gefühlslage sei „wunderbar“, ließ Cordes wissen. Selbst dass er dem Ergebnisziel des größten deutschen Handelskonzerns dank der Schuldenkrise nun das Attribut „unter Vorbehalt“ voranstellen muss, konnte seine Laune kaum trüben.

Kein Wunder: Eines der wichtigsten Ziele des scheidenden Metro-Lenkers, die Warenhaustochter Kaufhof zu verkaufen, rückt in greifbare Nähe. Noch gibt es keine echten Verhandlungen, die Interessenten sondieren nur das Feld, und auch in der Vergangenheit scheiterten letztlich alle Verkaufspläne an den Preisvorstellungen.

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Gelingt der Coup aber, wäre das wohl auch eine persönliche Genugtuung für Cordes, der nach einem beispiellosen Gezerre um seine Vertragsverlängerung im Oktober auf eine zweite Amtszeit verzichtete. Aus den Reihen des Großaktionärs Haniel war zuvor immer wieder Kritik laut geworden, der Portfolioumbau bei Metro komme nicht voran. Tatsächlich fand sich über Jahre kein Investor, der bereit war, den von Cordes auf zwei bis drei Milliarden Euro taxierten Preis für die 139 Kaufhof-Warenhäuser zu bezahlen.

Seit vergangener Woche sind nun gleich drei mögliche Kandidaten im Gespräch: Der Karstadt-Investor Nicolas Berggruen und der österreichische Immobilienspezialist Signa haben sich als Interessenten geoutet. Womöglich wagt sich aber auch der spanische Warenhausbetreiber El Corte Inglés noch aus der Deckung. Die Erfolgsaussichten der Interessenten sind allerdings sehr unterschiedlich.

Der amerikanische Weg

Wolfgang Urban prüfte sie, Thomas Middelhoff wollte sie, Karl-Gerhard Eick stemmte sich gegen sie: Eine Fusion von Kaufhof und Karstadt zur Deutschen Warenhaus AG beschäftigte sämtliche Karstadt-Chefs in der vergangenen Dekade. Mit Berggruen träumt nun der nächste Kandidat davon, endlich das K.u.K.-Bündnis zu schmieden.

Tatsächlich wirken die ökonomischen Perspektiven auf den ersten Blick reizvoll. So müsste nur noch eine Hauptverwaltung bezahlt werden. Die benachbarten Filialen der Rivalen bräuchten sich nicht länger Kunden abzujagen, wenn Doppelstand- orte geschlossen würden. Zudem könnte die Entwicklung von Eigenmarken vorangetrieben und die Konditionen bei Lieferanten könnten verbessert werden.

Allein, alle Synergiepläne der Warenhaus-Granden in Köln und Essen scheiterten bisher an den Risiken einer solchen Fusion – und auch die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Berggruen-Offerte ist überschaubar.

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