Metro- und Celesioanteile: Haniels Beteiligungsschmelze

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Metro- und Celesioanteile: Haniels Beteiligungsschmelze

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Haniel-Chef Stephan Gemkow hat Ernst gemacht: 7,9 Millionen Celesio-Papiere seien zu einem Preis von 12,60 Euro verkauft worden, teilte Haniel mit.

von Henryk Hielscher

Der neue Haniel-Chef Stephan Gemkow hat den Duisburger Ruhrgebietsclan davon überzeugt, das Portfolio neu auszubalancieren und Celesio- und Metro-Aktien zu verkaufen.

Schon vor Wochen gab es die ersten Gerüchte: Die Duisburger Haniel-Familie wolle sich von Anteilen an dem Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesio trennen. Doch über das Volumen der Transaktion geisterten unterschiedliche Angaben durch den Markt. Nun hat Haniel-Chef Stephan Gemkow Ernst gemacht: 7,9 Millionen Celesio-Papiere seien zu einem Preis von 12,60 Euro verkauft worden, teilte Haniel mit. Die Deutsche Bank, die die Aktien im Auftrag Haniels veräußerte, war zunächst nur von einem Preis zwischen 12,20 und 12,50 Euro ausgegangen. Die Nachfrage nach den Celesio-Titeln habe das Angebot nun aber um das Fünffache übertroffen. Haniel hält nunmehr 50,01 Prozent an dem Stuttgarter Pharmahändler.

Die Platzierung ist Teil von Gemkows Maßnahmenbündel zum Abbau der Verschuldung des Mischkonzerns. Zudem will sich Gemkow innerhalb der nächsten 18 Monate von einem Anteil von rund 4,24 Prozent am Handelsriesen Metro trennen. Vor allem letzterer Plan sorgt indes für einige Verwunderung.

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Zwar wird die Idee, das Portfolio neu auszubalancieren und sich von Anteilen zu trennen, in Duisburg schon seit Jahren diskutiert. Bislang wurde ein Verkauf der Metro-Anteile jedoch stets verworfen. Dabei wäre eine Trennung in der Vergangenheit deutlich sinnvoller gewesen. Schon Gemkows Vorgänger Jürgen Kluge hatte vor zwei Jahren entsprechende Pläne verfolgt, konnte die Familie aber nicht von einem Verkauf überzeugen.

Damals lag der Kurs der Metro-Papiere fast doppelt so hoch. Auch im Sommer, als Metro vor dem Rausschmiss aus dem deutschen Leitindex Dax stand, hätte ein Verkauf durchaus Vorteile gehabt. Nicht nur das Kursniveau war höher. Zugleich wäre der Streubesitz gestiegen und hätte damit die für den Verbleib im Dax relevanten Kritierien beeinflusst. Im Klartext: Mit der jetzt angekündigten Aktion hätte Haniel damals im Grunde den Dax-Rausschmiss der Metro abwenden können – und sich weitere Kursrückgänge womöglich erspart. Haniel verzichtete – und zieht erst jetzt die Reißleine.

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Haniel wolle aber weiterhin größter Einzelaktionär der Metro bleiben, bekräftigte Gemkow. Mit einem Verkauf von mehr als vier Prozent der Metro-Aktien ist aber rechnerisch auch die Mehrheit der Familien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck an dem Handelskonzern mit Töchtern wie Real, Kaufhof oder Media-Saturn verloren.

Die beiden verbundenen Großaktionäre halten derzeit 50,01 Prozent an der Metro. Selbst mit einem verringerten Anteil dürften sie aber weiter das Sagen bei den Hauptversammlungen der Metro haben. „Wir sind vom nachhaltigen Wertpotenzial sowohl von Metro als auch von Celesio überzeugt", sagte Gemkow. „Daher bleiben sie langfristig Ankerinvestments im Haniel-Portfolio.“

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