Middelhoff fordert Millionen: "Ungünstige Aussichten" für den Ex-Manager

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Middelhoff fordert Millionen: "Ungünstige Aussichten" für den Ex-Manager

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Das Zivilverfahren von Ex-Arcandor Vorstand Middelhoff gegen die Bank Sal. Oppenheim ist eröffnet worden.

Thomas Middelhoff fordert in einem Zivilprozess Millionen von der Bank Sal. Oppenheim - mit begrenzten Erfolgsaussichten. Das stellte das Gericht gleich zu Beginn klar.

Dem früheren Topmanager Thomas Middelhoff droht eine neue Niederlage vor Gericht. Das Kölner Landgericht sieht in einem von ihm angestrengten Zivilprozess gegen die Bank Sal. Oppenheim "nach derzeitigem Sach- und Streitstand recht ungünstige Aussichten für die Klage". Der Vorsitzende Richter Stefan Singbartl sagte in der mündlichen Verhandlung, er habe "ziemliche Probleme mit der Substanz des klägerischen Vortrags". Die Entscheidung soll am 3. Februar verkündet werden.

Worum es geht

Middelhoff, der ehemalige Chef des Arcandor-Konzerns (Karstadt/Quelle), fordert in dem Verfahren zusammen mit seiner Ehefrau laut Gericht eine Summe von gut 100 Millionen Euro von Sal. Oppenheim. Er sei bei der Anlage in mehrere Fonds falsch beraten worden.

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Das Bankhaus wiederum verlangt dem Richter zufolge ebenfalls mehr als 100 Millionen Euro von Middelhoff im Rahmen einer Widerklage. Er habe Darlehen nicht zurückgezahlt.

Singbartl erläuterte unmittelbar nach der Verhandlung, wahrscheinlich sei, dass nur eine Klage Erfolg haben werde: Entweder bekomme Middelhoff sein Geld und die Widerklage werde abgewiesen - oder aber Middelhoffs Klage scheitere und Sal. Oppenheims Forderungen würden erfüllt.

Die besten Zitate von und über Thomas Middelhoff

  • Hintergrund

    Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff musste sich einem knappes halbes Jahr vor dem Essener Landgericht wegen des Vorwurfs der Untreue verantworten. Eine Übersicht von Zitaten rund um die Ereignisse der vergangenen Monate.

  • Die Katze auf dem heißen Blechdach

    „Ich bin wie die Katze übers Dach. Ich musste drei Meter tief auf eine Garage springen und dann noch einmal drei Meter auf die Straße.“
    (Middelhoff über seine filmreife Flucht vor Fotografen nach einem Termin bei einem Gerichtsvollzieher in Essen Ende Juli, bei dem er seine Vermögensverhältnisse hatte offenlegen müssen)

  • Apocalypse Now

    „Das ist wie ein apokalyptischer Traum.“
    (Middelhoff zu Pfändungsversuchen von Gläubigern am Rande seines Untreue-Prozesses vor dem Essener Landgericht)

  • Arbeit, Arbeit, Arbeit

    „Er hat eigentlich immer gearbeitet, immer, immer.“
    (Middelhoffs Gattin Cornelie Middelhoff als Zeugin vor Gericht zur Arbeitsbelastung ihres Mannes)

  • Das fliegende Büro

    „Das war ein fliegendes Büro für ihn.“
    (Ein früherer Mitarbeiter Middelhoffs als Zeuge vor Gericht zu den umstrittenen Charterflügen seines Ex-Chefs)

  • Stau

    „Stau war das Schlimmste für ihn.“
    (Der langjährige Fahrer des Managers als Zeuge vor Gericht)

  • Der Schaden des Thomas M.

    „Mir und meiner unternehmerischen Tätigkeit ist großer Schaden zugefügt worden.“
    (Middelhoff zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn, die er als „uferlos“ und „unverhältnismäßig“ empfindet)

  • Von Gott gegeben

    „Ich habe mich nie als Controllerin meines Chefs gesehen.“
    (Eine ehemalige Sekretärin des Managers, die sagte, sie habe Middelhoffs Entscheidungen als „gottgegeben“ hingenommen.)

Der Manager erschien am Dienstag nicht selbst vor Gericht, da er zurzeit in Untersuchungshaft ist. Er war am Freitag vom Landgericht Essen wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wegen Fluchtgefahr wurde Middelhoff jedoch in U-Haft genommen. Das Landgericht Köln hatte ursprünglich das persönliche Erscheinen von Middelhoff angeordnet.

Wie der Streit entstand

Der Streit zwischen den Middelhoffs und dem Bankhaus war nach der Insolvenz des Arcandor-Konzerns 2009 entbrannt. Middelhoff hatte sich an mehreren Oppenheim-Esch-Fonds beteiligt. Bei einigen seiner Forderungen sieht Singbartl eine "Verjährungsproblematik", weil die Investments schon bis zu zehn Jahre zurückliegen. Entgegen früherer Angaben des Gerichts richtet sich die Middelhoff-Klage nicht gegen die Sparkasse Köln/Bonn.

Weitere Artikel

Der Manager hatte 2005 die Führung des angeschlagenen KarstadtQuelle-Konzerns übernommen, ihn umgebaut und in Arcandor umfirmiert. Mit der Insolvenz stand auch Sal. Oppenheim vor dem Ruin. Die Bank hatte zuletzt große Arcandor-Aktienbestände übernommen.

Der Kölner Prozess ist wichtig für Middelhoff. Im Sommer hatte er der Deutschen Presse-Agentur gesagt, er sei nicht pleite, komme allerdings an seine Liquidität nicht heran. Diese werde von Sal. Oppenheim blockiert.

Nach Middelhoffs damaliger Schilderung gibt es mehrere millionenschwere Forderungen gegen ihn, auch von seinem früheren Vermögensverwalter Josef Esch. Vor einem Gerichtsvollzieher hatte Middelhoff bereits seine Vermögensverhältnisse offenlegen müssen.

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