Mischkonzern: Dr. Oetkers Umsätze schrumpfen

Mischkonzern: Dr. Oetkers Umsätze schrumpfen

Umsatzrückgänge bei seiner Reederei, eine saftige Kartellstrafe für seine Brauerei und Streit in der Familie - der Mischkonzern Oetker steuert in unruhigem Fahrwasser.

Der Umsatz im Konzern sei 2013 um knapp ein Prozent auf 10,8 Milliarden Euro gesunken, räumte Firmenchef Richard Oetker in Bielefeld ein. Ein Grund dafür: Die Erlöse im Schifffahrtsbereich, der durch die Fusionspläne von Deutschlands größter Container-Reederei Hapag-Lloyd mit dem chilenischen Konkurrenten CSAV unter Druck geraten ist, brachen allein um vier Prozent auf 5,25 Milliarden Euro ein. Oetker suche nun nach Alternativen für die Sparte, sagte der zuständige Gesellschafter Ottmar Gast - ohne aber konkreter zu werden. Doch nicht nur das Umsatzminus bei der Reederei Hamburg-Süd wirft einen Schatten auf das weit verzweigte Oetker-Reich. Auch zwischen den Gesellschaftern gibt es weiter Differenzen. Das soll sich aber ändern: Er sei "sehr optimistisch", dass der Zwist beendet werden könne, sagte Oekter.

Der Oetker-Konzern ist breit aufgestellt - er produziert Nahrungsmittel wie Backwaren, Tiefkühlpizzen oder Müsli, braut Bier, keltert Sekt, betreibt die Reederei Hamburg Süd und gebietet über Hotels und sogar ein Bankhaus. Knapp 50 Prozent des Umsatzes stammen aber aus der Schifffahrt - doch Hamburg Süd ächzt wie ihre Wettbewerber unter einem erbitterten Wettbewerb, sinkenden Frachtraten und hohen Treibstoffkosten. Verhandlungen über ein Zusammengehen von Hamburg Süd mit Hapag-Lloyd waren vor über einem Jahr gescheitert, Hapag hat nun einen anderen Partner gefunden.

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Branchenkreisen zufolge waren Debatten um den Kurs von Hamburg Süd auch ein Grund für Streitereien innerhalb der Oetker-Familie. Es gebe weiter "unterschiedliche Meinungen", räumte Konzernchef Oetker ein. Er gehe aber davon aus, dass die Differenzen ausgeräumt werden könnten. "Wir sind auf einem guten Wege", verriet er, es gebe Gespräche. Ob der Zwist in dem traditionell verschwiegenen Gesellschafterkreis der Oetker-Dynastie noch im laufenden Jahr beendet werden könne? "Ich bin guter Dinge", sagte Oetker auf diese Frage nur - und ließ sich nicht weiter in die Karten schauen.

Mehr Freude bereitet Oetker das durch seine Backwarenprodukte und Tiefkühlpizzen bekannte Nahrungsmittelgeschäft. Hier stiegen die Umsätze 2013 um drei Prozent auf 2,57 Milliarden Euro. Im Brauereigeschäft um die Marke Radeberger stagnierten die Erlöse bei 1,8 Milliarden Euro. Radeberger war zuletzt durch eine Kartellstrafe in die Schlagzeilen geraten - das Bundeskartellamt hatte gegen zahlreiche Brauer wegen Preisabsprachen ein Strafe von 338 Millionen Euro verhängt.

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Zur Höhe des auf Radeberger entfallenden Strafanteils äußerte sich Oetker erneut nicht - denn Radeberger habe sich nicht an Absprachen beteiligt und Einspruch gegen den Bußgeldbescheid der Wettbewerbshüter eingereicht, hieß es. Auch könnte der Konzern in dem Bereich noch wachsen - Oetker könne sich im Brauerei-Geschäft Zukäufe vorstellen, sagte Finanzchef Albert Christmann, der von Radeberger nach Bielefeld gewechselt war.

Ins neue Jahr startete der Konzern verhalten. 2014 sei in den ersten fünf Monaten sehr durchwachsen gewesen. "Wir haben in allen Geschäftsbereichen große Herausforderungen zu meistern, die uns das Leben nicht gerade leichtmachen", räumte Firmenchef Oetker ein. Immerhin - sein Eigenkapital hatte der Konzern im vergangenen Jahr von 2,8 Milliarden Euro auf über 3,1 Milliarden Euro aufgestockt. Oetker signalisierte damit, dass der Konzern durchaus auskömmlich arbeitet. Mehr verriet Oetker nicht - denn auch zu Gewinnzahlen sagt der Konzern traditionell nichts.

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