Mit der U-Bahn zum Möbelhaus: Ikea rückt näher an die Innenstädte

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Mit der U-Bahn zum Möbelhaus: Ikea rückt näher an die Innenstädte

Mit Innenstadtnähe und veganen Gemüsebällchen lockt Ikea eine urbanere Kundschaft. Dabei standen auch bei Konzernchef Peter Agnefjäll bisher eher Köttbullar auf dem Speiseplan.

Der Möbelriese Ikea will auf seinem wichtigsten Markt Deutschland näher an seine Kunden rücken und dadurch weiter wachsen. Mit Häusern näher an der Innenstadt, drahtlosen Handy-Ladestationen in Möbeln und Gemüsebällchen buhlen die Schweden dabei auch um die Kaufkraft junge Städter.

„Wenn wir früher Ikea-Häuser gebaut haben, dann haben wir nach einem Autobahnkreuz gesucht und den Laden dorthin gesetzt, weil die ganze Gesellschaft auf Autos ausgerichtet war“, sagte Konzernchef Peter Agnefjäll der Deutschen Presse-Agentur. „Heute sind wir natürlich an einer guten Erreichbarkeit für Autos interessiert. Aber es ist in Zukunft noch wichtiger, dass es eine gute Erreichbarkeit mit den Öffentlichen gibt.“

Wer bei Ikea kauft

  • Geschlecht der Kunden

    Weiblich: 54,3 Prozent (Bevölkerung 51 Prozent)
    Männlich: 45,7 Prozent (Bevölkerung 49 Prozent)

    Ikea-Kunden in Deutschland im Vergleich mit der Bevölkerung im Jahr 2013
    Quelle: Statista, VuMA // Stand: 2013

  • Alter der Kunden

    14-19 Jahre: 11,3 Prozent (Bevölkerung: 7 Prozent)
    20-29 Jahre: 25,4 Prozent (Bevölkerung: 14 Prozent)
    30-39 Jahre: 20,1 Prozent (Bevölkerung: 13,6 Prozent)
    40-49 Jahre: 21,6 Prozent (Bevölkerung: 18,8 Prozent)
    50-59 Jahre: 13 Prozent (Bevölkerung: 16,8 Prozent)
    60-69 Jahre: 5 Prozent (Bevölkerung: 12,5 Prozent)
    70 Jahre und älter: 3,6 Prozent (Bevölkerung: 17,4 Prozent)

  • Familienstand der Kunden

    Ledig: 40,9 Prozent (Bevölkerung: 27,9 Prozent)
    Verheiratet: 49,7 Prozent (Bevölkerung: 54,6 Prozent)
    Geschieden: 7,5 Prozent (Bevölkerung: 8,8 Prozent)
    Verwitwet: 1,9 Prozent (Bevölkerung: 8,7 Prozent)

  • Netto-Einkommen der Kunden

    Kein eigenes Einkommen: 13,6 Prozent (Bevölkerung: 9,9 Prozent)
    Bis unter 500 Euro: 8,9 Prozent (Bevölkerung: 8,1 Prozent)
    500 bis unter 1.000 Euro: 19,1 Prozent (Bevölkerung: 21,1 Prozent)
    1.000 bis unter 1.500 Euro: 21 Prozent (Bevölkerung: 24,1 Prozent)
    1.500 bis unter 2.000 Euro: 16,8 Prozent (Bevölkerung: 16,8 Prozent)
    2.000 bis unter 2.500 Euro: 9,9 Prozent (Bevölkerung: 9,8 Prozent)
    2.500 bis unter 3.000 Euro: 5 Prozent (Bevölkerung: 4,5 Prozent)
    3.000 bis unter 3.500 Euro: 2,6 Prozent (Bevölkerung: 2,4 Prozent)
    3.500 bis unter 4.000 Euro: 1,1 Prozent (Bevölkerung: 1,3 Prozent)
    Mehr als 4.000 Euro: 2 Prozent (Bevölkerung: 2 Prozent)

Manchmal bedeute das, dass die Geschäfte näher an den Innenstädten lägen. „Manchmal gibt es auch um die Städte herum eine gut ausgebaute Verkehrssituation, auch danach suchen wir.“ Für diese Art von Geschäften sei das Möbelhaus in Hamburg-Altona, das nur wenige Minuten Fußweg entfernt vom Bahnhof liege, ein Test - über dessen Erfolg Agnefjäll allerdings noch nichts verraten wollte.

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Ikea ist in Deutschland auf Wachstumskurs

  • 2010

    Umsatz: 3,48 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 14.000

    Einrichtungshäuser: 45

     

    Quelle: Ikea Deutschland

  • 2011

    Umsatz: 3,65 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 14.447

    Einrichtungshäuser: 45

  • 2012

    Umsatz: 3,88 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 15.294

    Einrichtungshäuser: 45

  • 2013

    Umsatz: 3,99 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 15.503

    Einrichtungshäuser: 45

  • 2014

    Umsatz: 4,12 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 16.000

    Einrichtungshäuser: 48

  • 2015

    Umsatz: 4,4 Milliarden Euro (+7,7%)

    Mitarbeiter: 16.826 (+857)

    Einrichtungshäuser: 50

„Aber es ist interessant, die Reaktionen der Kunden zu sehen - was funktioniert, was weniger gut“, sagte der Ikea-Chef über das Kaufverhalten der Städter. „Was wir normalerweise sehen, wenn wir an Orten sind, die bequemer zu erreichen sind, ist, dass die Leute öfter kommen. Dann kaufen sie nicht alle zwei Monate ein neues Sofa.“ Stattdessen besuchen sie öfter das Ikea-Restaurant. Auch dort passt sich der Möbelriese an eine urbane, junge Käuferschaft an: Im Restaurant werden seit April vegane Gemüsebällchen neben den bekannten fleischhaltigen Köttbullar serviert. „Das ist eine größere Sache, als es klingen mag, weil wir dem Fleischbällchen und dem Hot Dog so verbunden sind“, sagte Agnefjäll. „Aber was wir bis jetzt sehen, ist dass es ein großes Kundeninteresse gibt.“

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Heute wollten sich mehr Menschen gesund ernähren, als das vor 15 oder 20 Jahren der Fall gewesen sei. Die Gemüsebällchen sind zudem Teil der Nachhaltigkeitsstrategie bei der Möbelkette. Dabei war der Gedanke an vegetarische Kost für Agnefjäll selbst eine Umstellung: „Ich bin mit den Fleischbällchen geboren, so haben meine Eltern gekocht.“

Fleischesser müssen sich aber zunächst noch keine Sorgen machen, dass den Köttbullar das Aus droht. „Ich denke, heute geht es darum, Optionen zu schaffen. Wir haben die Köttbullar noch, aber wir bieten auch die Veggie-Bällchen an“, sagte Agnefjäll.

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