Mitarbeiter schlecht informiert: Ausverkauf-Chaos bei Praktiker

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Mitarbeiter schlecht informiert: Ausverkauf-Chaos bei Praktiker

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Eine Rabattzeichen hängt vor eine Filiale der Baumarktkette Praktiker in Hannover (Niedersachsen). Der Ausverkauf läuft vielerorts ungeregelt.

Die insolvente Baumarkt-Kette Praktiker ist am Ende. In 130 Märkten muss alles raus - unklar ist vielerorts aber immer noch, wann die letzte große Rabattschlacht denn nun startet.

Das Aus für 130 Filialen der zahlungsunfähigen Baumarkt-Kette Praktiker ist längst besiegelt. Gegen Ende dieser Woche sollte der Ausverkauf starten, verkündete der vorläufige Insolvenzverwalter Christopher Seagon am vergangenen Mittwoch. Der Warenbestand wird zu Sonderpreisen verkauft. In einem Teil des Filialnetzes war die Insolvenzverwaltung schon im August nicht mehr um diesen Schritt herumgekommen.

Doch wie das Magazin "Focus" auf seiner Internetseite berichtet, wissen noch immer viele Praktiker-Mitarbeiter nicht, wann genau der Ausverkauf in ihrer Filiale losgeht. An einem Münchner Markt hängt ein Zettel mit der Aufschrift: "In unserer Filiale gibt es heute noch keine Prozente. Der Abverkauf startet voraussichtlich Ende dieser Woche."

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Abwicklung Kunden werden Praktiker nicht vermissen

Die Baumarktkette Praktiker erleidet das Schlecker-Schicksal und wird abgewickelt.  So schmerzhaft der Schritt für die Beschäftigten auch ist, die meisten  Kunden werden Praktiker nicht vermissen.

Die Baumarktkette Praktiker hat sich ins wirtschaftliche Jenseits rabattiert. Quelle: dpa

Das Personal tappt völlig im Dunkeln und kann den ratlosen Kunden auch nicht weiterhelfen. Auf die Frage, wann es losgeht, antwortet eine junge Praktiker-Angestellte: "Wir wissen nicht einmal, welche Produkte um wie viel günstiger werden. Ich weiß nicht einmal, wo wir inserieren werden", zitiert sie das Magazin.

In den Filialen bietet sich ein trostloses Bild, die meisten Kunden warten darauf, dass die Rabattschlacht startet und dann alles günstiger zu haben ist. Bei "Focus" findet sich eine Liste der Märkte, in denen der Ausverkauf Ende dieser Woche losgehen soll.

Vergangenen Mittwoch hatten die Insolvenzverwalter mitgeteilt, dass der angestrebte Verkauf von Praktiker als Ganzes oder in großen Teilen gescheitert ist. Die Kette verschwindet damit vom deutschen Markt. Es gebe jedoch Interesse von Investoren an einzelnen Filialen, vor allem an Standorten der 2007 übernommenen Tochter Max Bahr.

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Unter anderem hat der Branchenrivale Hagebau ein Auge auf Praktiker geworfen. Die Baustoff-Handelsgruppe mit Hauptsitz im niedersächsischen Soltau bekräftigte am Donnerstag ihr Interesse an einzelnen Praktiker-Märkten. „Unverändert besteht Interesse an der Übernahme einiger Filialen von Praktiker und Max Bahr. Bislang geht es aber konkret nur um die bereits freigegebenen Praktiker-Märkte. An einzelnen Standorten von Max Bahr besteht Interesse, doch konkrete Verhandlungen stehen da bislang aus“, sagte eine Hagebau-Sprecherin.

Auch Branchenführer Obi sowie der Konkurrent Hornbach hatten im Zuge der Praktiker-Insolvenz im Juli Interesse an einzelnen Praktiker-Filialen signalisiert. Die Mannheimer Baumarkt-Kette Bauhaus und der zum Rewe-Konzern gehörende Anbieter Toom wollten die jüngste Entwicklung bei Praktiker nicht kommentieren. Für Max Bahr gebe es inzwischen Angebote von strategischen und auch von Finanzinvestoren, hieß es aus der Insolvenzverwaltung: „Wir sehen deshalb gute Chancen, die Standorte und Arbeitsplätze von Max Bahr zu sichern.“

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