Mobilfunk: Telekom zieht Verkaufsantrag für US-Tochter zurück

Mobilfunk: Telekom zieht Verkaufsantrag für US-Tochter zurück

, aktualisiert 24. November 2011, 11:41 Uhr
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Über der Telekom ziehen dunkle Wolken auf.

Quelle:Handelsblatt Online

Rückschlag für die Deutsche Telekom. Das Unternehmen zieht den Verkaufsantrag der US-Tochter bei der Telekommunikationsaufsicht FCC zurück. Eigentlich wollte sich die Telekom schnellstens von der Sparte trennen.

Washington/FrankfurtErneuter Rückschlag für Telekom-Chef Rene Obermann: Der geplante Verkauf der US-Tochter T-Mobile USA der Deutschen Telekom an AT&T zieht sich in die Länge. Die Anträge bei der US-Telekommunikationsaufsicht FCC für die 39 Milliarden Dollar schwere Transaktion seien zurückgezogen worden, teilte der US-Konzern und die Deutsche Telekom am Donnerstag mit. Die FCC hat Bedenken gegen den 39 Milliarden Dollar schweren Verkauf des US-Mobilfunkgeschäfts an AT&T und hatte am Dienstag eine strengere Prüfung des Vorhabens angeordnet.

Auf lange Sicht halten die beiden Konzerne nach Angaben von AT&T an dem geplanten Deal fest. Demnach konzentrieren sie sich darauf, zunächst die Zustimmung des Justizministeriums zu erhalten. Das US-Justizministerium hatte im August Klage gegen die Fusion der Nummer zwei und vier auf dem US-Mobilfunkmarkt eingereicht. AT&T rechnet wegen des ungewissen Ausgangs der Transaktion im vierten Quartal mit Belastungen von vier Milliarden Dollar.

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Die Hürden für den geplanten Deal sind hoch: Denn das US-Justizministerium hat wegen kartellrechtlicher Bedenken bereits dagegen geklagt. Die Bonner sind enttäuscht. Die Entscheidung der FCC berücksichtige nicht die klaren Vorteile, die sich durch die Transaktion für den US-Mobilfunkmarkt und die gesamte Volkswirtschaft ergeben würden, hatte ein Telekom-Sprecher unlängst gesagt. Auch AT&T hatte die Einschätzung der FCC als enttäuschend bezeichnet. Jetzt liegen die Konsequenzen auf dem Tisch.

Nach Auffassung der US-Telekommunikationsaufsicht würde die Übernahme von T-Mobile USA durch den US-Telekomkonzern zu einem erheblichen Abbau von Wettbewerb und Arbeitsplätzen in den USA führen. Wie FCC-Chef Julius Genachowski an die Kommissare seiner Behörde schrieb, soll nun eine eingehende Prüfung mit Anhörung der Unternehmen erfolgen. Die FCC bezweifelt zudem, dass AT&T den neuen Mobilfunkstandard 4G nach der Übernahme von T-Mobile USA schneller ausbauen würde.


Klage läuft noch

Mit der Prüfung hätte sich der Abschluss der geplanten Transaktion zumindest weiter in die Länge gezogen. Denn die geplante Anhörung bei der FCC, die überprüft, ob der Deal im öffentlichen Interesse ist, soll nach Angaben der FCC erst nach dem kartellrechtlichen Verfahren stattfinden. Das US-Justizministerium hatte im August Klage gegen die Fusion der Nummer zwei und vier auf dem US-Mobilfunkmarkt eingereicht. Die Transaktion berge die Gefahr, dass Millionen Bürger im ganzen Land weniger Auswahl hätten und höhere Mobilfunk-Preise zahlen müssten, hatte die US-Regierung den Schritt begründet. Der Prozessbeginn ist für den 13. Februar angesetzt.

Für Telekom-Chef Obermann soll der Verkauf von T-Mobile USA an AT&T eigentlich sein Meisterstück werden. Denn auf diesem Weg würde er ein langjähriges Sorgenkind loswerden. Das US-Mobilfunk-Geschäft, das vom ehemaligen Telekom-Chef Ron Sommer noch als Wachstumslokomotive gepriesen wurde, war vor einigen Jahren in die Krise geschlittert. Die Sparte, die immerhin ein Viertel des Konzernumsatzes erzielt, tritt auf der Stelle. Dagegen gewannen große Konkurrenten wie AT&T mit exklusiven Telefonen und kleinere Anbieter mit Discountpreisen neue Kunden hinzu.

Quelle:  Handelsblatt Online
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