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Mode: Der Nachfolger des Gehrocks wärmt besser und verschafft dem Träger Haltung

Mode: Die Rückkehr des Zweireihers

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Ossi Urchs

Ein auffälliger und gefragter Experte für Web Strategien ist ohne Zweifel Ossi Urchs mit seiner Medienagentur FFT. Als Buchautor und Moderator vermarktet er auch sich selbst erfolgreich.

Bild: Presse

Der Nachfolger des Gehrocks wärmt besser und verschafft dem Träger Haltung

Doch für die Berufseinsteiger der vergangenen 10, 15 Jahre gilt: einreihig, mal drei, dann wieder vier Knöpfe, für Verwegene auch mal nur zwei. Vor allem gilt: eng und auf Taille geschnitten. Mit dem neuen Typus von Manager, der sich im Fitnessstudio in Form hält, zollt die Mode durch schlanke Silhouetten und diskreten Revers dem Ideal der körperlichen Fitness Tribut. „Slim Fit“ war und ist das modische Signet des Lean-Managers.

Noch hat sich daran kaum etwas geändert. „Der Zweireiher wird noch eine Weile die Ausnahme sein, aber er wird sich durchsetzen“, sagt Christian Braun, Head of Design der Herrenmodemarke Eduard Dressler. Das zarte Pflänzlein des Geschmackswandels muss von den Meinungsführern » » gepflegt werden, dann aber gibt es kein Halten mehr, wie schon Philosoph Barthes wusste: „Die Aggressivität der Mode, deren Rhythmus der der Blutrache ist, sieht sich (...) entwaffnet von einer ruhigeren Zeitvorstellung.“

Die ersten Anzeichen einer Renaissance sind nicht zu übersehen. Modemarken wie Paul Smith haben in ihren Katalogen zwar fast ausschließlich Einreiher im Programm, werben aber bereits mit der doppelten Knopfleiste. Hugo Boss schickt bei den Modeschauen immer noch die Einreiher hinaus, wirbt in der englischen Design-Zeitschrift „Wallpaper“ schon mit neuen Zweireihern. Für Andreas Baumgärtner von Marc O’Polo ist mit dem Auftreten des Zweireihers nicht automatisch das Ende des Einreihers gekommen. „Die gute Nachricht ist, dass Männer in dieser Saison zwischen dem einreihigen und zweireihigen Sakko wählen können“, schreibt er in einer Werbebroschüre.

Der Zweireiher wird sich durchsetzen

Das hätten die Hersteller gerne. An der Schwelle des Wechsels mit der Verunsicherung des Kunden mehr Waren zu verkaufen. Die Männerzeitschrift „GQ“ hingegen ist sich sicher, dass der Tag gekommen sei, auf die doppelte Knopfleiste zu setzen, und sie verknüpft das flott mit Karriereaussichten: „Der Zweireiher ist der Chef-Anzug schlechthin.“ Allein – wer sich mit ihm ins Büro wagt, braucht Mut oder den Ruf des modischen Early Adopter. Gerne begleiten die Modemacher den Stabwechsel bei der Büro-Uniform mit Accessoires wie auffälligen Manschettenknöpfen oder Brillengestellen.

Letztere zeichneten den Weg vor, den jetzt der Zweireiher beschreiten wird. Erst trug die als Beamtenmodelle verschrienen Hornbrillen nur eine kleine Zahl von Kreativen, heute sind die randlosen Gestelle passé und die kräftigen Brillenrahmen so modisch, dass sie in Japan von jungen Frauen auch ohne Gläser als Accessoire getragen werden.

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Platz für den Körper

Für Männer mit Normalfigur könnte sich damit die Gelegenheit bieten, eine Hüftrolle zu kaschieren. Trotzdem, schlank sein schadet nicht. Der Berliner Modehändler Christoph Tophinke pflegt in seinem Chelsea Farmer’s Club vor allem britische Traditionen und forciert seit etwa zwei Jahren den Zweireiher im „brutalsten Uniformschnitt“. Dass er noch immer als Verhüllungstaktik der Beleibten gelte, findet Tophinke „völlig absurd“. Prinz Charles sei mit seiner schlanken Figur das beste Beispiel.

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Mit Tophinkes militärischem Stil werden sich viele Männer vielleicht nicht anfreunden können und lieber warten, bis große Marken weniger extreme Modelle anbieten. Auch dann gilt für die Männer: Sie müssen die Zweireiher-Mode nicht mitmachen. Aber die meisten werden es tun.

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