H&M wird zum Online-Angreifer im Modemarkt

Mode: H&M wird zum Online-Angreifer

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Das Geschäftsmodell der schwedischen Modekette ist längst kein Selbstläufer mehr.

von Mario Brück

Das Geschäftsmodell des Klamottenhändlers H&M ist längst kein Selbstläufer mehr. Auch die Schweden leiden unter weniger Kundschaft und schwindenden Margen. Im Verkauf über das Internet macht der Händler jedoch Fortschritte.

Nach einem mühsamen Jahresstart kommt die schwedische Modekette Hennes & Mauritz (H&M) langsam in Fahrt. Dank eines starken Wachstums im Onlinegeschäft legten die Umsätze von Anfang März bis Ende Mai um 10 Prozent auf umgerechnet rund 5,3 Milliarden Euro zu. H&M-Chef Karl-Johan Persson sprach gleichwohl von Herausforderungen in wichtigen Märkten wie den USA, China, den Niederlanden oder der Schweiz.

Die Schweden hatten sich erst Anfang 2017 neue Wachstumsziele gesetzt und wollen ihren Umsatz - Währungsschwankungen herausgerechnet - jährlich um 10 bis 15 Prozent steigern. Ein verstärkter Fokus auf das Onlinegeschäft soll hierzu wesentlich beitragen. In einigen Märkten macht der Anteil der Onlineverkäufe nach Unternehmensangaben mittlerweile bis zu 30 Prozent am gesamten Umsatz aus.

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Zusätzliche Filialen und ein Sparkurs zahlen sich für den schwedischen Modekonzern aus. Der Gewinn stieg im zweiten Quartal um zehn Prozent auf knapp 790 Millionen Euro, teilte die Nummer zwei in Europa nach der Zara-Mutter Inditex heute mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten mit einem weitaus geringeren Plus gerechnet.

H&M leidet unter schwacher Wintersaison

Zu schaffen machten H&M jedoch Abschreibungen, weil viele Fummel aus der Wintersaison in den Lagern und Regalen liegen blieben. „Das Geschäft in Großbritannien, Skandinavien und Osteuropa sowie in einigen Wachstumsmärkten war gut“, sagte H&M-Chef Karl-Johan Persson. Er rechnet auch für das laufende Sommerquartal mit Abschreibungen auf Lagerbestände.

Maues Geschäft für Modeläden Ist Kleiderkaufen „nicht mehr sexy“ ?

In vielen Modegeschäften bleiben in diesem Jahr die Kunden aus. Die Wintersaison war schlecht. Und auch die Frühjahrs- und Sommersaison geben Experten allmählich verloren. Selbst der Online-Handel wächst weniger.

Maues Geschäft für Modeläden  Quelle: dpa

An der Börse kommen die jüngsten Ergebnisse gut an. Die Aktie steigt. Für mittel- und langfristig orientierte Aktionäre hat sich das Papier jedoch als klarer Wertvernichter erwiesen. Allein seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 20 Prozent eingebüßt. Verglichen mit dem Allzeithoch Anfang März 2015 ist die H&M-Aktie sogar um fast die Hälfte eingebrochen.

Um sich künftig noch stärker bei der jüngeren, online-affinen Kundschaft zu verankern, holen sich die Schweden die deutsche Sängerin und Rapperin Ace Tee („Bist du down“) an Bord. Und werden dafür auf den einschlägigen Online-Portalen gefeiert: „Also mit DIESER neuen H&M-Koop hatten wir echt nicht gerechnet.“

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