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Modebranche: Was den neuen Esprit-Chef erwartet

Der neue Esprit-Chef kommt vom Konkurrenten Zara. Die Börsen reagierten begeistert auf die Nachricht. Das war auch dringend nötig: Esprit hat in der Zwischenzeit ein Drittel seines Börsenwerts verloren.

Esprit befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Umbau - im vergangenem Jahr schloss der Konzern 130 Filialen. Quelle: REUTERS
Esprit befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Umbau - im vergangenem Jahr schloss der Konzern 130 Filialen. Quelle: REUTERS

Die Modekette Esprit hat mit der Berufung eines neuen Vorstandschefs für Furore an den Märkten gesorgt. Nachfolger des im Juni zurückgetretenen Konzernlenkers Ronald van der Vis wird Jose Manuel Martinez Gutierrez. Martínez kommt vom spanischen Textil-Riesen Inditex, zu dem auch die Mode-Kette Zara gehört. Dort war er für die Strategie und
Umsetzung des Vertriebsmodells zuständig. Zuvor leitete er acht Jahre lang das Handels- und Konsumgüter-Geschäft von Kinsey & Company in Spanien. Er soll sein Amt Ende September antreten. Am Aktienmarkt in Hongkong brachen die Anleger in Jubel aus: Die Esprit-Aktie schoss um 29 Prozent in die Höhe.

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Esprit

Esprit versucht sich derzeit mit neuem Image und einer neuen Kampagne aus dem Sumpf zu ziehen. In der Vergangenheit hatten Vorwürfe über Tierversuche und Kinderarbeit das Image der Modemarke schwer beschädigt. Dementsprechend waren Umsatz und Gewinn in den letzten Jahre im Sinkflug. Auch bei Esprit soll eine Restrukturierung helfen: Nachdem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010/2011 einen Gewinneinbruch von 98 Prozent auf 7,45 Millionen Euro hinnehmen musste, zog sich der Modekonzern aus Nordamerika, Spanien, Dänemark und Schweden zurück und schloss 130 Filialen.

Bild: REUTERS

Van der Vis hatte am 13. Juni bekannt gegeben sich aus dem Konzern zurückzuziehen. Er gehe aus "persönlichen wie familiären Gründen" hieß es. Van der Vis, der seit 2009 die Geschicke der Modemarke lenkte, galt als umstritten. Mit seinem Vorgänger "Mr. Esprit" - Heinz Krogner, der das Unternehmen 15 Jahre lang geleitet und aufgebaut hatte, hatte sich der Niederländer schnell überworfen. Krogner zog sich daraufhin völlig aus dem Unternehmen zurück.

Van der Vis startete einen umfangreichen Umbauplan für den Drei-Milliarden-Euro-Konzern, der vor keinem Bereich haltmachte: Vertrieb, Marketing, Beschaffung und IT und die Klamotten selbst stellte er auf den Prüfstand. Bis 2015 sollte die Neuausrichtungen 1,7 Milliarden Euro kosten. Die Zahlen, die Esprit für 2010/11 präsentierte waren verheerend. Der Gewinn schmierte auf 7,45 Millionen ab – ein Gewinneinbruch von 98 Prozent. Der Modekonzern schloss 130 Filialen, zog sich aus Nordamerika, Spanien, Dänemark und Schweden zurück.

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