Modehandel: Boutiquen kämpfen ums Überleben

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Modehandel: Boutiquen kämpfen ums Überleben

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Große Modeketten machen Umsatz - kleinere Boutiquen haben Probleme.

Dem deutschen Mode-Mittelstand laufen die Kunden davon, obwohl der Markt insgesamt wächst. Der Textileinzelhandel schlägt Alarm, vielen Anbietern drohe die Pleite.

Die wirtschaftliche Lage vieler kleiner Modehäuser und Boutiquen spitzt sich weiter zu. Das geht aus einer Hochrechnung des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels hervor. Zwar sei der Markt für Bekleidung und Textilien in Deutschland 2014 um rund ein Prozent auf etwa 60 Milliarden Euro gewachsen. Doch verteilte sich das Wachstum sehr ungleichmäßig auf die verschiedenen Vertriebskanäle. Steigende Umsätze mit einem Plus von rund 20 Prozent konnten Online-Shops verzeichnen, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund acht Milliarden Euro erzielten.

Während Modeketten H&M, Zara oder Primark beim Umsatz im vergangenen Jahr vor allem durch Neueröffnungen ihre Umsätze leicht steigern konnten, lag das Minus bei mittelständischen Boutiquen und Modehäusern bei zwei bis drei Prozent. Sie leiden nach Angaben von BTE-Präsident Steffen Jost gleich unter einer Reihe von Problemen.

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So wurden in einer Umfrage des Verbands Themen wie die abnehmende Kundenfrequenz in den Städten und der wachsende Online-Handel genannt. „Da die Menschen ihr Leben zunehmend vom heimischen Computer aus organisieren, verringern sich die Chancen für Impuls- und Lustkäufe", sagte Jost. Zudem würden auch Lieferanten dem Fachhandel immer häufiger mit Marken-Stores und Online-Shops Konkurrenz machen.

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Parallel dazu beobachten Konsumforscher auch ein verändertes Einkaufsverhalten der Bundesbürger. Nach den Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist das Modebudget der deutschen Verbraucher in den vergangenen 15 Jahren drastisch geschrumpft. Gaben die Bundesbürger im Jahr 2000 noch 3,4 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Bekleidung aus, so dürften es in diesem Jahr nach Schätzungen der GfK gerade noch 1,8 Prozent sein. „Es wird viel konsumiert, aber das Geld geht in Immobilien und Wohnungsrenovierungen, in Reisen und Must-haves wie ein neues Smartphone“, erklärte kürzlich der GfK-Textilexperte Bernd Lochschmidt diese Entwicklung.

Angesichts der Entwicklung sind weitere Insolvenzen und Ladenschließungen in der Branche absehbar. Nach BTE-Angaben mussten bereits in den vergangenen Jahren Tausende Unternehmen aufgeben. So zählte der Verband im Jahr 2000 noch mehr als 35.000 Textilhändler in Deutschland, inzwischen sei die Zahl auf unter 20.000 gesunken.

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