Möbelkonzern : Ikea profitiert vom Deutschlandgeschäft

Möbelkonzern : Ikea profitiert vom Deutschlandgeschäft

, aktualisiert 28. Januar 2015, 15:00 Uhr

Das starke Deutschlandgeschäft hat dem Möbelkonzern Ikea 2014 ein dickes Umsatzplus beschert. Deutschland ist damit der wichtigste Einzelmarkt von Ikea - noch vor den USA.

Der weltweit führende Möbelhändler Ikea hält nach einem Umsatzplus im Jahr 2014 an seinen ambitionierten Wachstumszielen fest. Der Konzern mit den schwedischen Wurzeln peile bis zum Jahr 2020 Erlöse von 50 Milliarden Euro an, bekräftigte Ikea-Chef Peter Agnefjäll am Mittwoch im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Helsingborg.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 (31. August) hatte der Möbelhändler von einem starken Deutschlandgeschäft sowie vielen Kunden in China und Nordamerika profitiert. Die Erlöse des Konzerns legten um 2,8 Prozent auf 29,3 Milliarden Euro zu. Der Gewinn betrug nach Unternehmensangeben wie im Vorjahr 3,3 Milliarden Euro.

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Knapp 300 Millionen Euro seien in zwei Bonus-Programme für die 147 000 Mitarbeiter gewandert, erklärte der Konzernchef die Ergebnisentwicklung. Bei den Mitarbeiterprogrammen handele es sich um eine betriebliche Altersvorsorge für die Beschäftigten konzernweit sowie eine Erfolgsbeteiligung an den Unternehmenszielen.

Wer bei Ikea kauft

  • Geschlecht der Kunden

    Weiblich: 54,3 Prozent (Bevölkerung 51 Prozent)
    Männlich: 45,7 Prozent (Bevölkerung 49 Prozent)

    Ikea-Kunden in Deutschland im Vergleich mit der Bevölkerung im Jahr 2013
    Quelle: Statista, VuMA // Stand: 2013

  • Alter der Kunden

    14-19 Jahre: 11,3 Prozent (Bevölkerung: 7 Prozent)
    20-29 Jahre: 25,4 Prozent (Bevölkerung: 14 Prozent)
    30-39 Jahre: 20,1 Prozent (Bevölkerung: 13,6 Prozent)
    40-49 Jahre: 21,6 Prozent (Bevölkerung: 18,8 Prozent)
    50-59 Jahre: 13 Prozent (Bevölkerung: 16,8 Prozent)
    60-69 Jahre: 5 Prozent (Bevölkerung: 12,5 Prozent)
    70 Jahre und älter: 3,6 Prozent (Bevölkerung: 17,4 Prozent)

  • Familienstand der Kunden

    Ledig: 40,9 Prozent (Bevölkerung: 27,9 Prozent)
    Verheiratet: 49,7 Prozent (Bevölkerung: 54,6 Prozent)
    Geschieden: 7,5 Prozent (Bevölkerung: 8,8 Prozent)
    Verwitwet: 1,9 Prozent (Bevölkerung: 8,7 Prozent)

  • Netto-Einkommen der Kunden

    Kein eigenes Einkommen: 13,6 Prozent (Bevölkerung: 9,9 Prozent)
    Bis unter 500 Euro: 8,9 Prozent (Bevölkerung: 8,1 Prozent)
    500 bis unter 1.000 Euro: 19,1 Prozent (Bevölkerung: 21,1 Prozent)
    1.000 bis unter 1.500 Euro: 21 Prozent (Bevölkerung: 24,1 Prozent)
    1.500 bis unter 2.000 Euro: 16,8 Prozent (Bevölkerung: 16,8 Prozent)
    2.000 bis unter 2.500 Euro: 9,9 Prozent (Bevölkerung: 9,8 Prozent)
    2.500 bis unter 3.000 Euro: 5 Prozent (Bevölkerung: 4,5 Prozent)
    3.000 bis unter 3.500 Euro: 2,6 Prozent (Bevölkerung: 2,4 Prozent)
    3.500 bis unter 4.000 Euro: 1,1 Prozent (Bevölkerung: 1,3 Prozent)
    Mehr als 4.000 Euro: 2 Prozent (Bevölkerung: 2 Prozent)

In Deutschland kletterten die Erlöse um 3,2 Prozent auf 4,12 Milliarden Euro. Mit einem Umsatzanteil von 14 Prozent sei Deutschland damit vor den USA, Frankreich und Russland der wichtigste Einzelmarkt des Möbelhändlers geblieben.

Vier Prozent der Erlöse seien über das Online-Geschäft erwirtschaftet worden, sagte Deutschland-Chef Peter Betzel der Deutschen Presse-Agentur. Konkrete Angaben zum Ergebnis machte der Manager nicht. Er sei jedoch sehr zufrieden. Auch das neue Geschäftsjahr sei gut angelaufen.

Ikea ist in Deutschland auf Wachstumskurs

  • 2010

    Umsatz: 3,48 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 14.000

    Einrichtungshäuser: 45

     

    Quelle: Ikea Deutschland

  • 2011

    Umsatz: 3,65 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 14.447

    Einrichtungshäuser: 45

  • 2012

    Umsatz: 3,88 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 15.294

    Einrichtungshäuser: 45

  • 2013

    Umsatz: 3,99 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 15.503

    Einrichtungshäuser: 45

  • 2014

    Umsatz: 4,12 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 16.000

    Einrichtungshäuser: 48

  • 2015

    Umsatz: 4,4 Milliarden Euro (+7,7%)

    Mitarbeiter: 16.826 (+857)

    Einrichtungshäuser: 50

Auf acht Milliarden Euro wolle der Möbelhändler seine Erlöse in Deutschland in den nächsten zehn Jahren verdoppelt und einen Marktanteil von 25 Prozent erreichen, kündigte Betzel an. „Zehn Prozent des Umsatzes soll dann über unsere Online-Shops erzielt werden.“ Das Hauptgeschäft im schwer umkämpften deutschen Markt werde aber auch in Zukunft von den Einrichtungshäusern getragen.

„Unser Ziel sind mittelfristig bis zu 70 Einrichtungshäuser“, sagte der Manager. Derzeit liegt die Zahl in Deutschland bei 48. Um die Standorte weiterzuentwickeln, seien im vergangenen Jahr 50 Millionen Euro investiert worden. Die Zahl der Beschäftigten im Inland lag nach seien Angaben 2014 bei 16 000, 500 mehr als im Jahr zuvor.

Von dem neuen, unbefristeten Umtauschrecht hätten die Ikea-Kunden in Deutschland bislang nicht übermäßig stark Gebrauch gemacht, teilte Betzel mit. „Wir haben unseren Kunden mit der neuen Regelung eine Kaufsicherheit gegeben, sind aber natürlich auch von unseren Produkten überzeugt.“

Der Möbelhändler hatte im August ein lebenslanges Umtauschrecht für nahezu alle Artikel aus den Filialen und des Online-Handels beschlossen. Bisher konnten die Ikea-Kunden Möbel nach dem Kauf drei Monate lang umtauschen oder zurückgeben. Jetzt räumt der Konzern diese Möglichkeit für Produkte unbefristet ein, die seit dem 25. August 2014 gekauft wurden. Das Geld gibt es in bar oder es wird auf das Konto überwiesen, je nachdem wie beim Kauf gezahlt wurde.

Weltweit baute Ikea die Zahl der Möbelhäuser um 13 auf derzeit 318 aus. Der Konzern mit den schwedischen Wurzeln verkauft nach eigenen Angaben in 28 Ländern, Kroatien kam 2014 neu dazu. Weltweit zählten die Einrichtungshäuser 716 Millionen Besucher.

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