Musikfestivals: Verrockt am Ring

Musikfestivals: Verrockt am Ring

, aktualisiert 10. Dezember 2014, 12:09 Uhr
von Florian Zerfaß

Mehrere neue Rockfestivals, unter anderem am Nürburgring als Nachfolger des legendären „Rock am Ring“: Mit diesem Rezept will der Berliner Konzertveranstalter Deag AG rasant wachsen. Doch die Tickets entpuppen sich als Ladenhüter, für die Deag zeichnen sich gravierende Probleme ab.

Vor ziemlich genau einem Monat trommelte die Deutsche Entertainment AG (Deag) noch lautstark: „Wachstumsschub durch massiven Eintritt in den Rockfestivalmarkt“, überschrieb der Konzertveranstalter eine am 5. November veröffentlichte Mitteilung. Die neuen Großveranstaltungen dürften „einen profitablen Zusatzumsatz von mehr als 30 Millionen Euro im Jahr 2015 generieren“. Die Analysten des Bankhauses Hauck & Aufhäuser jubelten über den „Push in das Festival-Business“, die Aktiesetzte ihren Aufstiegskurs fort.

Gleich drei neue Festivals hat Deag-Vorstandschef Peter Schwenkow im Programm, den größten Coup landeten die Berliner, als sie den Zuschlag für das  künftige Nürburgring-Rockfestival bekamen – das Kult-Festival „Rock am Ring“ hatte Erzrivale Marek Lieberberg begründet und bisher 29 Jahre lang ausgerichtet. Nun findet es unter Deag-Regie und dem Namen „Der Ring – Grüne Hölle Rock“ statt, parallel dazu soll am letzten Maiwochenende 2015 in München Rockavaria steigen. Zudem bringt die Deag im Juni in Wien Rock in Vienna an den Start.

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 Megaflop statt Wachstumsschub?

Doch statt profitablen Umsatz zu generieren, drohen die Festivals zu floppen. Am Samstag vor einer Woche berichtete die WirtschaftsWoche in Printausgabe und auf wiwo.de erstmals über den schwachen Ticketabsatz. Die Deag wollte die Zahlen vor der Veröffentlichung auf Anfrage nicht bestätigen, sagte lediglich, dass der Vorverkauf „planmäßig“ laufe, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Nach dem Erscheinen des Artikels hatte die Deag dann umso mehr Redebedarf. Per Pressemitteilung teilte sie noch am Erscheinungstag des Artikels mit, dass „über 40 000 Eintrittskarten“ verkauft seien. Anwaltlich wurde mit Schadenersatzklagen in Millionenhöhe gedroht. Bis heute will die Deag aber trotz mehrfacher Aufforderungen weder Belege für die Zahl der verkauften Tickets vorlegen noch eine Aufschlüsselung, wie sich die Tickets auf die verschiedenen Festivals verteilen. Die „über 40 000“ verkauften Tickets bezog die Deag in ihren Schreiben an die WirtschaftsWoche mal auf den Recherchezeitpunkt (Dienstag, 25. November), mal auf den Redaktionsschlusstag (Donnerstag, 27. November), mal auf den Veröffentlichungstermin (Samstag, 29. November).

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