Nach Insolvenzantrag: Strenesse glaubt an den Neustart

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Nach Insolvenzantrag: Strenesse glaubt an den Neustart

, aktualisiert 18. April 2014, 15:47 Uhr
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Der Modehersteller Strenesse hat nach hohen Verlusten einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt.

Das insolvente Modelabel Strenesse will sich auf die Suche nach Investoren begeben. Firmenchef Luca Strehle gibt sich optimistisch: "Ich bin überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte er.

Das schwäbische Modeunternehmen Strenesse glaubt an eine Rettung im Zuge des Insolvenzverfahrens. "Ich bin immer noch überzeugt, dass wir auf dem absolut richtigen Weg sind", sagte Strenesse-Chef Luca Strehle dem Magazin "Der Spiegel". "Der jetzige Schritt ist eine Zäsur, um die Sanierung voranzutreiben, ohne den Mühlstein der Altlasten mitschleppen zu müssen." Durch die Insolvenz gewinne das Unternehmen in den kommenden Monaten enorm an Liquidität.

Nach dem Insolvenzantrag soll es nun auf Investorensuche gehen. „Es wird mit Sicherheit ein ordnungsgemäßer Investorenprozess aufgesetzt“, sagte Jörg Nerlich, der vom Amtsgericht Nördlingen als vorläufiger Sachwalter bestellt wurde, der Tageszeitung „Die Welt“. Ob die Familie Strehle am Ende eine Rolle spielen werde, sei heute nicht absehbar, so der Insolvenzexperte aus der Kölner Kanzlei Görg.

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Wissenswertes über Strenesse

  • Gründung

    Im Jahr 1949 gründete die Familie Strehle in Nördlingen ihre Textilfabrik, die zunächst in Süddeutschland aktiv war und sich auf Damenoberbekleidung konzentrierte. In den kommenden Jahrzehnten wuchs die Fabrik beständig, die Produktlinie Strenesse tauchte erstmals Ende der 1960er Jahre auf.

  • Der Name

    Die Marke ist ein Kunstwort aus dem Namen der Eigentümerfamilie Strehle und dem französischen „Jeunesse“ (Jugend).

  • Aufstieg zur Designermarke...

    In den 1990er Jahren wird die von Kreativchefin Gabriele Strehle entwickelte Kollektion eine international begehrte Designermarke. Strenesse präsentiert sich in Mailand, die schwäbische Mode wird in Japan verkauft und später wird eine Tochter in den USA gegründet. Inzwischen arbeitet Gabrielle Strehle aber nicht mehr für das Familienunternehmen.

  • ...und tiefer Fall

    In den vergangenen Jahren liefen die Geschäfte bei Strenesse nicht mehr gut, immer wieder gab es Berichte über finanzielle Schwierigkeiten. Daran änderte auch die Zusammenarbeit mit dem DFB als Ausstatter der Fußballnationalmannschaft seit 2006 nichts. Im vergangenen Jahr beendete Strenesse dann die Kooperation mit den Kickern. Strenesse schreibt seit Jahren tiefrote Zahlen bei schwindendem Umsatz und stand erst im Februar vor der Zahlungsunfähigkeit.

Die Strenesse AG hatte am Mittwoch einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt, da sonst auf absehbare Zeit die Zahlungsunfähigkeit drohte. Das Amtsgericht in Nördlingen ordnete das vorläufige Verfahren an. Dabei bleibt der bisherige Vorstand im Amt, der externe Sachwalter wird der Geschäftsführung jedoch zur Seite gestellt. Zusätzlich wurde der Sanierungsexperte Michael Pluta in den Vorstand berufen. Er wurde unter anderem als Insolvenzverwalter des Modellbahnbauers Märklin bekannt. Gemeinsam mit Pluta werde er sich über Ostern ein genaues Bild der Lage bei Strenesse verschaffen, kündigte Nerlich in der „Welt“ an.

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Von der Insolvenz sind mehr als 350 Beschäftigte betroffen. Vorstandschef Strehle hatte erklärt, der Geschäftsbetrieb gehe uneingeschränkt weiter. Strenesse befindet sich seit rund 65 Jahren im Besitz der Familie Strehle. Das Unternehmen machte sich international einen Ruf als Anbieter von Designer-Mode. In den vergangenen Jahren hatte Strenesse jedoch mit sinkenden Umsätzen und tiefroten Zahlen zu kämpfen.

Erst im Februar stand das Unternehmen vor der Zahlungsunfähigkeit. Die Inhaber einer mit neun Prozent verzinsten Schuldverschreibung über zwölf Millionen Euro entschieden, dass Strenesse drei Jahre Luft bekommt und das Geld erst 2017 zurückzahlen muss. Doch ächzt Strenesse auch unter knapp fünf Millionen Euro Bankschulden und einem Gesellschafterdarlehen von Gerd Strehle, dem Vater von Vorstandschef Luca Strehle. "Wir wissen, dass unsere Gläubiger hinter unserem Sanierungskonzept stehen", sagte Luca Strehle.

Bekannt war Strenesse unter anderem als Ausstatter der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Seit dem vergangenen Jahr tragen die Spieler und Bundestrainer Joachim Löw bei offiziellen Anlässen aber Kleidung des Rivalen Hugo Boss.

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