Nach Praktiker-Pleite: Globus erneuert Angebot für Max Bahr

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Nach Praktiker-Pleite: Globus erneuert Angebot für Max Bahr

Das drohende Aus von Max Bahr schlägt wieder neue Wellen. Noch vergangene Woche sah es so aus als ob vom Praktiker-Konzern und der Tochter-Gesellschaft nichts übrig bleibt, nun gibt es einen Lichtblick.

Globus hält weiterhin an ihrem Angebot fest, alle Baumärkte der Kette Max Bahr zu übernehmen und einen Großteil der Arbeitsplätze zu bewahren. „Wir haben noch immer Interesse“, sagte Globus-Eigentümer Thomas Bruch der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach den gescheiterten Kaufverhandlungen. „Die vom Gläubigerausschuss bereits genehmigte Übernahme kann nicht umgesetzt werden“, teilte Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder mit. Der Hauptvermieter, die ebenfalls insolvente Gesellschaft Moor Park MB, habe sich mit Hellweg nicht über die künftigen Mietverhältnisse einigen können. Moor Park vermietet 66 der 73 zur Übernahme vorgesehenen Bau- und Gartenmärkte. Damit drohte Max Bahr, die Zerschlagung. Nun erneuerte Globus sein Angebot und will Arbeitsplätze retten.

Aus dem Umfeld des Insolvenzverwalters hieß es am Wochenende, wie die 'FAZ' berichtete, dass die Türen für Gespräche mit Globus seien grundsätzlich offen seien. Der Einfluss sei allerdings gering. Wenn es einen zweiten Anlauf geben soll, müsste sich der saarländische Konzern mit der RBS zusammensetzen - die Chancen sollen gering sein, da man sich bereits im ersten Anlauf nicht einig geworden sei. Nach Informationen der „Saarbrücker Zeitung“ hat Globus 420 Millionen Euro für den Kauf der Max-Bahr-Immobilien oder Mietzahlungen von 37 Millionen Euro im Jahr geboten. Moor Park habe allerdings 450 Millionen Euro oder 50 Millionen Euro Jahresmiete gefordert.

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Letztlich gescheitert sind die Verhandlungen an der Royal Bank of Scotland (RBS). Sie ist die Hauptgläubigerin der Moor Park MB und hatte ihre Zustimmung von einer Konzernbürgschaft der Hellweg-Gruppe abhängig gemacht. Das wollte Hellweg als mittelständisches Familienunternehmen nicht riskieren.

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Der Schaden der Insolvenz ist noch nicht zu berechnen. Die Zukunft für die Beschäftigten des Praktiker-Konzerns ist ebenso unklar wie die Lage für die Gläubiger, Lieferanten und ehemaligen Kunden. Die Insolvenzverwalter wollen die Standorte einzeln oder in größeren Bündeln vermarkten, sowohl an andere Baumarktketten wie auch an Einzelhändler anderer Branchen, etwa Textilien oder Elektronik. Die Gläubiger des Konzerns haben mindestens eine Anleihe über 250 Millionen Euro verloren. Für die Gläubiger der Holdinggesellschaft wird es zudem keine Zahlungen aus der Insolvenzmasse geben, weil daraus nur die Kosten des Insolvenzverfahrens gedeckt werden können. Die Märkte mit den Warenbeständen sind aber nicht bei der Holding, sondern bei mehreren operativen Gesellschaften angesiedelt. Für die Beschäftigten ist entscheidend, wie viele von ihnen in Nachfolge-Märkten an den bisherigen Praktiker- und Max-Bahr-Standorten einen Job finden können.
Praktiker war vor allem aufgrund einer missglückten Rabatt-Strategie, häufiger Führungswechsel und einer unklaren Standortpolitik schon seit Jahren in der Krise. Der lange Winter und das kalte Frühjahr versetzte dem angeschlagenen Konzern den Todesstoß. Die Baumarkt-Branche gilt in Deutschland ohnehin als überbesetzt und leidet unter scharfem Konkurrenzdruck.

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