Edeka: Nach Tengelmann-Übernahme steigt der Umsatz

Nach Tengelmann-Übernahme: Edeka will Rossmann und dm attackieren

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Eine neue Edeka-Filiale am Tempelhofer Damm: Das Geschäft gehört zu den ehemaligen Kaiser's-Filialen.

Kaum ist die Übernahme der Kaiser's-Tengelmann-Märkte für Edeka in trockenen Tüchern, steht das nächste große Projekt vor der Tür. Im nächsten Jahr könnte eine eigene Drogeriemarkt-Kette an den Start gehen.

Der größte deutsche Lebensmittelhändler Edeka denkt über eine Expansion in den Bereich der Drogeriemärkte nach und könnte bald den Platzhirschen Rossmann und dm Konkurrenz machen. Allerdings müsse zunächst das Bundeskartellamt dafür die Voraussetzungen schaffen und eine langfristig angelegte Partnerschaft mit der regionalen Hamburger Drogeriemarkt-Kette Budnikowsky billigen, sagte Edeka-Vorstandschef Markus Mosa in Hamburg. „Damit gewinnen wir einen Partner, der unsere Ambitionen und Geschäftsperspektiven mit seiner Expertise zielgerichtet unterstützt“, sagte Mosa.

Im nächsten Jahr könnte Edeka beginnen, eigene Drogeriemärkte oder Shops in den Märkten zu eröffnen, sagte Mosa. Er halte 50 neue Märkte pro Jahr für eine realistische Größenordnung. Mit Budnikowsky soll ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, in dem die Logistik und die Verwaltung angesiedelt sind, während die rund 180 „Budni“-Geschäfte der regionalen Kette in einer anderen Gesellschaft gebündelt werden sollen.

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Der genossenschaftliche Edeka-Verbund hat seine Umsätze im vergangenen Jahr weiter gesteigert. Insgesamt erhöhten sich die Erlöse um 2,5 Prozent auf 49,6 Milliarden Euro. Gut die Hälfte davon entfallen auf 4000 selbstständige Kaufleute mit 5900 Märkten, die um 3,8 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro zulegten. Die Discount-Tochter Netto erreichte ein Plus von 2,6 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. „Damit sind wir stärker gewachsen als der Markt und haben wieder Anteile gewonnen“, sagte Mosa. Der Gesamtmarkt sei nach langer Stagnation um zwei Prozent gewachsen, vor allem durch Zuwanderung und das Grenzgeschäft mit Einwohnern der Schweiz und Frankreichs.

Kaiser's Tengelmann Was Edeka mit seinen Filialen macht

Drei Monate nach der Einigung von Rewe und Edeka verschwindet der Name Kaiser’s Tengelmann aus dem Stadtbild. Dabei gehen die Konkurrenten mit den Filialen äußerst unterschiedlich um. Auch Netto spielt dabei eine Rolle.

Was Edeka aus den alten Kaiser's Tengelmann-Filialen macht. Quelle: dpa Picture-Alliance

Nach der langwierigen Übernahmeschlacht um Kaiser's Tengelmann läuft nun die Integration der 355 Märkte in die Struktur von Edeka. „Alle übernommenen Standorte überführen wir derzeit mit hoher Schlagzahl in die Edeka-Welt“, sagte Mosa. Die Märkte erhielten neue Sortimente, technische Ausstattung und ein neues Ladendesign. Die Kunden sollten künftig deutlich mehr Vielfalt in den Regalen finden.

Mit der Übernahme gehört auch die Firma Bringmeister nun zu Edeka, die in Berlin und München die Online-Belieferung mit frischen Lebensmitteln erprobt. Edeka suche - ebenso wie die gesamte Handels- und Logistikbranche - noch nach einem wirtschaftlichen Konzept für den Online-Lebensmittelhandel und wolle Bringmeister einstweilen nicht in weiteren Städten an den Start bringen.

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