Neue Strategie: Adidas sucht neuen Konzern-Chef

Neue Strategie: Adidas sucht neuen Konzern-Chef

Adidas-Chef Hainer blickt optimistisch ins Jahr: Ein Konzernumbau soll den Sportartikelhersteller fit machen. Das überzeugt auch die Börse. Zeitgleich läutete der Konzern offiziell die Suche nach einem neuen Chef ein.

Zu Beginn seines Endspiels als Adidas -Chef verbreitet Herbert Hainer Optimismus bei dem kriselnden Sportausrüster. "Es besteht kein Zweifel: Wir erleben gerade einen erfolgreichen Start in das Jahr 2015", erklärte Hainer am Donnerstag in einem vom Unternehmen veröffentlichten Bief an die Mitarbeiter. Geschäftszahlen dazu nannte er nicht. Der Vertrag des 61-Jährigen läuft noch bis 2017, Adidas leitete nun die formale Suche nach einem Nachfolger ein. Börsianer ließen sich von Hainers Begeisterung anstecken: Die Aktie war mit einem Plus von sechs Prozent größter Gewinner im Leitindex Dax.

"Ich weiß, dass wir alle in den vergangenen Wochen und Monaten hart daran gearbeitet haben, unsere Marken zu stärken und unseren Konzern neu auszurichten", erklärte der Vorstandschef. Er verwies auf den Konzernumbau, mit dem die Kernmarken Adidas und Reebok gestärkt und der schlingernde Golfausrüster TaylorMade-adidas Golf in den USA in die Spur gebracht werden sollen. Zudem seien mehrere Werbekampagnen im wichtigen US-Markt in der Öffentlichkeit gut angekommen.

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Der Adidas-Konzern in Zahlen 2014

  • Umsatz

    11,116 Milliarden Euro (Vorjahr: 11,013 Mrd)

  • Betriebsergebnis

    927 Millionen Euro (Vorjahr: 1,157 Mrd)

  • Auf Anteilseigner entfallender Gewinn

    630 Millionen Euro (Vorjahr: 796 Mio)

  • Prognose für 2014

    währungsbereinigtes Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich; Gewinn etwa 650 Millionen Euro

  • Prognose für 2015

    währungsbereinigtes Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich; Gewinn soll stärker steigen als die Erlöse

Kein Wort verlor Hainer dagegen über die massiven Probleme in Russland, dem drittwichtigsten Markt des Sportartikelherstellers. Weil der Rubel in den vergangenen Monaten dramatisch an Wert verloren hat und die Kauflaune der Verbraucher sinkt, hatte Adidas dort sein Expansionstempo gedrosselt und Abschreibungen auf den Firmenwert der russischen Tochter vornehmen müssen.

Ehrgeizige Ziele hat Hainer einem Medienbericht zufolge sich und seinem Nachfolger für die kommenden fünf Jahre gesteckt. Der Konzernumsatz solle bis 2020 auf 20 Milliarden Euro steigen, berichtete das "manager magazin". Im vergangenen Jahr waren die Erlöse trotz der Fußball-WM lediglich um zwei Prozent auf 14,8 Milliarden Euro geklettert, belastet vom Wertverfall des Rubels und weiterer Währungen. Die operative Umsatzrendite solle auf mindestens zehn Prozent zulegen, hieß es in dem Bericht. In den ersten neun Monaten 2014 war sie auf 8,3 Prozent gesunken, eine neuere Zahl liegt noch nicht vor. Adidas äußerte sich nicht zu dem Bericht.

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Nach Angaben von Aufsichtsratschef Igor Landau ist der Startschuss für das Rennen um Hainers Nachfolge nun offiziell gefallen. "Im nächsten Schritt wird sich der Aufsichtsrat nun intensiv sowohl mit internen als auch externen Kandidaten für eine Nachfolge von Herbert Hainer befassen", erklärte Landau. Bereits vor einem Jahr hatte Hainer seinen Vertrag letztmals verlängert. Die Nachwuchsmanager Roland Auschel und Eric Liedtke wurden im Vorstand bereits in aussichtsreiche Positionen gebracht.

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